Zu Beginn sah alles nach einem Durchmarsch des Toyota #7 (Conway/Kobayashi/Lopez) und des Toyota #8 (Buemi/Nakajima/Hartley) aus. Doch schon im Laufe der zweiten Stunde der große Schock: Die #8 war in langsamer Fahrt unterwegs! Bei Toyota vermutete man nach einer ersten Analyse an der Box Probleme mit dem Benzindruck, die im Laufe des Rennens immer wieder auftauchten.
Toyota reagierte, indem man die Stintlängen der #8 verkürzte und sich das Problem erst im Nachgang genauer ansieht. Hinzu kamen bei der #8 auch noch Bremsprobleme, die zu einem weiteren, längeren Notstopp führten. Auch den Glickenhaus #708 (Derani/Menezes/Pla) ereilten relativ früh im Rennen Probleme.
So hatte die #7 ein Polster von rund 20 bis 30 Sekunden auf den Alpine #36 (Negrao/Lapierre/Vaxiviere) und den Glickenhaus #709 (Dumas/Mailleux/Westbrook), mit dem man in den letzten beiden Renndritteln haushalten konnte. Allerdings war die #7 auf sich alleine gestellt.
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Ziemlich genau zwei Stunden vor Schluss überschlugen sich dann die Ereignisse: Der führende Toyota #7 kam wie aus dem Nichts zum Stehen!

Führender Glickenhaus-Bolide muss in die Garage

Nach einem kurzen Reset ging es weiter, doch die Führung ging an den Glickenhaus #709. Das allerdings nur für zwei Runden, denn beim fälligen Stopp schob die Glickenhaus-Truppe das Fahrzeug zurück in die Garage! Ein weiterer, außerplanmäßiger Stopp der #7 spülte schließlich den Alpine an die Spitze.
Danach war es lange ein offenes Rennen. Der Alpine und der verbliebene Toyota waren auf einer ähnlichen Strategie unterwegs, und der Stint-Nachteil des "grandfathered" LMP1 kam diesmal erst ganz zum Schluss zum Tragen. Denn während Alpine noch einen vollwertigen Schlussboxenstopp absolvieren musste, reichte dem Toyota #7 ein kurzer Splash.
Die endgültige Entscheidung in diesem Zweikampf fiel rund eine halbe Stunde vor Schluss: Während der Alpine seinen Service unter Grün absolvieren musste, nutzte Toyota für den Splash eine späte Full-Course-Yellow, die Rennleiter Eduardo Freitas wegen Teilen auf der Strecke ausrief.

LMP2-Auto United-Autosports-Oreca #22 fährt auf Rang drei

Am Ende hatte der Toyota #7 einen auf dem Papier beruhigenden Vorsprung von rund einer Minute auf den Alpine #36. Drittbestes Hypercar im Ziel war der Glickenhaus #709, der am Ende hinter dem besten LMP2-Auto Gesamtrang vier belegte.
Das bedeutete im Umkehrschluss auch, dass der Sieger der LMP2-Klasse auf das Gesamtpodium klettern durfte. Diese Ehre wurde dem United-Autosports-Oreca #22 (Hanson/Scherer/Albuquerque) zuteil. Das Trio hatte das Geschehen in seiner Klasse zu jeder Zeit im Griff und durfte sich so folgerichtig über den zweiten LMP2-Saisonsieg für die #22 freuen.
Zweiter wurde, trotz eines zwischenzeitlichen Durchhängers, der WRT-Oreca #31 (Frijns/Habsburg/Milesi), gefolgt vom Nederland-Oreca #29 (van Eerd/Chatin/de Vries) und dem Inter-Europol-Oreca #34 (Smiechowski/van der Zande/Brundle). Letzterer war im Rennen in einige Zwischenfälle verwickelt.

Porsche und Ferrari liefern sich in der GTE-Pro ein heißes Duell

Das Duell in der GTE-Pro-Klasse lautete von Anfang an: Porsche #92 (Estre/Jani) gegen Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado). Das Duo umrundete die Traditionsstrecke in Monza fast die gesamte Renndistanz über nur durch wenige Sekunden getrennt. Teilweise kam es sogar zu heiß geführten Duellen inklusive Feindkontakt.
Letztlich schaffte es das Porsche-Duo Kevin Estre und Neel Jani aber irgendwie, den Ferrari von Alessandro Pier Guidi und James Calado hinter sich zu halten. Die Entscheidung fiel zwei Minuten vor Schluss, als der Ferrari noch einmal Sprit nachfassen musste. Dadurch trennten am letztlich 32 Sekunden die ersten beiden Fahrzeuge.
Die Schwesterautos #91 (Bruni/Lietz) und #52 (Serra/Molina) kämpften mindestens ebenso hart um den verbliebenen Platz auf dem Siegertreppchen. Auch dieser Zweikampf ging letztlich an das Porsche-Duo.

Ferrari-Team marschiert in der GTE-Am-Kategorie durch

In der GTE-Am-Kategorie bestimmte im ersten Renndrittel der TF-Sport-Aston-Martin #33 (Keating/Pereira/Fraga) das Geschehen. Ein Reifenschaden nach ziemlich genau zwei Stunden beendete die Siegträume der #33 jäh und sorgte zudem noch für eine Safety-Car-Phase, die einzige des Rennens.
Danach war der Durchmarsch des AF-Corse-Ferrari #83 (Perrodo/Nielsen/Rovera) nicht mehr zu verhindern. Von ganz hinten gestartet, ließ die #83 sämtliche GTE-Am-Konkurrenten hinter sich und holte sich den Sieg. Dahinter kämpften zwei Aston Martins bis zur letzten Runde um den zweiten Platz. Die #98 (Dalla Lana/Farfus/Gomes) setzte sich gegen die #777 (Hoshino/Fujii/Watson) von D'Station Racing durch.

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