Getty Images

Alexander Zverev wird nicht beim neuen Davis-Cup-Finalturnier spielen

Malediven statt Madrid: Zverev als Wortführer der Davis-Cup-Kritiker
Von SID

03/02/2019 um 13:33Aktualisiert 03/02/2019 um 13:35

Alexander Zverev hat Deutschland souverän zum neuen Davis-Cup-Finalturnier geführt, will dort aber selbst nicht spielen. Der 21-Jährige hat sich zum Wortführer der Kritiker an dem so umstrittenen Event aufgeschwungen. "Ich will den Davis Cup eines Tages so gewinnen, wie er seit fast 130 Jahren ausgespielt wurde", so Zverev. Da hilft auch der gute Teamgeist der deutschen Auswahl nicht.

Dabei ist Zverev im Grunde ein riesiger Fan des so traditionsreichen und prestigeträchtigen Nationenwettbewerbs. Das war auch am Wochenende in Frankfurt kaum zu übersehen. Der 21-Jährige genoss diese womöglich für lange Zeit letzte "echte" Davis-Cup-Atmosphäre noch einmal in vollen Zügen, schien jeden Moment aufsaugen zu wollen.

Zverev schwenkte jubelnd die schwarz-rot-goldene Fahne, scherzte und kicherte mit den Mitspielern und beteiligte sich zwischen zwei Ballwechseln auch schon mal lachend an La Ola auf den Zuschauerrängen.

Nächster Zverev-Auftritt ungewiss

Doch über dem eigentlich so stimmungsvollen Wochenende in der am Freitag und Samstag ausverkauften Fraport Arena schwebte stets auch eine dunkle Wolke. Wann Deutschland wieder ein solches Heimspiel austragen darf, ist schließlich völlig unklar. Nach der ebenso radikalen wie umstrittenen Reform des Weltverbands ITF gibt es sie nur noch in der Qualifikation, und auch die darf nicht jede Nation spielen. Unklar ist damit auch, wann Zverev wieder einmal für sein Land auflaufen wird.

Video - Zverev über Davis-Cup-Reform: "Schlechteres System könnte man sich nicht ausdenken"

00:58

Wann immer er in diesen Tagen über das neue Format sprach, verfinsterte sich sein Gesichtsausdruck binnen Sekunden. Aus seiner Ablehnung macht der gebürtige Hamburger keinen Hehl. Zverev hat sich spätestens in der vergangenen Woche zum Wortführer der Kritiker aufgeschwungen, zumindest derer aus Spielerkreisen. "Ich werde alles tun, damit wir zum alten System zurückkehren", versprach er den Fans am Samstag noch auf dem Platz und schob später nach:

"90 Prozent der Topspieler sind nicht dafür. Hoffentlich werden sie es auch so deutlich sagen wie ich."

Zverev schwärmt vom Teamgeist

Demgegenüber stand der Zverev, der die Davis-Cup-Woche im alten Modus und Stil regelrecht zelebrierte. Zwei Punkte holte er in seinen Einzeln gegen die Underdogs Peter Nagy und Gabor Borsos, fieberte bei den deutlich knapperen Siegen von Philipp Kohlschreiber und dem lockeren Doppel-Erfolg von Jan-Lennard Struff und Tim Pütz in der deutschen Box mit. Darüberhinaus schwärmte Zverev vom besonderen Teamgeist in der deutschen Auswahl, von den Skat-Abenden im Hotel oder dem Basketball-Match gegen die Trainer und Betreuer.

Ändern werden seine Entscheidung, auf das Finale zu verzichten, aber auch diese Erlebnisse nicht. "Kein Mensch auf der Welt, kann mich davon überzeugen, da zu spielen", bekräftigte er in Frankfurt noch einmal. Seinen Kollegen, die allesamt teilnehmen wollen, drückt Zverev die Daumen, den Event-Veranstaltern nicht. "Ich hoffe ehrlich gesagt ein bisschen, dass es schief geht", meinte er:

"Ich will den Davis Cup eine Tages so gewinnen, wie er seit fast 130 Jahren ausgespielt wurde."
0
0