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Klartext von Trainer-Legende: Dieses Problem muss Zverev abstellen

Klartext von Trainer-Legende: Dieses Problem muss Zverev abstellen

11/06/2019 um 19:31

Alexander Zverev darf die French Open als Erfolg verbuchen, mit dem Viertelfinaleinzug egalisierte der Hamburger seinen Grand-Slam-Rekord. Und doch zeigte sich erneut, dass ihm auf Major-Ebene noch ein paar PS fehlen, um an Rafael Nadal, Novak Djokovic, Roger Federer und auch Dominic Thiem heranzukommen. Aus Sicht von Trainer-Legende Nick Bollettieri muss Zverev ein spezielles Problem abstellen.

"Zverev ist zu emotional." Zu diesem Schluss kommt Bollettieri in einem Interview mit "spox.com". Der 87-Jährige legt dem Weltranglisten-Fünften ein Studium seiner Matches nahe. "Zverev sollte sich mal auf Video anschauen, wie er sich aufregt, wenn er Bälle verschlägt", so Bollettieri, für den feststeht:

"Um einen Grand Slam gewinnen zu können, muss er mental erwachsen werden."

Spielerisch habe der 22-Jährige längst die Qualität, um einen Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. "Er hat diesen großartigen Aufschlag, er hat die Power in seinen Grundschlägen." Allerdings sei Zverev "im Kopf noch nicht bereit".

Becker sieht Zverevs Planung kritisch

Nach den French Open hat sich Deutschlands Nummer eins kurzfristig entschieden, keine Pause einzulegen, sondern per Wildcard beim Rasenturnier in Stuttgart aufzuschlagen. "Ich finde das nicht so gut. Er hat ein gutes Turnier in Paris gespielt und hätte sich eine Pause verdient gehabt", zeigte sich Eurosport-Experte Boris Becker irritiert von Zverevs Planung.

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Der Spieler selbst sieht das naturgemäß anders, Angst vor einer Überbelastung hat Zverev nicht, wie er vor Beginn des Wettbewerbs in Stuttgart betonte:

"Zu viele Spiele habe ich nicht in den Beinen, ich fühle mich eigentlich wohl. Ich habe meine Leistung in den letzten Wochen gesteigert, deshalb habe ich auch gesagt, dass es eine gute Idee ist, jetzt hier weiterzuspielen."

Zverev ist in der Schwaben-Metropole an Position eins gesetzt und greift nach einem Freilos in Runde eins erst im Achtelfinale ins Geschehen ein, wo er auf Dustin Brown trifft. Eine knifflige Aufgabe, wie der Turnierfavorit weiß: "Dustin ist einer der gefährlichsten Spieler auf Rasen. Vor allem, wenn man vorher selbst noch kein Match gespielt hat."

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Auf seiner Antritts-Pressekonferenz in Stuttgart wurde Zverev derweil mit der forschen Frage konfrontiert, bis wann denn damit zu rechnen sei, dass er die Nummer eins der Welt wird. "Wenn ich bis Ende des Jahres kein Match mehr verliere, ist es schon möglich", scherzte Zverev.

Folgt man Bollettieris Ansicht, dann wird es aber vor allem interessant sein, zu beobachten, wie emotional Zverev reagiert, wenn die Schläge nicht passen, wenn es Niederlagen setzt...

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