Tsitsipas riss erleichtert die Arme nach oben und ließ sich von den französischen Fans feiern. Dem Weltranglistenvierten war deutlich anzumerken, welcher Stein ihm nach über dreieinhalb Stunden harter Arbeit vom Herzen fiel.
"Er war der bessere, er war der konstantere und erfahrenere Spieler", analysierte Eurosport-Experte Mischa Zverev die Leistung des Griechen und bezog sich dabei vor allem auf die Sätze drei bis fünf, in denen Tsitsipas das Match doch noch umbog.
Tsitsipas startete im ersten Satz zwar gut und lag schnell mit Break vorne, allerdings entglitt dem favorisierten Griechen beim Stand von 4:2 die Partie. Musetti holte sich das Rebreak, nahm Tsitsipas beim Stand von 5:5 ein weiteres Mal den Aufschlag ab und sicherte sich den ersten Durchgang 7:5.
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Tsitsipas schien in der Folge von der Rolle, lag auch im zweiten Durchgang schnell 0:4 zurück, ehe er seinen Fokus wiederfand. "Der zeigt jetzt Emotion“, erklärte Mischa Zverev am Eurosport-Mikrofon die Leistungssteigerung. Es sah so aus, als könnte sich der Weltranglistenvierte noch einmal in den Satz zurückkämpfen, doch Musetti blieb in den wichtigen Situationen bei sich und holte sich auch den zweiten Durchgang mit 6:4.

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Allerdings ließ sich Tsitsipas auch davon nicht aus der Ruhe bringen und drehte jetzt erst recht auf. Der Favorit schnappte sich souverän die Sätze drei und vier.
"Das ist die Qualität von Tsitsipas, dass du jeden Punkt zu 100 Prozent gewinnen musst. Das schaffst du vielleicht ein, zwei Sätze, aber nach zwei Stunden wirst du müde oder verlierst die Konzentration - und dann dreht sich der Tisch", kommentierte Zverev und sollte recht behalten. Tsitsipas blieb auch im fünften Satz cool und machte mit seinem dritten Matchball nach 3:34 Stunden den Comeback-Sieg perfekt.
Für Musetti ist es die zweite bittere Erstrunden-Pleite gegen einen Favoriten bei den French Open in Folge. 2021 hatte der Italiener Novak Djokovic am Abgrund, lag gegen den Serben wie gegen Tsitsipas 2:0-Sätze in Front, verlor dann aber die Nerven und musste schließlich im fünften Satz aufgeben.

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Tsitsipas jagt ersten Grand-Slam-Sieg

Damit sind weiter alle Profis aus dem erweiterten Kreis der Anwärter im Rennen.
Im vergangenen Jahr stand Tsitsipas kurz vor dem ganz großen Triumph und führte im Finale mit 2:0-Sätzen gegen Novak Djokovic. Doch der Serbe entriss ihm mit einer spektakulären Aufholjagd noch die Trophäe. Jetzt nimmt der 24-Jährige den nächsten Anlauf auf seinen ersten Grand-Slam-Sieg.
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