Sabine Lisicki lächelte tapfer. Gestützt auf Krücken und mit dick geschientem Knie posierte die so leidgeprüfte 31-Jährige für die Kamera und teilte die nächste niederschmetternde Nachricht mit: Kreuzbandriss. Wieder wird die frühere Wimbledonfinalistin mindestens ein halbes Jahr, wahrscheinlich länger, der WTA-Tour fern bleiben müssen. Lisickis Karriereweg ist von schweren Rückschlägen gepflastert.
"Von jetzt an wird nur noch nach vorne geschaut", schrieb sie bei Instagram: "Jetzt steht ein langer und harter Weg vor mir, um zurückzukommen, aber ich habe das Riesenglück, von dem besten medizinischen Team umgeben zu sein." Die Operation hat Lisicki bereits überstanden.
Barbara Rittner, Head of Women's Tennis im Deutschen Tennis Bund (DTB), leidet mit Lisicki. "Es tut mir furchtbar leid, ein Kreuzbandriss ist mit die schlimmste Verletzung für einen Ballsportler", sagte Rittner dem "SID". Lisicki habe zuletzt enorm gekämpft, um wieder heranzukommen, nun streike erneut der Körper: "Da fehlen mir auch die Worte."
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Passiert ist das Unglück am Montag in Linz in der Doppelkonkurrenz. An der Seite ihrer britischen Partnerin Jodie Burrage versuchte Lisicki im Erstrundenduell einen Ball zu erlaufen, knickte weg und griff sich sofort ans Knie. Beim Stand von 6:5 musste sie schließlich aufgeben, es flossen Tränen, sie wurde vom Platz gebracht. Eine MRT-Untersuchung am Abend brachte dann die bittere Diagnose.

Lisicki in der Weltrangliste sehr weit nach unten gerutscht

Erst Ende August hatte sie nach mehr als einjähriger Tour-Abstinenz wieder ihren ersten Sieg gefeiert. Zuvor hatte Lisicki seit Juli 2019 mit Pfeifferschem Drüsenfieber zu kämpfen gehabt. Immer wieder ist sie in ihrer Karriere von Verletzungen zurückgeworfen worden, auch der Knöchel, die Schulter und bereits zuvor das Knie waren betroffen. In der Weltrangliste wird die einstige Nummer zwölf nur noch auf Rang 690 geführt.
Die Erfolge der aufschlagstarken Lisicki liegen schon einige Zeit zurück. 2014 gelang ihr in Hongkong ihr letzter Turniersieg, ein Jahr zuvor stand sie auf dem Heiligen Rasen von Wimbledon vor dem ganz großen Coup, war im Endspiel gegen die Französin Marion Bartoli aber chancenlos. Nun kämpft Lisicki darum, überhaupt noch einmal auf die großen Courts zurückzukehren.
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(SID)

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