Sulprizio findet "es genau richtig", dass Osaka am Montag ihre Depressionen im Zuge ihres Rückzugs vom Grand-Slam-Turnier in Paris öffentlich gemacht hat: "Wir erleben es immer noch viel zu selten, dass Athleten mit einer psychischen Erkrankung sagen: Ich höre jetzt auf, ich brauche eine Pause und die Zeit zum Regenerieren, um dann wieder zurückzukommen."
Osaka hatte sich am Montag nach einem Streit um ihren Medien-Boykott von den French Open zurückgezogen. In einem öffentlichen Statement teilte die 23-jährige Japanerin mit, seit den US Open 2018 immer wieder unter Depressionen zu leiden. Sie wolle nun zunächst einmal Abstand von den Tenniscourts gewinnen und dann nach ihrer Rückkehr mit der Tour an Verbesserungen für die Spieler, die Presse und Fans arbeiten.
Für Diplom-Psychologin Sulprizio sind Depressionen im Leistungssport "im Grunde wie eine Kreuzbandverletzung" zu behandeln: "Da bin ich auch ein Jahr nicht auf dem Platz und muss erst wieder gesund werden. Das ist das gleiche, wenn ich eine Angststörung oder eine depressive Phase habe."
French Open
Thiem verrät, wie es nach dem French-Open-Debakel weitergeht
UPDATE 01/06/2021 UM 07:43 UHR
Generell sieht Sulprizio großen Nachholbedarf im gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Reaktionen. "Die Vorsilbe 'Psycho' ist immer noch stigmatisiert und mit Geisteskrankheit assoziiert", sagte sie. Der Spitzensport sei "noch nicht so weit, dass man es als selbstverständlich hinnimmt, dass ein Psychologe, Psychiater oder Psychotherapeut genauso wie ein Mannschaftsarzt, Physiotherapeut oder Athletiktrainer zum Team eines Bundesligisten gehören".
Das könnte Dich auch interessieren: Als wäre er nie weg gewesen: Maestro Federer lässt aufhorchen
(SID)

"Zucker, was Struff da spielt": Struff holt sich 2:0-Satzführung

French Open
"Absolut schockierend": So reagiert die Tennis-Welt auf Osakas Rückzug
UPDATE 31/05/2021 UM 20:22 UHR
Tennis
"Osaka läuft die Zeit davon": Navratilova zählt Superstar an
UPDATE 09/11/2022 UM 23:55 UHR