Timo Boll - und sonst (fast) nichts: Einzig der zusehends in Medaillenform schmetternde Europameister hat dem Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) bei der WM in Budapest durch seinen Achtelfinaleinzug vor einem Einzel-Debakel bewahrt.

Die nach einem dramatischen Viertelfinale schon sichere Medaille für das Mixed Patrick Franziska/Petrissa Solja konnte die Enttäuschung über den frühen Drittrunden-K.o. der beiden weiteren Top-20-Asse Dimitrij Ovtcharov und Franziska nur etwas dämpfen.

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Boll einziger Deutscher im Achtelfinale

Boll zog durch ein souveränes 4:0 gegen den Japaner Masataka Morizono als einziger Deutscher in die Runden der besten 16 ein. Der DTTB beklagt denn auch seine schwächste Einzel-Gesamtbilanz bei Welttitelkämpfen seit zehn Jahren.

Dem Negativtrend entzog sich Boll gegen Morizono souverän. "Ich habe die Baustellen der vergangenen Wochen etwas behoben, und es fühlt sich besser an. Meine Rückhand ist sehr gut gekommen, und ich habe mich gut bewegt. Das ist wichtig, weil meine Beine nicht mehr so schnell wie früher sind", sagte der Rekordeuropameister.

Boll und Franziska im Doppel-Viertelfinale

Zudem hat Boll, der im Doppel mit Franziska das Viertelfinale erreichte und sogar nur noch einen Sieg für eine Medaille benötigt, womöglich das Glück des Tüchtigen: Der WM-Dritte Xu Xin scheiterte als einziger Chinese in der Turnierhälfte des deutschen Meisters, so dass erst im Endspiel ein Ass aus dem Reich der Mitte auf den ehemaligen Weltranglistenersten warten könnte.

Abgesehen von Boll jedoch verblasste die deutsche Tischtennis-Herrlichkeit an der Donau. Besonders das Aus von Europe-Top-16-Gewinner Ovtcharov mit einem 3:4 gegen den kroatischen Außenseiter Tomislav Pucar ließ die Gesichter im DTTB-Lager noch länger als tags zuvor werden, als bereits alle Damen erstmals seit 1991 schon vor der dritten Runde ausgeschieden waren. Franziska konnte beim 1:4 gegen den Weltranglistensechsten Lee Sangsu (Südkorea) nicht in die Bresche springen.

Der Weg zur zweiten WM-Medaille

Für Boll läuft unterdessen alles nach Plan. Auf dem Weg zu seiner zweiten WM-Medaille nach Bronze von 2011 steigerte sich der Weltranglistenfünfte nach Formproblemen im WM-Vorfeld im Vergleich zu den ersten beiden Runden nochmals.

Auch durch seine Körpersprache unterstrich der EM-Rekordchampion seine Ambitionen und erreichte zum siebten Mal bei einer WM-Teilnahme nacheinander das Achtelfinale. Seine vorletzte Hürde vor dem Podest ist am Donnerstag der südkoreanische Weltranglistenzehnte Jang Woojin.

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