Musetti brach das Achtelfinale gegen Novak Djokovic bei 7:6 (9:7), 7:6 (7:2), 1:6, 0:6, 0:4 ab und sorgte für Verwunderung. Der Italiener selbst äußerte sich am Dienstag auf einer Pressekonferenz zum Matchabbruch und erklärte, dass er nicht verletzt gewesen sei.
Musetti habe viel mehr mit Krämpfen und einem dumpfen Schmerz im Rücken zu kämpfen gehabt. So sei der 19-Jährige nicht mehr in der Lage gewesen, einen Punkt zu gewinnen, was auch nicht mehr toll für die Zuschauer gewesen sei. Daher habe sich Musetti dazu entschieden, aufzuhören.
Keine gute Entscheidung aus Sicht von Becker: "Es sah nicht so aus, als ob er die ganz schlimme Verletzung gehabt hätte. Von daher finde ich die Aufgabe bei 0:4 nicht gut. Da muss man dem anderen gegenüber Respekt zeigen und sagen: ‘Ok, du hast mich heute geschlagen’. Dann geht es eben 6:0 aus. Das ist eine Reifeprüfung. Aber sportlich kann er absolut mithalten."
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Auch Eurosport-Expertin Barbara Rittner äußerte sich zur Aufgabe des 19-Jährigen, nahm den Teenager allerdings in Schutz: "Musetti hat zwei Sätze am oberen Limit gespielt und unheimlich viel investiert, um gegen Djokovic 2:0-Sätze zu führen. Anfang des dritten Satzes hat Djokovic ganz bewusst gezeigt “hey, ich bin noch ganz frisch” - und glaube, dass das einen jungen Mann beeindruckt."

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Becker und Rittner mit Lob für Musetti

Musetti ist einer der großen Entdeckungen dieser French Open. Der Youngster schaffte bei seiner ersten Teilnahme im Grand-Slam-Hauptfeld direkt den Einzug ins Achtelfinale und begeisterte mit einer Reihe von Trickschlägen die Fans.
Auch Becker, der ihn zwar wegen seiner Aufgabe rügte, fand jedoch lobende Worte für Musettis sportliche Leistung: "Er ist zusammen mit Sinner (Jannik Sinner, Anm. d. Red.) der beste Teenager."
So habe auch Djokovic Probleme mit der Spielweise des jungen Italieners gehabt. "Musetti macht alles ganz gut. Er hat nicht die große Waffe, aber der Aufschlag ist okay, die Bewegung, die Technik und auch das Selbstvertrauen, weil er in diesem Jahr schon viele Matches gewonnen hatte", lautete das Fazit von Becker.
Für Rittner würde das Wort "kreativ" perfekt zu Musetti passen. "Er ist nicht der Solideste, aber er macht überraschende Dinge, variiert gut und streut immer mal einen Kunstschlag ein. Er ist noch jung und wird noch viel lernen und körperlich zulegen, aber er gefällt mir jetzt schon sehr gut", meinte die Frauen-Bundestrainerin.
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