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Das ewige Duell: Federer will Revanche gegen Nadal - nicht nur für Paris

Das ewige Duell: Federer will Revanche gegen Nadal - nicht nur für Paris

12/07/2019 um 09:46Aktualisiert 12/07/2019 um 09:52

Bereits nach der Bekanntgabe der Auslosung von Wimbledon hofften Tennis-Fans auf der ganzen Welt auf das Aufeinandertreffen zwischen Roger Federer und Rafael Nadal. Nach den Viertelfinal-Siegen gegen Kei Nishikori und Sam Querrey herrscht Klarheit. Am Freitag wird es im Halbfinale an der Londoner Church Road zum insgesamt 40. Duell der beiden kommen. Federer will Revanche - nicht nur für Paris.

Im Head-to-Head liegt Nadal deutlich mit 24 Siegen vorne. Das letzte Treffen der beiden im Halbfinale der French Open gewann ebenfalls der Spanier und auch im direkten Vergleich bei den Grand-Slam-Turnieren hat Nadal die Nase vorne.

Beim vielleicht wichtigsten Turnier des Jahres kann allerdings Federer eine bessere Bilanz vorweisen. Drei Aufeinandertreffen gab es bisher beim Grand-Slam von Wimbledon. Die allerdings liegen schon ein paar Jahre zurück. Von 2006-2008 hieß das Finale von Wimbledon dreimal in Folge: Roger Federer gegen Rafael Nadal. Zwei gewann der Schweizer, nur eines Nadal.

Episches Wimbledon-Finale macht Nadal Hoffnung

Elf Jahre ist das letzte Aufeinandertreffen in Wimbledon aber mittlerweile her. Damals gewann Nadal am 6.Juli 2008 das Finale in fünf Sätzen (6:4, 6:4, 6:7 (5:7), 6:7 (8:10), 9:7) nach gespielten 4:48 Stunden. Es war ein kurioses Endspiel:

Erst wurde der Start wegen Regens verschoben, dann rettete Federer nach dem Verlust der ersten beiden Sätze eine Unterbrechung. In der Fortsetzung kämpfte er sich zurück, gewann zwei packende Tiebreaks, wehrte mehrere Matchbälle ab. Eine weitere Regenpause sorgte dafür, dass die letzten Ballwechsel in der tiefen Abenddämmerung gespielt wurden. Erst um 21:18 Uhr Ortszeit fand die dramatische Tennis-Schlacht ihr Ende.

"Es ist eines dieser Matches, die ich versucht habe, zu vergessen", sagt der Schweizer über sein legendäres Wimbledon-Finale 2008 gegen Nadal. Ein Finale, das zu den dramatischsten Tennis-Matches der Geschichte gehört und für Federer am Ende "eine meiner härtesten Niederlagen" bereit hielt. "Die Niederlage hat mich menschlicher gemacht", sagt Federer im Rückblick auf diesen Tag.

Roger Federer nach Sieg über Kei Nishikori - Wimbledon  2019

Roger Federer nach Sieg über Kei Nishikori - Wimbledon 2019Getty Images

Federer leicht favorisiert

Kein Wunder, dass Federer seinem Gegenüber auf diesem Belag auch heute noch großen Respekt zollt:

"Es wird auf jeden Fall schwierig. Rafa kann dir auf jeder Unterlage weh tun. Er ist dermaßen gut und nicht nur ein Sandplatzspezialist. In den letzten Jahren hat er sich auf Rasen sehr verbessert. Er spielt nicht mehr so defensiv, nimmt lieber das Zepter in die Hand. Er spielt sicher ähnlicher wie ich. Es ist auch sehr faszinierend zu sehen, dass er sehr viel härter serviert als früher und die Punkte schneller beendet. "

Obwohl die Statistiken nicht unbedingt für den Schweizer sprechen, rechnet die Tenniswelt mit einem Sieg für den 20-maligen Grand-Slam-Sieger.

Denn Wimbledon ist quasi Federers "Wohnzimmer". Rasen ist sein absoluter Lieblingsbelag, zudem ist er in Wimbledon der absolute Publikumsliebling der Londoner und darf auf enorme Unterstützung hoffen.

Federer strebt seinen insgesamt 9. Titel beim ältesten und prestigeträchtigsten Tennisturnier der Welt an. Der "Maestro" dürfte besonders motiviert sein und seine Revanche für die French Open nutzen wollen.

"Rivalität" zwischen den beiden ist eine gesunde

Eine richtige Rivalität, wie man sie sich vorstellt, herrscht zwischen Federer und Nadal nicht. Auf dem Platz sind sie zwar Konkurrenten und jeder kämpft für sich, aber abseits des Platzes haben beide großen Respekt füreinander und unterstützen sich gegenseitig.

Allein an den Äußerungen des Schweizers und des Spaniers merkt man, dass zwischen ihnen sogar so etwas wie eine Freundschaft herrscht. Vor dem Halbfinale am Freitag auf dem Center Court sagte Nadal:

"Gegen Roger zu spielen ist immer einmalig. Es ist aufregend, nach elf Jahren zurück gegen ihn auf diesem Court zu sein. Ich erwarte nur, dass ich gegen den wahrscheinlich besten Spieler in der Geschichte spielen werden."

Auch Federer äußerte sich durchweg positiv über das Match:

"Es ist beeindruckend zu sehen, wie gesund er geblieben ist. Viele hatten ein frühes Ende prophezeit. Aber wir sind immer noch hier. Es ist schön, dass wir gegeneinander spielen."

"Fedal" Nr. 40. Egal wer gewinnt, die Tennis-Fans dürfen sich auf ein weiteres Spektakel gefasst machen.

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