Alexander Zverev wirkte noch deutlich schmaler, nicht so muskulös. Aber er trug auch 2013 als 16-Jähriger schon ein Stirnband im Haar - ein türkisfarbenes - als er bei den French Open auf Roman Safijullin traf. Acht Jahre später steht ihm der Russe am selben Ort erneut gegenüber. Diesmal in der Herrenkonkurrenz.
"Ich kenne ihn, seit wir zwölf Jahre alt waren", sagte Zverev: "Die letzten paar Jahre habe ich ihn nicht gesehen, weil er erst jetzt auf dem Weg nach oben ist. Aber er ist ein sehr talentierter Spieler." Im Juniorenalter gewann er das Erstrundenduell 6:1, 6:0 und marschierte schließlich bis ins Finale. Einen ähnlichen Lauf erhofft sich der Weltranglistensechste auch für die diesjährige Ausgabe. Seine Auslosung erscheint vielversprechend. Und Zverev steckt voller Selbstbewusstsein.
Daran änderte auch der etwas stotternde Start in Paris mit einem Fünfsatzsieg gegen den Kölner Oscar Otte nichts. Der Hamburger fühlt sich auf Sand wohl. "Du siehst aus wie ein Kämpfer, das mag ich", sagte Zverev im Interview mit der Welt: "Du musst den Punkt taktisch gestalten. Du musst denken, was unangenehm ist für den Gegner." Dies gelang ihm letztlich im kniffligen ersten Match gegen den bereits eingespielten Qualifikanten.
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Der Spielplan räumte der deutschen Nummer eins dann zwei Tage Erholungszeit ein, die er für einen kurzen Trip zum Eiffelturm nutzte, und um seinen Bruder und Manager Mischa für dessen TV-Auftritte zu veräppeln. Am Dienstag galt es dann für Zverev, wieder hochzufahren im Training, den Fokus zu finden.

Zverev zählt zum Kreis der Favoriten

Schließlich soll es in diesem Jahr weiter gehen als bis ins Viertelfinale von Paris, das der 24-Jährige bereits 2018 und 2019 erreichte. Auf die größten Titelanwärter Rafael Nadal und Novak Djokovic, die am Dienstag in ihren Erstrundenmatches gefordert waren, kann er erst im Finale treffen. "Rafael Nadal wird der Favorit bleiben, haushoch", sagte Zverev, dem nach dem überraschenden Aus des zweimaligen French-Open-Finalisten Dominic Thiem seine Turnierhälfte weit offen steht: "Es gibt ein paar Leute, die neben Nadal Chancen haben." Er selbst zählt nach dem Masterssieg in Madrid auch dazu.
Aber es sind noch viele Schritte zu gehen. Der nächste steht gegen den alten Bekannten Safijullin an, die Nummer 182 der Welt. Mit mehr Muckis und schwarzem Stirnband peilt Zverev einen Sieg an. Wie schon 2013.
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(SID)

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