Triathlon

"Der war schon immer ein Penner": Frodeno schimpft über Konkurrenten nach Rempler

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Jan Frodeno

Fotocredit: Getty Images

VonEurosport
13/10/2019 Am 20:16 | Update 14/10/2019 Am 08:50

Jan Frodeno und Anne Haug haben mit ihrem Doppelsieg bei der Ironman-WM auf Hawaii Geschichte geschrieben. Während die Männer ohnehin schon seit Jahren dominieren, könnte nun auch bei den Frauen eine Erfolgsserie beginnen. Getrübt wurde Frodenos Freude über seinen dritten Ironman-Triumph lediglich durch einen Zwischenfall mit Konkurrent Alistair Brownlee bei seinem Sieger-Interview.

Ihren historischen Doppelschlag feierten Jan Frodeno und Anne Haug ohne Rücksicht auf Verluste. Mit dem Siegerkranz auf dem Kopf spritzten die beiden Ironman-Helden völlig hemmungslos den Champagner in die hawaiianische Mittagsluft, das Ausmaß ihrer Erfolge wurde dem Duo spätestens in diesem unbeschwerten Moment bewusst. "Einfach fantastisch" fühlte sich Haug nach dem ersten deutschen Zweifach-Triumph im Südsee-Paradies, Frodeno sprach vom "vielleicht schönsten Sieg" seiner Karriere.

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Der ausgelassene Jubel und die ansteckende Freude waren zweifellos berechtigt, schließlich sorgten der Superstar der Szene und die üblicherweise zurückhaltende Außenseiterin für den erfolgreichsten Tag der deutschen Triathlon-Geschichte. "Das war der Tag, den ich meine gesamte Karriere lang gesucht habe", sagte Frodeno, der bereits 2015 und 2016 gesiegt hatte, am "ARD"-Mikro - natürlich nicht nur wegen des unerwarteten Paukenschlags von Haug.

Haug: "Wollte es den Jungs nachmachen"

Mit einem perfekten Rennen hatte der 38-Jährige jene schwarz-rot-goldene Erfolgsserie fortgesetzt, die Haug inspiriert hatte. "Ich dachte, dass wir Frauen das sicherlich auch können, und wollte es den Jungs nachmachen", sagte sie im "ZDF". Frodenos Triumph besaß trotzdem noch eine andere Qualität.

Als erster Deutscher krönte er sich nämlich zum dreimaligen Weltmeister. Ganz nebenbei krallte sich der Kölner in 7:51:13 Stunden auch noch den Streckenrekord des entthronten Titelverteidigers Patrick Lange, dessen vorzeitiger K.o. wegen Schwindelgefühlen etwas in den Hintergrund rückte.

"Ich brauche verdammt viel Glück, um noch einmal in dieser Form am Start zu stehen", sagte Frodeno, der im Vorjahr noch verletzungsbedingt gefehlt hatte und in den Sozialen Medien sein Jubelbild deshalb mit den Worten kommentierte:

Noch immer da, nie gegangen!

Das wird der Kölner auch nach diesem "fantastischen Rennen" nicht tun - und das dürfte seine Konkurrenten ziemlich ernüchtern. "Jan war wieder in einer eigenen Welt. Ich habe keine Ahnung, wo er die Abkürzung genommen hat", würdigte der drittplatzierte Sebastian Kienle, der 2014 die deutsche Serie mit seinem Sieg eröffnet hatte. Der zuletzt zweimal erfolgreiche Lange gratulierte Frodeno zu einer "unglaublichen Leistung".

Frodeno euphorisch: "Gesamte Lauf war großartig"

Die lieferte über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen auch Haug ab. Vor allem im abschließenden Marathon glänzte die 36-Jährige, die im Vorjahr als Dritte schon ein vielversprechendes WM-Debüt hingelegt hatte. "Wie in Trance", sagte Haug, sei sie mit raumgreifenden Schritten über den Asphalt geflogen:

Der gesamte Lauf war großartig.

Haug bedankte sich bei ihrem Trainer Dan Lorang, der auch Frodeno betreut, und nannte bescheiden "viel Glück" als weiteren Garanten für den Coup. Ob die zuletzt viermal erfolgreiche Schweizerin Daniela Ryf in Bestform gegen Haug die Oberhand behalten hätte, sei allerdings dahingestellt.

Die Deutsche vollzog am Samstag nämlich den nächsten Schritt einer atemberaubenden Entwicklung. Schon mit dem deutschen Rekord beim Ironman in Dänemark Mitte August ließ Haug aufhorchen, weitere WM-Siege sind seit Samstag keine Utopie. Und verstecken kann sie sich nach einem Sieg mit der drittbesten Zeit, die jemals auf Hawaii erzielt wurde (8:40:10 Stunden), ohnehin nicht mehr.

Frodeno-Konkurrent Brownlee sorgt für Eklat

Getrübt wurde die Freude über den dritten Triumph Frodenos durch einen unnötigen Zwischenfall bei dessen Siegerinterview.

Während der frischgebackenene Champion in der "ARD" versucht, seine unglaubliche Leistung in Worte zu fassen, wird er hinterrücks von Konkurrent Alistair Brownlee angerempelt. Es handelte sich dabei jedoch keineswegs um einen freundschaftlichen Klaps des Briten.

Der "ARD-Reporter" fragte daraufhin beim 38-Jährigen nach: "Oh, das war Brownlee mit einem kleinen Body-Check. Verlieren kann er nicht?" Frodenos überdeutliche Antwort:

Nee, der war schon immer ein Penner. Naja, so ist das. Wir haben uns noch nie verstanden und werden uns wohl auch nie verstehen.

Gegenüber der "Bild" führte Frodeno im Nachgang aus:

Er hat sich danach bei mir entschuldigt, damit ist das für mich erledigt. Wir sind nun mal Konkurrenten, die manchmal vielleicht etwas zu verbissen sind. Aber Freunde werden wir sicher nicht mehr. Wir haben uns seit 2008 ja immer mal wieder beharkt.

Der 34-Jährige zählte wie Frodeno zum Favoritenkreis auf Hawaii, musste sich jedoch nach einer enttäuschenden Leistung mit Platz 21 und insgesamt fast 34 Minuten Rückstand auf den gebürtigen Kölner zufrieden geben.

(mit SID)

Highlights: So stürmen Frodeno und Haug zum Ironman-Doppelsieg

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