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Federer nimmt Fahrt auf, Zverev ausgebremst: Die Topspieler im Sandplatz-Check

Federer nimmt Fahrt auf, Zverev ausgebremst: Die Topspieler im Sandplatz-Check

13/05/2019 um 16:14Aktualisiert 13/05/2019 um 16:56

Mit dem Sieg beim ATP Masters in Madrid bewies Novak Djokovic eindrücklich, dass er bei den French Open in Paris zu den Favoriten gehören wird. Eurosport.de macht gut zwei Wochen vor Beginn des zweiten Grand-Slam-Turniers des Jahres den Sandplatz-Check der Top 5 der Weltrangliste. Neben Djokovic, Nadal, Federer, Thiem und Zverev nehmen wir aber auch Madrid-Überflieger Tsitsipas unter die Lupe.

Novak Djokovic: Der Formstarke

Nach einer rund einmonatigen Pause kehrte Djokovic beim "Heimturnier" in Monte-Carlo zurück auf die Tour. Bei seinem Sandplatz-Debüt hatte er in der 2. Runde gegen Philipp Kohlschreiber einige Probleme und benötigte drei Sätze. Im Viertelfinale war das Turnier für den Serben bereits zu Ende. Er unterlag Daniil Medvedev mit 3:6, 6:4, 2:6.

In Madrid zeigte der 31-Jährige dann die gewohnte Klasse und gewann das Turnier - ohne einen Satz abzugeben. Besonders im Finale gegen Stefanos Tsitsipas zeigte er eine beeindruckende Leistung und dominierte die Partie. Damit sicherte er sich seinen 33. Masters-Titel und egalisierte den Rekord von Rafael Nadal. In Rom geht es für Djokovic nach einem Freilos gegen Denis Shapovalov oder Pablo Carreño Busta weiter. Der French-Open-Sieger von 2016 schied vergangene Saison in Paris überraschenderweise schon im Viertelfinale aus. Die derzeitige Formkurve zeigt allerdings klar nach oben.

Sandplatz-Form: 80%

Rafael Nadal: Der König

Zum ersten Mal seit 2004 reiste der Spanier vergangene Woche ohne Turniersieg nach Madrid. In Monte-Carlo und Barcelona scheiterte er jeweils im Halbfinale am späteren Sieger. Beide Turniere hatte er zuvor drei Jahre in Folge für sich entschieden. In der spanischen Hauptstadt lief es für den Sandplatzkönig ebenfalls nicht nach Wunsch, wieder war in der Runde der letzten vier Endstation. Nadal kämpft diese Saison seit dem Turnier in Miami mit Verletzungen. Vor dem Masters im Fürstentum beschwerte er sich über Schmerzen und in Barcelona hatte er Probleme mit seinem Handgelenk.

In Rom startet der 32-Jährige als Titelverteidiger - sollte er das Masters in der "ewigen Stadt" nicht gewinnen, wäre es das erste Mal seit 2004, dass er im Vorfeld der French Open kein Turnier auf Sand gewinnt. Nadals Form vor Roland Garros war noch nie so schlecht und unbeständig wie in diesem Jahr. Dennoch peilt der Spanier in Paris, wo er seit 2005 erst drei Partien verloren hat, seinen 12. Titel an.

Sandplatz-Form: 60%

Roger Federer: Der Rückkehrer

Es kam für viele überraschend, als Federer dieses Jahr angekündigt hatte, dass er wieder auf Sand spielen werde. Lange lies der Schweizer offen, wie viele Turniere er spielen würde, klar war immer, dass er in Madrid an den Start gehen wird. Beim Masters hatte er einen einfachen Auftakt gegen Richard Gasquet und spielte, als ob er nie weg gewesen wäre. Gegen einen stark aufspielenden Gael Monfils musste er Matchbälle abwehren, eher er sich im Tiebreak des dritten Satzes durchsetzte und seinen 1200. Sieg auf der Tour holte.

Roger Federer

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Gegen Dominic Thiem war eine Runde später in einem hochklassigen Spiel nach nicht verwerteten Matchbällen Endstation. Dennoch war der 37-Jährige zufrieden mit seiner Form und bestätigte wenig später sogar seine Teilnahme in Rom. Federer ist auf Sand schwer einzuschätzen. Er wird versuchen, die Ballwechsel so kurz wie möglich zu halten, und nicht konventionelles Sandplatztennis mit langen Ballwechseln zu spielen. Vor seinem ersten Auftritt auf dem Court Philippe-Chatrier seit 2015 ist der Rekord-Grand-Slam-Champion nur schwer auszurechnen.

Sandplatz-Form: 60%

Dominic Thiem: Der Überflieger

Die Sandplatzsaison startete in Monte-Carlo mit einer Enttäuschung. Bereits im Achtelfinale war das Turnier nach einer Niederlage gegen Dusan Lajovic zu Ende. Eine Woche später in Barcelona startete der Österreicher aber einen Lauf und gewann das Turnier, nachdem er im Halbfinale Rafael Nadal bezwungen hatte. Auch in Madrid zeigte Thiem seine Klasse und lieferte ein packendes Halbfinale gegen Djokovic, das der Serbe in zwei Tiebreaks gewann.

Der 25-jährige Thiem hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der besten Sandplatzspieler der Welt entwickelt und ist einer der wenigen Spieler, die Nadal auf Sand bezwingen können. Dies zeigte Thiem bereits mehrfach, hinzu kommt die Finalteilnahme bei den French Open 2018. Die Formkurve des Österreichers zeigt klar nach oben und er gehört neben Nadal und Djokovic in Paris zu den Topfavoriten. Der erste Grand-Slam-Titel ist möglich.

Sandplatz-Form: 80%

Alexander Zverev: Das Sorgenkind

Kein Top-Spieler absolvierte so viele Sandplatz-Turniere wie Zverev. Der Deutsche wollte unbedingt Spielpraxis sammeln, dieses Unterfangen misslang allerdings. In Marrakesch und Monte-Carlo verlor er im Achtelfinale, in Barcelona sogar in Runde zwei. Selbst in München, wo er als Titelverteidiger startete, reichte es nicht bis ins Halbfinale.

In Madrid zeigte Zverev seine bisher beste Leistung auf Sand in diesem Jahr und verlor nach hartem Kampf im Viertelfinale gegen Stefanos Tsitsipas. Dennoch war bislang es eine Sandplatz-Saison zum Vergessen. In Rom geht es in dieser Woche nicht nur darum, endlich die nötige Konstanz in sein Spiel zu bringen, sondern auch darum in der Weltrangliste nicht noch mehr Punkte zu verlieren. 2018 schied Zverev in Ronald Garros im Viertelfinale aus, in seiner aktuellen Verfassung wäre das Erreichen der 5. Runde aber ein Erfolg.

Sandplatz-Form: 30%

Stefanos Tsitsipas: Der Anwärter

Der Shootingstar der laufenden Saison, bereits 27 Saisonsiege, legte einen eher gemächlichen Start in die Sandplatz-Saison hin. In Monte-Carlo verlor er im Achtelfinale gegen Daniil Medvedev und in Barcelona scheiterte er - ebenfalls im Achtelfinale - an Jan-Lennard Struff.

Danach gewann der Grieche das kleinere Turnier in Estoril, eher er vergangene Woche in Madrid groß auftrumpfte. Tsitsipas schlug Alexander Zverev in drei Sätzen und kämpfte Nadal im Halbfinale nieder. Der 20-Jährige scheint sein bestes Tennis jeweils auf der größten Bühne zu zeigen. In Melbourne schlug er Federer, nun in Madrid Nadal. Tsitsipas hat seine Form rechtzeitig für die French Open wiedergefunden. In Paris hat der Youngster noch einiges zu beweisen, nachdem er vergangene Saison in Runde zwei gegen Thiem ausschied.

Sandplatz-Form: 70%

Video - "Nadal nicht der Dominator...": Kohlschreiber bewertet Lage an der Weltspitze

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