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Deutsche Ironman-Dominanz auf Hawaii wackelt: Jan Frodeno fehlt, Patrick Lange schwächelt

Deutsche Ironman-Dominanz beim Ironman wackelt
Von SID

13/10/2018 um 16:45Aktualisiert 13/10/2018 um 16:46

Am Samstag soll bei der Ironman-WM auf Hawaii die deutsche Dominanz mit dem fünften Sieg in Serie fortgesetzt werden. Ob das gelingt, ist allerdings fraglich - weil der Star der Szene verletzt ist und der amtierende Champion zuletzt schwächelte. Obwohl die Vorzeichen alles andere als gut stehen, sind die deutschen Hoffnungsträger aber (noch) frohen Mutes.

Der Superstar fehlt, der Weltmeister schwächelt - die deutsche Ironman-Dominanz ist in akuter Gefahr! Wenn am Samstag auf Hawaii wieder der härteste aller "Eisenmänner" gesucht wird, könnte deshalb erstmals seit 2013 wieder ein anderer jubeln. Obwohl die Vorzeichen alles andere als gut stehen, sind die deutschen Hoffnungsträger aber (noch) frohen Mutes.

"Es hätte hier und da besser laufen können", gab Titelverteidiger Patrick Lange zwar mit Blick auf seinen bisherigen Saisonverlauf unverblümt zu. Aber der Ironman auf Hawaii, jene Tortur über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen, "das ist das, was zählt. Und ich bin sehr zuversichtlich."

Top-Favorit schaut nur zu

Das liegt auch daran, dass der absolute Top-Favorit zuschauen muss. Jan Frodeno, 2015 und 2016 in Kailua erfolgreich, kann die rund achtstündige Hitzeschlacht wegen einer Stressfraktur in der Hüfte nicht in Angriff nehmen. Der 37-Jährige, der Lange in diesem Jahr schon bei zwei direkten Duellen bezwungen hat, traut seinem Nachfolger jedoch ebenso den Triumph zu wie seinem Vorgänger Sebastian Kienle, der 2014 die deutsche Serie eingeleitet hatte. Frodeno sagte im ZDF:

"Ich denke, dass wir mit unseren beiden deutschen Protagonisten gut aufgestellt sind."

Und wahrscheinlich wären die Erfolgsaussichten sogar deutlich größer, wenn Lange (32) und Kienle (34) einen gemeinsamen Plan aushecken würden. Das Problem aber ist: Kienle gilt als grandioser Radfahrer, Lange ist wohl der beste Läufer - beide sind also zu verschieden, verbunden nur in der Verabscheuung der Renngestaltung des Rivalen.

Langes Taktik in der Kritik

Daraus machte vor allem Kienle, der sich kurzerhand zum Vorkämpfer für Gerechtigkeit aufschwang, vor dem wichtigsten Rennen der Saison keinen Hehl. "Lange hat in den vergangenen Jahren immer wieder Zeitstrafen wegen Windschattenfahrens bekommen", warf Kienle seinem Landsmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vor und ergänzte:

"Ich kann guten Gewissens behaupten, dass ich mit allen Profis gut auskomme. Nur Doper und Leute, die immer versuchen, die Regeln maximal zu dehnen, bilden da eine Ausnahme."

Auch Frodeno nahm Langes Taktik schon mehrfach wahr, er sei sogar "extrem genervt" davon, sagte er. Die Devise, auf dem Rad Kräfte zu schonen und beim abschließenden Marathon zu attackieren, wird der Gescholtene nur wegen der Kritik der Mitstreiter freilich nicht ändern. "Das ist aus der Luft gegriffen und völlig haltlos", entgegnete Lange, den an den Anfeindungen deshalb einzig und allein störte, "in einem Atemzug mit Dopern genannt zu werden."

"Kampf der Giganten"

Nicht zuletzt wegen dieser Nebenkriegsschauplätze könnte aus dem "Kampf der Giganten", wie das WM-Rennen vom Magazin Triathlon bezeichnet wurde, ein anderer als lachender Dritter hervorgehen. Der spanische Debütant Javier Gomez beispielsweise, der über die Kurzdistanz das Maß der Dinge war. Oder der Kanadier Lionel Sanders, der im Vorjahr bis kurz vor Schluss geführt hatte und letztlich Zweiter wurde.

"Meine Energie ist berauschend", antwortete Lange dennoch selbstbewusst auf die Frage nach der Verfassung. Ob es am Ende reichen wird?

"Auf der Strecke kann man die beste Antwort geben."
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