Das Interview führte Petra Philippsen
Wie groß war die Last, die nach dem Sieg am Sonntag von Ihnen abgefallen ist?
Florian Mayer: Um ehrlich zu sein: Die Last war riesengroß. Und natürlich bin ich überglücklich, dass es mit dem ersten Titel geklappt hat.
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Was war das Erste, an das Sie nach dem Matchball gedacht haben? Haben Sie inzwischen schon realisiert, was Sie geschafft haben?
Mayer: Ich war einfach nur erleichtert. Jetzt mit ein paar Tagen Abstand fange ich langsam an, den Erfolg richtig zu realisieren. Es fühlt sich verdammt gut an.
Der Sieg wirkte insgesamt sehr souverän. Wie schwer war es für Sie, die Nervosität in den Griff zu bekommen?
Mayer: Zu Beginn des Finales war ich tatsächlich sehr angespannt und nervös, denn ich wusste, dass ich eine realistische Chance habe, das Turnier zu gewinnen. Ein bisschen Glück gehört natürlich auch immer dazu. Aber ich bin dann immer besser ins Match reingekommen und habe zum Schluss hin richtig gut gespielt.
Gab es einen Moment im Turnierverlauf, an dem Sie gemerkt haben: Hier ist wirklich der Titel für mich drin?
Mayer: Bereits auf dem Hinflug hatte ich ein gutes Gefühl und habe mich auf das Turnier gefreut. Ich wusste ja, wer alles spielt und habe mich bei den vorherigen Sandplatzturnieren immer sehr wohl gefühlt. Nachdem ich im Viertelfinale gut gespielt und klar gewonnen hatte, habe ich mir schon gedacht, dass die Chancen auf den Turniersieg gut stehen, wenn ich meine Leistung zeige.
In New York haben Sie gesagt, dass Sie sich nun besonders auf Bukarest und die Rückkehr auf Sand freuen, bevor es nach Asien geht - war das also Vorahnung?
Mayer: Vielleicht war es tatsächlich eine gewisse Vorahnung. Wie bereits gesagt, ich habe mich sehr auf das Turnier in Bukarest gefreut. Aber sicher sein kann man sich natürlich nie. Jetzt stehen noch die letzten fünf Turniere an. Wenn ich hier gute Ergebnisse erziele, sind zum Jahresende vielleicht noch die Top 20 drin.
Im Frühjahr waren Sie in München schon dicht dran am Titel, hat Ihnen diese Erfahrung jetzt geholfen oder hat es den Druck eher verstärkt?
Mayer: Bis zum Finale hin war es okay. Dann habe ich den Druck aber schon gespürt, denn ich wollte dieses Finale unbedingt gewinnen.
Sie haben immer daran geglaubt, dass es mit dem Titel noch klappen wird. Hatten Sie das Gefühl, dass andere Ihnen das nicht mehr zutrauen? Und fühlen Sie auch ein wenig Genugtuung gegenüber den Zweiflern?
Mayer: Genugtuung ist ein großes Wort, ich bin einfach glücklich und erleichtert. Natürlich weiß ich, dass es viele Zweifler gab. Aber ich selbst wusste immer, dass ich es drauf habe, ein Turnier zu gewinnen. Es ist wirklich ein tolles Gefühl, dies nun geschafft zu haben. Ein großes Dankeschön auch an meine Familie, Freunde, meinen Trainer, Tobias Summerer, die TennisBase und meinen Manager Ralf Scheitenberger mit Team. Sie alle haben die ganze Zeit an mich geglaubt und mich unterstützt.
Wie waren die Reaktionen am Sonntag? Wer hat alles gratuliert? Über wen haben Sie sich besonders gefreut? Gab es auch vom DTB oder vom Teamchef etc. ein Feedback?
Mayer: Ich habe sehr viele Glückwünsche erhalten. Sowohl der Präsident des DTB, Herr von Waldenfels, als auch Patrik Kühnen haben mir gratuliert. Aber auch viele Spieler haben sich bei mir gemeldet. Ich möchte aber niemanden herausgreifen, denn ich habe mich über alle sehr gefreut.
Wie kommt es, dass Sie jetzt mit fast 28 Jahren die stärkste Phase Ihrer Karriere erleben?
Mayer: Da kommen mehrere Dinge zusammen, wie zum Beispiel die Erfahrung. Außerdem bin ich mental stärker geworden und verstecke mich nicht mehr. Dadurch bin ich jetzt in der Lage, meine Leistung besser abzurufen. Und nicht zuletzt mein Umfeld, das mich stärkt.
Das gesamte Interview mit Florian Mayer lesen Sie jetzt bei den Kollegen von tennisnet.com
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