Der Umstand, dass die Entscheidung ohne jegliche Absprache mit den Spielern getroffen wurde, sorge laut Paire für Diskussionsbedarf. "Warum haben sie nicht vorher mit den Spielern gesprochen?", fragte der 33-Jährige auf einer Pressekonferenz am Dienstag in die Runde.
"Wenn das ein Krieg zwischen der ATP und Wimbledon ist, dann ist das schlecht für uns, denn wir wollen normal Tennis spielen", führte er weiter aus. "Es tut mir leid für Russland und die Russen, aber sie sind für den ganzen Ärger verantwortlich."
Letztlich, stellte Paire fest, würden die ATP-Spieler "den Preis bezahlen". Die Tatsache, dass Daniil Medvedev von den ausbleibenden Punkten profitieren und sich nach dem traditionsreichen Rasenplatzturnier die Führung in der Weltrangliste sichern könnte, sei laut dem Franzosen nicht nachzuvollziehen. "Das ist absurd."
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"Wir sollten uns für alle Spieler auf der Welt einsetzen, aber aktuell passiert das Gegenteil", bemängelte er die Wirksamkeit der Maßnahmen. "Ich will wissen, ob die ATP die Spieler schützen will oder Russland?", kritisierte er das Vorgehen von ATP und WTA scharf.

Wimbledon: Paire nur wegen Preisgeld nach London

Für Paire verliert das ehrwürdige Turnier in Wimbledon durch die Entziehung der Ranglistenpunkte deutlich an Wert. Seine Teilnahme werde der Franzose jedoch nicht zurückziehen. Zu verlockend sei das Preisgeld. "Ich werde hingehen, um mein Preisgeld zu bekommen, so wie bei einem Show-Turnier", lautete sein Fazit.
"Als einige Spieler COVID hatten, haben wir auch nicht gesagt: Oh, okay, wir sollten das Turnier komplett absagen", hinterfragt er die Entscheidung. "Aber dann haben wir drei, oder vier russische Spieler, Medvedev inklusive, und wir schießen gegen Wimbledon."

Djokovic will in Wimbledon aufschlagen

Novak Djokovic, die Nummer eins der Welt, schloss sich den kritischen Stimmen an und kündigte dennoch in Paris an, auch bei dem Rasenevent aufschlagen zu wollen. "Ja, ich habe die Absicht, nach Wimbledon zu fahren", sagte der Serbe am Rande der French Open.
Trotzdem übte auch der 35-Jährige scharfe Kritik am umstrittenen Vorstoß der Spielervereinigungen. Wenn er seine Punkte aus dem Vorjahr nicht verteidigen kann, könnte die Führung in der Weltrangliste weg sein. Die gesamte Lage sei eine "Lose-Lose-Situation", sagte er.

Novak Djokovic schloss sich den kritischen Stimmen an.

Fotocredit: Getty Images

Die Entscheidung des Ausschlusses von Russen und Belarussen sei jedoch ein "Fehler" der Wimbledon-Organisatoren gewesen, betonte er: "Ich unterstütze das überhaupt nicht." Er habe auch einen Einblick in ein Dokument der britischen Regierung gehabt, das den Organisatoren unterschiedliche Möglichkeiten aufgezeigt habe: "Es war nicht nur die eine auf dem Tisch."

Medvedev gibt sich diplomatisch

Medvedev, der sich Hoffnungen auf die Führung in der Weltrangliste machen darf, äußerte sich am Dienstag hingegen diplomatisch. "Ich will nicht sagen, welche Entscheidung richtig ist, aber in ihrer Begründung finde ich die ATP einfach logischer und konsequenter."
Die Turnier-Veranstalter aus London hatten Ende April bekannt gegeben, russische und belarussische Spielerinnen und Spieler beim Rasen-Highlight (27. Juni bis 10. Juli) aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht zuzulassen. Als Reaktion darauf hatten die Profi-Organisationen ATP und WTA beschlossen, keine Weltranglistenpunkte zu vergeben.
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