Die Warnung aus dem deutschen Davis-Cup-Team an die Briten und ihren Superstar Andy Murray kam prompt. "Unsere Jungs sind bereit", sagte Kapitän Michael Kohlmann selbstbewusst im Hinblick auf das Viertelfinale am Freitag (nicht vor 17.30 Uhr). Zum Abschluss der Gruppenphase siegte die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) 2:1 gegen Chile und fordert nun den zehnmaligen Titelträger heraus.

Davis Cup
Struff verliert trotz Matchbällen: Makellose DTB-Bilanz dahin
21/11/2019 AM 14:43

Krawietz und Mies sichern zweiten Sieg

Philipp Kohlschreiber hatte dem deutschen Team durch sein 6:4, 6:3 gegen Nicolas Jarry bereits im ersten Match des Tages den benötigten Punkt für den Einzug ins Viertelfinale beschert. Daran änderte auch die Niederlage von Jan-Lennard Struff nichts, der trotz dreier Matchbälle mit 7:6 (7:3), 6:7 (7:9), 6:7 (8:10) gegen Cristian Garin verlor. Die French-Open-Sieger Kevin Krawietz und Andreas Mies sicherten durch das 7:6 (7:3), 6:3 gegen Garin und Jarry den zweiten Sieg für die deutsche Mannschaft in der zweiten Partie.

"Wir sind ein großartiges Team und sind sehr glücklich, im Viertelfinale zu stehen", sagte Kohlschreiber:

Wir wussten, dass wir einen Punkt brauchen. Es war wichtig, den bereits im ersten Match zu holen.

Am Mittwoch hatte sich die Mannschaft von Kapitän Michael Kohlmann durch ein überraschendes 3:0 gegen Argentinien die gute Ausgangslage gesichert.

Im Vorjahr waren die Deutschen im Viertelfinale nach dem alten Modus an den Spaniern in der Stierkampfarena von Valencia gescheitert, nun wollen sie gegen die Briten mit dem zweimaligen Olympiasieger Murray den ersten Halbfinaleinzug seit 2007. "Wir hoffen, dass die Reise hier noch weitergeht", sagte Struff.

Kohlschreiber: "Monsterstimmung im Team"

Als Schlüssel für die starken Auftritte in Spanien nannte Kohlschreiber den guten Teamgeist. "Wir haben eine Monsterstimmung und ein tolles Team über die Jahre", sagte der 36-Jährige. Das Fehlen von Spitzenspieler Alexander Zverev, der seine Teilnahme am neuen Finalturnier kategorisch ausgeschlossen hatte, fiel in Madrid bislang nicht ins Gewicht.

Nur einige Hundert Zuschauer hatten sich gegen Chile am spärlich besetzten Court 2 eingefunden, ein Großteil davon chilenische Anhänger. Stimmung kam nur selten auf - kein Vergleich zu den argentinischen Fans am Vortag, die mit Trommeln und lautstarken Gesängen für alte Davis-Cup-Atmosphäre gesorgt hatten.

Im Viertelfinale droht noch ein tristeres Bild: Wie Deutschland hatte auch Großbritannien bislang keine große Fanunterstützung in den Stadien - und parallel am Freitagabend spielt Gastgeber Spanien mit Superstar Rafael Nadal im Hauptstadion um den Halbfinaleinzug. Kohlschreiber stören die vielen leeren Plätze aber nicht. "Wir spielen immer noch für unser Land", sagte er: "Da macht es keinen großen Unterschied, ob du vor 100 oder 10.000 Fans spielst."

Struff lässt Matchbälle ungenutzt

Gegen den wackeligen Jarry spielte Kohlschreiber ein "nahezu perfektes" Match, wie er anschließend sagte. Der Augsburger ließ keinen einzigen Breakball zu, nahm dem Chilenen hingegen zweimal den Aufschlag ab und beendete schon nach 68 Minuten die Partie mit seinem ersten Matchball.

Deutlich mehr Gegenwehr hatte Struff im Tiebreak-Krimi gegen Garin. Im zweiten Satz ließ er bereits einen Matchball ungenutzt, im Entscheidungssatz war Struff zwei weitere Male nur einen Punkt vom Sieg entfernt. Nach 2:41 Stunden musste er sich dann geschlagen geben. Nervenstärker zeigten sich dann Krawietz und Mies.

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(SID)

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