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Wimbledon 2018 - Federers Nachfolger auf dem Thron: Der Generationenwechsel bleibt aus

Federers Wimbledon-Thronfolger: Wo ist der neue König?
Von SID

13/07/2018 um 07:55Aktualisiert 13/07/2018 um 08:55

Roger Federer hat in Wimbledon eine schmerzhafte Viertelfinal-Pleite kassiert. Gegen den Südafrikaner Kevin Anderson verlor der Schweizer in der Runde der letzten Acht nach 2:0-Satzführung. Der Thron des Rasen-Königs ist nun verwaist, Anwärter auf den Titel sind zwei alte Bekannte und zwei alte Neulinge.

Äußerlich wirkte Roger Federer in seiner schweren Stunde fast wie immer. Akkurat frisiert und ohne eine Schweißperle auf der Stirn versuchte der "Maestro" Minuten nach seinem Viertelfinal-Aus in Wimbledon das kaum Fassbare zu erklären. Doch aus seinen Augen und seinen Worten sprach tiefe Enttäuschung. Der Schweizer hat in seiner Karriere neben vielen großen Siegen auch schon große Niederlagen einstecken müssen - gewöhnen kann er sich daran aber selbst mit bald 37 Jahren nicht.

"Eine Niederlage erklären zu müssen, ist das Schlimmste, was du als Tennisspieler tun musst", fasste Federer seine Gefühlswelt nach der bitteren Fünfsatzpleite gegen den Südafrikaner Kevin Anderson zusammen. Er fühle sich "schrecklich", besonders weil Niederlagen bei seinem Lieblings-Grand-Slam "mehr weh tun als anderswo". Achtmal hat Federer beim Rasen-Höhepunkt in London bereits triumphiert, mehr als bei jedem anderen Major. "Hier bin ich immer besonders motiviert", sagte er.

Pleite kam aus dem Nichts

Kaum etwas hatte zu Beginn des Matches auf das krachende Aus des Titelverteidigers hingedeutet, nach dem Gewinn der ersten beiden Durchgänge schien der Schweizer auf Kurs. Eine 2:0-Satzführung hatte er in seinen inzwischen 20 Jahren als Profi erst viermal aus der Hand gegeben, gegen Anderson zudem von vier Begegnungen noch keine verloren. "Aber manchmal fühlt man, wie einem ein Spiel wie Sand durch die Finger gleitet", berichtete Federer. Und war so am Ende beim 11:13 im fünften Satz machtlos.

Roger Federer - Wimbledon 2018

Roger Federer - Wimbledon 2018Getty Images

Federers Wimbledon-Thron ist nun vorübergehend verwaist, doch ein Generationenwechsel steht erst einmal nicht an. Als Anwärter auf die Nachfolge stehen neben seinem 32 Jahre alten Bezwinger Anderson, der US-Aufschlagriese John Isner (33) und seine alten Dauerrivalen Rafael Nadal (32) und Novak Djokovic (31) bereit. Von der viel gepriesenen "NextGen", der nächste Generation an Topspielern, zu der Deutschlands Topspieler Alexander Zverev (21) nicht einmal mehr gezählt werden will, ist wieder einmal niemand im Turnier verblieben.

Ein altbewährter Klassiker

Stattdessen gibt es am Freitag den Klassiker zwischen dem wiedererstarkten Djokovic und French-Open-Sieger Nadal, der in seinem Viertelfinale ein episches Duell gegen Juan-Martin del Potro überstanden hatte. Zum 52. Mal stehen sich der Serbe und der Spanier gegenüber, keine Paarung gab es im Profitennis häufiger. Mit 26 Siegen hat Djokovic hauchdünn die Nase vorn. "Er ist einer der komplettesten Spieler, die ich in unserem Sport je gesehen habe", sagte Nadal.

Das zweite Halbfinale zwischen den Service-Hünen Anderson (2,03 m) und Isner (2,08 m) ist derweil ein Duell der Spätzünder. Während Anderson im Vorjahr bei den US Open sein erstes Grand-Slam-Finale erreicht hatte, ist für Isner schon das Halbfinale Neuland. Eine weit zurückreichende Rivalität verbindet aber auch sie. "Wir haben schon auf dem College viel gegeneinander gespielt", berichtete Isner:

"Sich jetzt auf dem Centre Court zu begegnen, ist wie ein Traum."
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