Bei Rafael Nadal muss alles passen.
Das Netz ist voll von Videos, die ihn dabei zeigen, wie er seine Trinkflaschen nach dem immer gleichen Prinzip ausrichtet. Dies solle "mit der Ordnung im Kopf einhergehen", erläuterte der Ausnahmespieler einst.
Beim 7:5, 6:3, 6:0 im Achtelfinale gegen Jannik Sinner war für Nadal trotz des klaren Resultats nicht alles in Ordnung. Schlimmer noch: Er konnte nicht korrigierend eingreifen.
French Open
Ansetzungen Mittwoch: Nadal und Djokovic kämpfen um Halbfinaleinzug
08/06/2021 AM 15:30
Was war passiert?
Die Veranstalter hatten das Licht der seit 2020 vorhandenen Lichtanlage eingeschalten - und das, obwohl die Partie bereits gegen 17:30 Uhr begann.

Nadal hat kein Verständnis: Warum macht der Veranstalter das?

"Ich weiß nicht, warum sie das Licht so früh angemacht haben", echauffierte sich Nadal. "Wir haben hier schon immer ohne Licht gespielt. Um vier oder fünf Uhr nachmittags haben wir bis abends um neun Uhr gespielt, ohne Licht", betonte der 35-Jährige mehrfach.
Der sympathische Mallorquiner kann eben auch Zähne und Klauen einsetzen, um sein Königreich am Bois de Boulogne zu verteidigen.
Die kleine Episode zeigt, dass Nadal nichts auf sich beruhen lässt, was seiner Leistung abträglich sein könnte. Selbst wenn er gerade einen Senkrechtstarter wie Sinner klar in die Schranken gewiesen hat, selbst wenn er bei den French Open seit 2019 sage und schreibe 35 Sätze in Folge (!) gewonnen hat.
Nadal weiß: Die Konkurrenz ist näher gekommen, auch auf Sand, auch in Roland-Garros.

Djokovic, Zverev und Tsitsipas in Topform

Der Weg zur 14. Trophäe in Paris und damit zum 21. Grand-Slam-Titel der Karriere wird noch steinig. Novak Djokovic, Alexander Zverev und Stefanos Tsitsipas präsentieren sich in überragender Form und vor allem die beiden Letzteren dürften aufgrund ihrer jungen Jahre auch Vorteile haben.

Achtelfinale: Nadal mindestens eine Nummer zu groß für Sinner

"Man muss ganz klar sagen, dass die anderen aufgeholt haben", stellte Eurosport-Experte Boris Becker schon vor Turnierbeginn fest, nachdem Nadal "nur" zwei seiner vier Vorbereitungsturniere auf Sand für sich entscheiden konnte. Man sehe womöglich "die ersten Zeichen der Zeit bei Rafa", so Becker.
Hinzu kommt: Da Nadal nur an Position drei gesetzt ist und die vermeintlich schwerere Turnierhälfte erwischte, steht wohl schon im Halbfinale der Showdown mit Djokovic an. Vorausgesetzt, die beiden Superstars lösen am Mittwoch ihre Viertelfinalaufgaben gegen Diego Schwartzman und Matteo Berrettini.

Nadal: Wenig gesehen von der Djokovic-Partie

Djokovic ist indes der einzige aktive Spieler, der Nadal bei den French Open bereits schlagen konnte.
Im Unterschied zum Spanier betont der Weltranglistenerste gerne, dass er irgendwann als Rekord-Grand-Slam-Champion abtreten möchte. Noch liegt der 34-Jährige mit 18 Major-Erfolgen zwei hinter Nadal und Roger Federer. Ein Triumph im "Wohnzimmer" des Sandplatzkönigs wäre doppelt süß für Djokovic.
Nadal ist also auf der Hut, vielleicht mehr denn je.

Achtelfinale: Djokovic wehrt Angriff von Youngster Musetti ab

Bei aller Verbissenheit und Detailbesessenheit setzt der Titelverteidiger mitunter auch das Pokerface auf.
Als auf der Pressekonferenz die Frage kam, was er denn von Djokovics Leistung im Achtelfinale halte, antwortete Nadal lapidar: "Ich konnte nicht viel sehen von der Partie, weil ich gerade eine Partie Parchís gespielt habe."
Zum Verständnis: Parchís ist ein spanisches Brettspiel, das dem deutschen Mensch ärgere Dich nicht ähnelt ...
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Dagegen ist kein Kraut gewachsen: Power-Tennis à la Nadal

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