"Wir sind schon enttäuscht, klar", sagte Teamchef Michael Kohlmann nach dem 0:2 gegen Großbritannien im Viertelfinale des erstmals ausgetragenen Finalturniers. Die tristen Mienen von Jan-Lennard Struff und Co. verdeutlichten seine Worte.

Das Minimalziel wurde zwar erreicht, doch der Deutsche Tennis Bund (DTB) wartet weiter auf das erste Halbfinale im Davis Cup seit 2007 - und die Chance in diesem Jahr war riesengroß. Die Briten traten im Viertelfinale ohne ihren Starspieler Andy Murray an, stattdessen spielten Daniel Evans und Kyle Edmund, als Nummern 42 und 69 der Welt keine Tennis-Schwergewichte. Die beiden Briten wuchsen jedoch in den wichtigen Momenten über sich hinaus, Struff ("Am Ende war ich ein bisschen platt") und vor allem Philipp Kohlschreiber gelang dies nicht.

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Starke Vorstellung in Gruppenphase

In der Gruppenphase hatte die deutsche Mannschaft bei den Siegen gegen Argentinien und Chile das Fehlen von Spitzenspieler Alexander Zverev noch gut kompensiert. Gegen die Briten zeigte sich aber, dass ihr die Klasse des Weltranglisten-Siebten sicherlich doch gutgetan hätte. Doch dieser schrieb am Freitag Autogramme in Bogota, da er statt Davis Cup lieber eine Show-Tour durch Südamerika mit dem Schweizer Superstar Roger Federer bestreitet.

Allzu lange wollte sich die deutsche Mannschaft mit der Niederlage aber auch gar nicht aufhalten. "Es ist unglücklich, dass wir nicht weitergekommen sind", sagte Doppelspieler Andreas Mies, "aber es gibt immer ein nächstes Mal." Auch der Teamchef richtete den Blick lieber nach vorne. "Wir haben gezeigt, dass wir, egal mit wem wir antreten, eine Rolle spielen können", sagte Kohlmann und betonte:

Von daher sehe ich sehr zuversichtlich ins Jahr 2020.

Der 45-Jährige darf am Sonntag die Auslosung für die Qualifikationsrunde im kommenden März entspannt verfolgen. Auch, weil sich seine drei Debütanten in Madrid glänzend einfügten. Die French-Open-Sieger Kevin Krawietz und Andreas Mies gewannen ihre beiden Matches nervenstark, und in Dominik Koepfer (25) steht ein aufstrebender Spieler bereit, in die Fußstapfen des 36 Jahre Routiniers Kohlschreiber zu treten.

Koepfer "perfekt integriert"

Zwar kam Koepfer in Madrid nicht zum Einsatz, doch Kohlmann betonte, dieser habe "sich perfekt ins Team integriert". Der Überraschungs-Achtelfinalist der US Open sprach von einer "unglaublichen Erfahrung, das erste Mal dabei zu sein" und nannte dies "eine Motivation, den nächsten Schritt zu machen".

Gelegenheit dazu wird er sicher bekommen, denn das neu formierte Team vermittelte in Madrid den Eindruck, dass etwas zusammenwächst. "Wenn drei Leute das erste Mal dabei sind, ist es nicht so leicht. Wir haben das aber sehr gut hinbekommen", lobte Kohlmann und resümierte: "Das Betreuerteam passt, und ich glaube, dass die Jungs sich hier unglaublich gut verstanden haben." Darauf lässt sich aufbauen.

(SID)

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