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Zehn Breaks kassiert: Kerber verliert auch unter neuem Coach

Zehn Breaks kassiert: Kerber verliert auch unter neuem Coach
Von Eurosport

10/09/2019 um 17:24Aktualisiert 11/09/2019 um 09:31

Nach ihrem enttäuschenden Aus bei den US Open hat Angelique Kerber auch unter Interimstrainer Dirk Dier die erhoffte Wende verpasst. Kerber kämpfte, hatte einen Matchball, doch am Ende schlich sie beim Hartplatztournier in Zhengzhou (China) wieder als Verliererin vom Platz. Die ehemalige Weltranglistenerste wartet nach einem dramatischen Spiel weiter auf ihren ersten Sieg seit zwei Monaten.

Die 31 Jahre alte Kielerin erlebte beim Hartplatzturnier im chinesischen Zhengzhou beim 7:5, 4:6, 6:7 (6:8) gegen die Amerikanerin Alison Riske ihre vierte Erstrunden-Niederlage in Folge.

Insgesamt kassierte die ehemalige Nummer eins der Welt zehn Breaks.

Dier verstand sich vor allem als Motivator für die dreimalige Grand-Slam-Siegerin. "Das machst du sehr gut", sagte der neben Kerbers Bank hockende 47-Jährige nach dem ersten Satz: "Wir bleiben zäh". Auch danach strahlte Dier positive Energie aus und beklatschte in der Box erfolgreiche Aktionen lautstark.

Mehr Punkte, trotzdem verloren

Kerber schien davon zunächst beflügelt. Nach einer 2:0-Führung im zweiten Satz gingen allerdings vier Spiele in Folge verloren, es mangelte ihr sichtlich an Selbstvertrauen. Dier blieb dennoch positiv und suchte immer wieder den Blickkontakt mit Kerber.

"Wir fighten, bis wir das Ding gewonnen haben", sagte Dier im dritten Durchgang. Kerber kämpfte sich in den Tiebreak und hatte bei 6:5 einen Matchball. Doch am Ende erlebte sie bei dem mit 1,5 Millionen Dollar dotierten Hartplatzturnier einen weiteren Rückschlag - dabei hatte sie nach 2:50 Stunden zwei Punkte mehr gewonnen als ihre Gegnerin.

Viel Kritik für Kerber

Schon bei den US Open war Kerber an ihrer Auftakthürde Kristina Mladenovic (Frankreich) gescheitert. Anschließend musste sie sich viel Kritik gefallen lassen. "Wenn jetzt nicht der Groschen fällt, wann dann?", fragte beispielsweise Tennis-Ikone Boris Becker in seiner Funktion als Eurosport-Experte.

Auch Barbara Rittner, inzwischen Damen-Chefin im Deutschen Tennis Bund (DTB), gab zu, "kein gutes Gefühl" zu haben, "wenn nicht bald jemand an ihrer Seite ist".

Mit Dier arbeitete Kerber schon beim Fed-Cup-Team regelmäßig zusammen, wo der gebürtige Saarländer unter Rittner und nun unter Jens Gerlach als Co-Trainer fungiert. Dier war ab 1990 zehn Jahre lang Profi, seine beste Weltranglistenplatzierung war Rang 118 im April 1996.

In der Vergangenheit betreute er als Coach unter anderem die Doppel-Spezialistin Anna-Lena Grönefeld (34/Nordhorn).

Doch der Ex-Profi ist zunächst nur als Interimslösung geplant. Wie Kerbers Management dem SID bestätigte, soll Dier die strauchelnde Spitzenspielerin zumindest während der Asien-Tour betreuen.

(SID)

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