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Nadal vor brisanter Entscheidung: Versucht er das Unmögliche?

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Knifflige Entscheidung für Rafael Nadal

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
08/07/2020 Am 06:57 | Update 08/07/2020 Am 06:57

Rafael Nadal steckt in der Zwickmühle, muss eine komplizierte Entscheidung treffen. Der Grund: Die ATP Tour wagt im August mit einem zum Bersten vollgepackten Programm den Neustart in der Corona-Krise. Innerhalb von sieben Wochen will man zwei Grand-Slam-Events und drei Masters-Wettbewerbe durchpeitschen. Bei drei dieser fünf Top-Turniere heißt der Titelverteidiger Nadal - und das ist ein Problem.

Rafael Nadal glaubt daran, das (fast) Unmögliche zu schaffen.

Nichts anderes wäre die erfolgreiche Teilnahme an fünf großen Events in sieben Wochen. "Ich bin absolut sicher, dass Rafa denkt, alles spielen zu können und er wird es wohl auch tun. Wir müssen allerdings genau wissen, wie wir das angehen", erklärte sei Trainer Carlos Moya vor Kurzem gegenüber Journalisten in Palma de Mallorca.

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Der 43-Jährige, 1998 selbst French-Open-Champion, ist sich im Klaren darüber, wie stark der Druck auf seinen Schützling ist und wie gewaltig hoch die Fallhöhe sein kann.

Nadal ist sowohl bei den US Open und French Open als auch beim Masters von Rom Titelverteidiger. Allein bei diesen drei Turnieren sammelte der Spanier in der vergangenen Saison 5000 Weltranglisten-Punkte ein. Beim Masters von Madrid, das ebenfalls im September nachgeholt wird, muss er als Vorjahres-Halbfinalist 360 Zähler verteidigen.

French Open oder US Open? Nadal weicht aus

Eine Herkulesaufgabe - mit zusätzlichem Schwierigkeitsgrad. Denn: Am Ende der Sieben-Wochen-Tortur stehen die French Open an, das Nonplusultra im Nadal-Kosmos. Es geht um den 13. Titel, darum, den sportlichen Wahnsinn noch ein Stück weit wahnsinniger zu machen.

Genau da liegt aber das Problem: Kommt der Sandplatz-König schon ausgezehrt nach Roland Garros, droht das Königreich verloren zu gehen und der Traum zu platzen. Dafür sind mögliche Thronfolger wie Dominic Thiem leistungsmäßig schon zu nah dran. "Rafa ist keine 20 mehr, die Situation ist nicht mehr dieselbe", gab auch Moya zu bedenken.

Rafael Nadal

Fotocredit: Getty Images

Es sei schon "wahr, dass da fünf Turniere in kurzer Zeit kommen, die alle wichtig sind für Rafa". Dennoch kann Moya kaum verbergen, dass ihm ein abgespecktes Pensum mit klarer Konzentration auf die French Open lieber wäre. Nadal aber ist seit jeher ein Vielspieler und versteht sich schon lange nicht mehr nur als Sandplatz-Spezialist. Die vier US-Open-Titel des Mallorquiners legen davon ein beeindruckendes Zeugnis ab.

Die Frage, für welches Turnier er sich entscheiden würde, müsste er in dieser Saison zwischen den US Open und den French Open wählen, mag er daher auch nicht beantworten. "Das weiß ich nicht. Ich will keine Prognosen machen, verfolge einfach die Entwicklung und entscheide, was am besten für mich ist, wenn der Moment gekommen ist", blieb der Weltranglistenzweite auf einer Presserunde vor wenigen Tagen vage.

Toni Nadal: "Der Zeitplan ist unrealistisch"

Fakt ist, dass man dem engen Turnierkalender, den die ATP aufgestellt hat, im Nadal-Lager nichts abgewinnen kann. "Der Zeitplan ist unrealistisch, insbesondere für erfahrene Spieler, die nicht so viele Wochen nacheinander antreten können", stellte Toni Nadal, Onkel und einst auch Trainer des Superstars, im Gespräch mit "ESPN" klar.

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Damit spielte er natürlich in erster Linie auf seinen Neffen an, der ohnehin schon froh ist, überhaupt noch auf der Tour dabei sein zu können. "Mir wurde immer gesagt, dass ich mit meinem Spielstil keine lange Karriere haben würde. Irgendwann glaubte ich auch daran und dachte, schon in der Pension zu sein und eine Familie zu haben", bekannte Nadal Ende vergangenen Jahres in einem Interview mit der spanischen Sportzeitung "As".

Je länger die Laufbahn noch andauert, desto sorgfältiger muss er abwägen, welche Events er spielt und wann es Zeit für eine Pause ist.

Neues Ranking-System als Entscheidungshilfe?

Eine kleine Entscheidungshilfe könnte vonseiten der ATP kommen, die inzwischen bekannt gegeben hat, wie das neue Ranking nach Wiederaufnahme des Spielgeschehens funktionieren wird. Demzufolge fließen die besten 18 Turniere der über eine Zeitspanne von 22 Monaten (März 2019 bis Dezember 2020) in die Wertung ein - wobei ein und derselbe Wettbewerb nur einmal gezählt werden kann.

Sollte Nadal bei den US Open also nicht am Start sein, würden die 2000 Punkte für den Sieg aus dem Vorjahr in der Berechnung bleiben. Die Spekulationen um einen Verzicht des 34-Jährigen auf das Grand-Slam-Event in New York bekamen neue Nahrung, nachdem bekannt wurde, dass er beim Sandplatz-Masters in Madrid teilnehmen wird.

Der Wettbewerb in der spanischen Hauptstadt beginnt bereits am Tag nach dem Finale der US Open, was Nadal im Falle einer Teilnahme in arge zeitliche Probleme bringen würde. Auf der anderen Seite glaubt er ja daran, das Unmögliche schaffen zu können ...

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