SID

Lungenkrebs, Prothese, Genickbruch: Die heimlichen Stars der Ironman-WM auf Hawaii

Lungenkrebs, Prothese, Genickbruch: Die heimlichen Stars der Ironman-WM
Von SID

13/10/2018 um 16:54

Lungenkrebs, Prothese, Genickbruch: Die heimlichen Stars der Ironman-WM auf Hawaii sorgen für die Geschichten hinter den Geschichten. Wir präsentieren Euch fünf Athleten, die unglaubliches geleistet haben.

Isabella de la Houssaye (54/USA):

Im ersten Moment dachte die Mutter von fünf Kindern noch, die Schmerzen wären normal - sie hatte schließlich gerade einen Ironman absolviert. Der 10. Januar allerdings veränderte ihr Leben schlagartig: Lungenkrebs, im vierten Stadium, bereits gestreut. Und obwohl die Behandlung einzig den Fortschritt der Krankheit stoppt, sie aber nicht besiegt, wird de la Houssaye am Samstag starten. "Es ist eine tolle Möglichkeit, ich erfülle mir meinen Traum", sagt sie.

Sarah Reinertsen (43/USA):

Die Kalifornierin wird leiden, sehr sogar. Als wäre die schier endlose Tortur nicht schon quälend genug, muss Reinertsen den Ironman mit einem gewaltigen Handicap meistern. "Ich freue mich dennoch. Hier bestreitet man die WM gemeinsam mit den Stars, und welcher Freizeit-Golfer darf schon mit Tiger Woods spielen", sagt Reinertsen, die seit dem siebten Lebensjahr auf eine Beinprothese angewiesen ist. Dass sie den Ironman dennoch überstehen wird, ist eigentlich sicher - 2005 hat sie es schließlich schon einmal geschafft.

Marcus Cook (46/USA):

Auf diesen einen Moment wird sich Cook besonders freuen. "Wenn 20.000 Leute sehen, wie mein fetter Bauch auf das Wasser klatscht", sagt er selbstironisch. Dabei ist Cook gar nicht mehr dick, oder besser gesagt, nicht mehr so dick. Vor drei Jahren wog der Texaner stolze 226 Kilogramm, mittlerweile nur noch die Hälfte. "In Kona", sagte der Sohn eines Pastors deshalb, "will ich den Leuten deshalb zeigen, dass alles möglich ist".

Tim Don (40/England):

Der Brite wusste unmittelbar nach der folgenschweren Kollision mit einem Transporter im Oktober des vergangenen Jahres, dass er wieder Wettkämpfe bestreiten wollte. Und deshalb gab es nur die eine Möglichkeit: Vier Titanschrauben tief in den Schädel, um den Genickbruch zu fixieren. "Der Arzt hatte mir versprochen, dass es qualvoll wird", sagte Don, der im Vorjahr als Mitfavorit an den Start gegangen wäre. Eine Siegchance hat er in diesem Jahr nicht, gewonnen hat er aber ohnehin schon.

Günther Scheibehenne (70/Deutschland):

Der ehemalige Lehrer ist noch lange nicht am Ziel, wie er im ZDF versicherte. "Ich will mit 100 Jahren beim Ironman antreten und dort den Löffel abgeben", sagte er vor dem Debüt auf Hawaii. Mit stolzen 70 Jahren wird er das feiern, Zweifel kennt er nicht. Warum auch? Scheibehenne hat bereits den Kilimandscharo erklommen und hält sich mit täglichem Training fit. "Ich erwarte, dass ich gut durchkomme und nicht Letzter werde", sagte er.

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