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Wimbledon 2018 - Angelique Kerber und Julia Görges auf dem Weg ins Wimbledon-Finale

Zwei Typen, ein Ziel: Kerber, Görges und der Traum vom Wimbledon-Finale
Von SID

12/07/2018 um 11:29Aktualisiert 12/07/2018 um 11:32

Julia Görges und Angelique Kerber stehen im Wimbledon-Halbfinale. Während die eine dort ihre Premiere bei einem Grand-Slam-Turnier feiert, ist die andere längst Dauergast. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten.

Die Aussicht auf das erste rein deutsche Wimbledon-Finale seit dem legendären Duell zwischen Boris Becker und Michael Stich ließ irgendwann auch die sonst so nüchterne Julia Görges nicht mehr kalt. "Das klingt schon ziemlich cool. Das klingt verrückt", sagte die 29-Jährige und strahlte über das ganze Gesicht.

Wie auch Angelique Kerber steht Görges im Halbfinale des prestigeträchtigsten Tennis-Turniers der Welt. "Es wäre großartig für das deutsche Tennis", meinte sie - auch wenn die letzte Hürde auf dem Weg dorthin wohl die größte ist.

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"Trotzdem wird es ein Match wie jedes andere."

Eben jene nüchterne Klarheit hat Görges in Wimbledon sehr geholfen. Selbst als sie im Viertelfinale gegen ihre gute Freundin und Doppelpartnerin Kiki Bertens den ersten Satz verlor, ging die Bad Oldesloerin distanziert auf Ursachenforschung und drehte die Partie. Das Ergebnis eines Reifeprozesses, den Görges in den inzwischen 13 Profijahren durchlaufen hat. "Ich glaube nicht, dass ich es in jüngeren Jahren so neutral analysiert hätte", sagte sie.

Kerber und Görges: Zwei unterschiedliche Typen

Könnte man in Görges' Kopf hineinschauen, man würde inzwischen wohl eine Art gut sortierte Bibliothek, ein perfekt organisiertes Archiv ihrer Karriere vorfinden. Selbst im Moment ihres bislang größten Erfolges, dem Erreichen ihres ersten Major-Halbfinals, wirkte die Norddeutsche extrem aufgeräumt.

Es sei eher "ein Moment zum Genießen und Abspeichern" gewesen. Am Abend sah sie die entscheidenden Szenen noch einmal an.

"Um das Match zu den Akten zu legen und den Tag abzuschließen."

Angelique Kerber, schon vor ihrem siebten Grand-Slam-Halbfinale längst Dauergast auf der großen Bühne, ist ein anderer Typ. Die Kielerin bezeichnet sich gerne als "emotionale Spielerin", lässt sich auf dem Platz gerne mal von ihren Gefühlen mitreißen. Das funktioniert im Idealfall so wie im Viertelfinale gegen die Russin Daria Kassatkina, kann in anderen Situationen aber auch in eine Negativspirale münden.

Es gibt Gemeinsamkeiten

Was die zweimalige Grand-Slam-Siegerin in diesen Tagen aber offenbar beherrscht, ist das Ausblenden der äußeren Umstände. Die 30-Jährige betont, konsequent von Runde zu Runde zu denken, von Spiel zu Spiel, von Punkt zu Punkt. "Ich schaue weder links noch rechts", sagt sie.

Angelique Kerber und Julia Görges

Angelique Kerber und Julia GörgesImago

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen der Konterspielerin Kerber und der Angriffsspielerin Görges, findet sich im Mut, einen Neustart vorzunehmen. Kerber trennte sich nach ihrem Seuchenjahr 2017 von Langzeittrainer Torben Beltz und wechselte zum Belgier Wim Fissette. Görges wagte vor drei Jahren einen radikalen Schnitt, als sie sich nach sieben Jahren zu einem Wechsel des Trainergespanns entschlossen hatte und vom hohen Norden nach Regensburg zog.

Der Früchte ernten beide in Wimbledon, zum Lohn winkt nun ein deutsches Endspiel um den ältesten und wichtigsten Titel im Tennissport. Es wäre das erste nach Stich/Becker 1991 - auch das bekanntlich zwei sehr unterschiedliche Tennis-Typen.

Video - Kerber und Görges im Halbfinale: Die Highlights aus Wimbledon

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