Geburtstagskind Boris Becker fieberte in der Box mit und feuerte lautstark an, mit dem Geschenk zum 52. Geburtstag durch das deutsche Davis-Cup-Team klappte es trotzdem nicht.

"Aktuell sind wir schon enttäuscht, klar. Heute sind vielleicht ein paar Sachen nicht so für uns gelaufen", sagte Kohlmann: "Man muss anerkennen, dass es Großbritannien heute in beiden Matches geschafft hat, in den wichtigen Momenten besser zu sein." Trotzdem sei er "sehr stolz auf die Jungs".

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Die Briten kämpfen dagegen beim neuen Finalturnier am Samstag gegen Gastgeber Spanien um Rafael Nadal um den Einzug ins Endspiel. Im anderen Halbfinale stehen sich zuvor Russland und Kanada gegenüber. Im Vorjahr war Deutschland noch im alten Modus ebenfalls im Viertelfinale in der Stierkampfarena von Valencia an Spanien gescheitert.

Smith bringt Edmund statt Murray - und hat Erfolg

Noch am Donnerstag hatte Kohlmann seinen Spielern einen klaren Auftrag für den Geburtstag Beckers mitgegeben, der das Team in Madrid in seiner Funktion als Chef des deutschen Herrentennis unterstützte. "Ich glaube, dass das schon Grund genug ist für alle Jungs, sich nicht nur 100-prozentig reinzuhängen, sondern vielleicht noch ein bisschen mehr." Die deutschen Hoffnungen erlitten jedoch direkt einen Dämpfer.

Kyle Edmund

Fotocredit: Getty Images

Großbritanniens Kapitän Leon Smith hatte im ersten Einzel statt des zweimaligen Olympiasiegers Andy Murray (32) überraschend auf Edmund vertraut - und diese Entscheidung zahlte sich aus. Gegen den Weltranglisten-69. tat sich der zehn Plätze schlechter klassierte Kohlschreiber von Beginn an schwer und verlor Satz eins nach 32 Minuten.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs wackelte Edmunds Service erstmals, Kohlschreiber retournierte mutiger und ging 3:1 in Führung. Edmund konterte jedoch umgehend und glich aus, eine weitere Schwäche Kohlschreibers bei 5:5 nutzte er zum vorentscheidenden Break. Nach 1:22 Stunden verwandelte der Brite seinen ersten Matchball.

Struff liefert Evans großen Fight

Zwar blieben auch am Freitagabend im zweitgrößten Stadion der Anlage viele Plätze leer - eine große Gruppe britischer Fans bereitete dem deutschen Team dennoch Auswärts-Atmosphäre. Davon unbeeindruckt lieferte sich Struff mit dem bissigen Evans ein Duell auf Augenhöhe. Nach Evans' Break zum 4:5 kam der 29-Jährige direkt zurück, im Tiebreak bewies der Brite aber die besseren Nerven.

Struff stemmte sich vehement gegen das drohende Aus. Direkt seinen ersten Breakball des zweiten Satzes nutzte er zum 4:3, gewann auch die folgenden beiden Spiele und damit den Satz. Im entscheidenden Durchgang entwickelte sich ein Nervenspiel - auch Becker hielt es in der deutschen Box nicht mehr auf seinem Sitz. Wieder musste der Tiebreak entscheiden - nach 2:21 Stunden erneut mit dem besseren Ende für Evans.

(SID)

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