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Gillette Stadium, Foxborough, Massachusetts
Sonntag, 14. Juni 2026 – 3:00 Uhr MESZ
Haiti und Schottland treffen beim FIFA Weltmeisterschaft 2026 zum ersten Mal in ihrer Geschichte aufeinander – als zweites Gruppenspiel der Gruppe C im Gillette Stadium in Foxborough, Massachusetts, mit Anpfiff am frühen Morgen des Sonntag, 14. Juni 2026, um 3:00 Uhr MESZ.
Beide Nationen kehren nach langer Abstinenz auf die Weltbühne zurück: Haiti erstmals seit 1974, eine Unterbrechung von 52 Jahren, während Schottland zum ersten Mal seit Frankreich 1998 dabei ist – und ausgerechnet in einer Gruppe mit Brasilien und Marokko landet, denselben Mannschaften, die das frühe Aus der Schotten damals besiegelten.
Vorschau: Haiti vs Schottland
Haiti, auf Platz 83 der FIFA-Weltrangliste, qualifizierte sich für das 48-Teams-Turnier mit einer starken CONCACAF-Kampagne: Sechs Siege und zwei Unentschieden in zehn Partien über zwei Gruppenrunden, mit 20 erzielten Toren und 13 Gegentoren.
Die Grenadiers setzten sich in der dritten Runde vor Honduras und Costa Rica durch und sicherten die Qualifikation im November 2025 mit aufeinanderfolgenden Siegen gegen Costa Rica (1:0) und Nicaragua (2:0).
Diese Leistung hat einen besonderen Hintergrund: Schwere Sicherheitsprobleme im Inland zwangen Haiti dazu, alle Heimspiele auf Curaçao auszutragen – rund 800 Kilometer vom eigenen Territorium entfernt -, während Nationaltrainer Sebastien Migné die Karibikinsel in seinen anderthalb Jahren als Cheftrainer noch nie besucht hat.
Duckens Nazon, mit 44 Toren in 82 Länderspielen Haitis Rekordtorschütze, führt den Angriff an; neben ihm soll Wilson Isidor stürmen, der Sunderland-Angreifer, der von Frankreichs Nachwuchsförderung zu Haiti wechselte und in vier Einsätzen bereits zwei Treffer erzielte.
Haitis letzte fünf Ergebnisse zeigen eine Mannschaft, die gegen schwächere Gegner überzeugen kann – das 4:0 gegen Neuseeland war ein deutliches Statement -, doch die Niederlagen gegen Tunesien (0:1) und Peru (1:2) verdeutlichen, wie groß der Schritt ist, den die Grenadiers am Sonntag unternehmen müssen.
Schottland, auf Platz 42 der Weltrangliste, reist mit zwei überzeugenden Vorbereitungssiegen zum Turnier: einem 4:1-Erfolg gegen dezimierte Curaçao in Hampden Park, bei dem Lawrence Shankland zweimal traf, gefolgt von einem 4:0-Kantersieg gegen Bolivien in New Jersey, wo Ché Adams ebenfalls doppelt und Scott McTominay einmal traf.
Die Qualifikationskampagne fand einen unvergesslichen Abschluss: Zwei Treffer in der Nachspielzeit durch Kieran Tierney und Kenny McLean – Letzterer traf aus dem Mittelkreis – sicherten einen 4:2-Comeback-Sieg gegen Dänemark und damit den Gruppensieg.
Steve Clarke, der zuletzt einen Vierjahresvertrag unterzeichnete, führte Schottland nun zu drei aufeinanderfolgenden großen Turnieren – EM 2020, EM 2024 und diese WM – als erster Nationaltrainer der Geschichte des Landes, dem dieses Kunststück gelang.
Scott McTominay steht im Mittelpunkt von Schottlands produktivster internationaler Phase seit einer Generation: Der Napoli-Profi erzielte 15 Tore in 70 Länderspielen, während Aston Villas John McGinn mit 20 Treffern in 86 Einsätzen Kreativität und Erfahrung ins Mittelfeld einbringt.
Die Tartan Army hofft darauf, endlich den hartnäckigsten Fluch im britischen Fußball zu brechen: Bei allen 12 bisherigen Turnierteilnahmen – acht Weltmeisterschaften und vier Europameisterschaften – schied Schottland in der Vorrunde aus.
Teamaufstellungen: Haiti vs Schottland
Haiti
Haiti reist bis auf den verletzungsbedingten Ausfall von Leverton Pierre ohne weitere Sorgen an – Migné hat ansonsten den gesamten Kader zur Verfügung.
Torhüter und Kapitän Johny Placide, mit 38 Jahren der älteste und mit 82 Länderspielen der erfahrenste Spieler im Kader, führt die Mannschaft an, beschützt von einer Abwehrkette bestehend aus Carlens Arcus, Ricardo Adé, Hannes Delcroix und Martin Expérience.
Jean-Ricner Bellegarde von den Wolverhampton Wanderers ist die kreative Schaltzentrale im Mittelfeld – er war zuvor in französischen Nachwuchsmannschaften aktiv -, während Danley Jean Jacques nach dem Ausfall von Leverton Pierre voraussichtlich auf der zentralen Mittelfeldposition starten wird.
Migné dürfte dieselbe 4-4-2-Formation einsetzen, die zuletzt in den Vorbereitungsspielen gegen Neuseeland und Peru zum Einsatz kam, mit Wilson Isidor und Duckens Nazon als Sturmduo, flankiert von Josué Casimir und Ruben Providence auf den Außenbahnen.
Schottland
Billy Gilmour, eine tragende Säule im Mittelfeld während der Qualifikation, wurde nach einer Knieverletzung aus dem Testspiel gegen Curaçao am 30. Mai aus dem WM-Kader gestrichen.
Tyler Fletcher, der 19-jährige Manchester-United-Mittelfeldspieler und Sohn des ehemaligen schottischen Kapitäns Darren Fletcher, wurde als Ersatz nachnominiert und steht Clarke im zentralen Mittelfeld als Option zur Verfügung.
McTominay ist das größte Fragezeichen: Der Napoli-Profi fehlte im schottischen Trainingslager in Charlotte wegen Magenproblemen und reiste nicht mit dem Mannschaftsbus zum Teamhotel nach Boston; ein Arzt begleitet ihn vorsorglich, während Clarke eine Ausbreitung auf den Kader verhindern möchte.
Scott McKenna ist nach dem Verpassen einer Trainingseinheit ebenfalls fraglich, während Ché Adams vollständig fit ist und nach seiner starken Turnierform – zwei Treffer gegen Bolivien – als sicherer Starter gilt.
Clarke muss außerdem eine Torwartentscheidung treffen: Angus Gunn von Nottingham Forest ist der voraussichtliche Starter vor dem 43-jährigen Craig Gordon, dem erfahrensten Torhüter im schottischen Kader; Gunn dürfte den Vorzug erhalten.
Voraussichtliche Aufstellungen bei Haiti vs Schottland
Haiti voraussichtliche Aufstellung (4-4-2): Placide; Arcus, Adé, Delcroix, Expérience; Casimir, Bellegarde, Jean Jacques, Providence; Isidor, Nazon.
Schottland voraussichtliche Aufstellung (4-2-3-1): Gunn; Hickey, Souttar, McKenna, Robertson; Christie, Ferguson; Gannon-Doak, McTominay, McGinn; Adams. Sollte McTominay nicht fit sein, ist Tyler Fletcher als zentraler Mittelfeldspieler die wahrscheinlichste Option.
Direktvergleich: Haiti vs Schottland
Das Sonntagsspiel ist die allererste Begegnung zwischen Haiti und Schottland in der Geschichte beider Länder – weder in einem Pflichtspiel noch in einem Freundschaftsspiel haben die beiden Nationen bisher gegeneinander gespielt.
Haiti war zuvor erst bei einer Weltmeisterschaft vertreten – 1974 in Westdeutschland, wo die Grenadiers die Vorrunde ohne Punkte beendeten -, während Schottland bei ihrer neunten WM-Teilnahme jedes Mal in der Gruppenphase ausschied, zuletzt 1998 in Frankreich durch Niederlagen gegen Brasilien und Marokko.
Das Fehlen eines gemeinsamen Referenzrahmens bedeutet, dass keine der beiden Mannschaften einen psychologischen Vorteil aus früheren Duellen ziehen kann; die einzigen verfügbaren Maßstäbe sind aktuelle Form, Weltrangliste und taktisches Profil – alle drei sprechen für Schottland.
Haitis Qualifikationsweg bewies jedoch, dass die Grenadiers in der Lage sind, schwierigere Aufgaben zu meistern, als ihre Position auf der Weltrangliste vermuten lässt – was den Ausgang am frühen Sonntagmorgen weniger vorhersehbar macht, als es auf dem Papier erscheinen mag.
Unsere Haiti vs Schottland Prognose und Wett-Tipps
Weitere WM-Wettquoten und Analysen zu allen Gruppenspielen gibt es in der Wettsektion von Eurosport Deutschland.
- Der Markt sieht eine Wahrscheinlichkeit von rund 63 Prozent für einen schottischen Sieg, verglichen mit 22 Prozent für ein Unentschieden und 17 Prozent für einen Haiti-Sieg
- Kein Tor für Haiti gilt als wahrscheinlichstes Szenario auf den Tormärkten – nur zwei Treffer in drei Freundschaftsspielen gegen Nicht-CONCACAF-Teams untermauern diese Einschätzung
- Unter 2,5 Tore hat eine Marktimplizierung von über 50 Prozent, was den Markt attraktiv macht
- Schottlands zwei jüngste Niederlagen – 0:1 gegen Japan und 0:1 gegen die Elfenbeinküste – endeten beide mit einem einzigen Tor und bestätigen das Muster enger, defensiver Partien
- Haiti erzielen im Schnitt 0,67 Tore pro Spiel gegen Teams außerhalb der CONCACAF – ein Wert, der gegen Schottlands Defensivorganisation noch schwerer zu übertreffen sein wird