Die deutliche Niederlage in Wimbledon gegen den zwölf Jahre jüngeren Shapovalov ließ Murray in Skepsis hinsichtlich der Sommerspiele verfallen.
"Ich war sehr enttäuscht", gestand er: "Nach jedem großen Turnier werden mir Fragen zu meiner Zukunft gestellt. Auch, wenn ich nicht so gut gespielt habe wie ich gerne würde, hinterfragst du Dinge und zweifelst ein bisschen an dir."
Nun offenbarte der Brite, dass ihn eine inspirierende Unterhaltung mit seiner Tochter dazu bewegte, auch in diesem Jahr um eine vierte Medaille bei Olympia zu spielen.
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"Als ich am Tag nach meinem Match nach Hause kam, sagte meine Tochter zu mir: 'Papa, du bist zu Hause, weil du ein weiteres Tennismatch verloren hast'. Ich sagte zu ihr: 'Ja, habe ich, aber was machst du, wenn du bei etwas verlierst?'" erzählte Murray: "Daraufhin sagte sie: 'Du versuchst es und versuch es noch einmal.'"

Medaille in Tokio? Murray optimistisch

Murray glaubt an sich und gibt sich selbstbewusst vor dem Beginn der Spiele: "Ich denke immer noch, dass ich auf hohem Niveau spielen kann.” Seine wichtigste Antriebskraft ist der Spaß am Tennis. "Ich möchte weiterspielen, weil ich es genieße", verriet er.

Murray auf dem Treppchen in London 2012

Fotocredit: Getty Images

Wohlwissend, dass er sich nach seiner schweren Leidensgeschichte in einer anderen Situation befindet und auch in der Weltrangliste aktuell nicht mehr in den Top 100 geführt wird (aktuell 104), peilt er dennoch eine Medaille an: "Das ist das Ziel. Ich bin in einer etwas anderen Position als vor fünf Jahren, als von mir erwartet wurde, dass ich eine gewinne. Für mich wäre es wahrscheinliche mein bester Erfolg nach all dem, was in den letzten Jahren passiert ist."

Schwere Auslosung für Murray

Murray, der jahrelang unter schweren Hüftproblemen litt und 2019 unter Tränen bereits sein Karriereende bekannt gab, spielt mit einer künstlichen Hüfte.
Der dreimalige Major-Sieger weiß, dass es seine letzten olympischen Spiele sein könnten. Deshalb werde er "alles auf dem Platz geben und um jeden einzelnen Punkt kämpfen".
Die ehemalige Nummer eins der Welt hat in Japan eine schwere Auslosung erwischt.
Im Einzel trifft er auf den kanadischen Youngster Félix Auger-Aliassime (20), der in Wimbledon erst im Viertelfinale von Finalist Matteo Berrettini (25) ausgeschaltet wurde. Mit Doppelpartner Joe Salisbury (29) fordert er das an zwei gesetzte Duo Pierre Hugues-Herbert und Nicolas Mahut aus Frankreich.

Olympia genau Murrays Ding

Nachdem Murray in London 2012 bereits das Einzel-Finale gegen Roger Federer (Schweiz) gewann, verteidigte er seine goldene Medaille vier Jahre später in Rio de Janeiro, wo er den Argentinier Juan Martin del Potro bezwang.
In London sicherte er sich außerdem Silber im Mixed mit Doppel-Partnerin Laura Robson.

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