Nachdem die alpinen Skirennfahrer bereits Mitte Oktober in ihre Saison gestartet waren, stehen am Wochenende die ersten Wettkämpfe für die Skispringer und Bobfahrer an. In der nächsten Woche folgen die Biathleten und Kombinierer - der Überblick in alphabetischer Reihenfolge:

BIATHLON: Aus sechs mach drei: Die ersten sechs Weltcups werden auf Kontiolahti, Hochfilzen und Oberhof konzentriert. Östersund, Annecy-Le Grand Bornand und Ruhpolding strich die Internationale Biathlon-Union (IBU) aus dem Kalender. "Die Sicherheit der Sportler hat für uns Priorität", sagt IBU-Präsident Olle Dahlin vor dem Auftakt in Finnland am 28. November. Die Minimierung der Reisetätigkeit gehöre dabei "zu den effektivsten Maßnahmen", um das Infektionsrisiko zu verkleinern. Fans werden bei den Events zunächst nicht dabei sein, auch nicht in Oberhof. Die WM in Pokljuka (10. bis 21. Februar) soll nach jetzigem Stand wie geplant stattfinden.

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02/11/2020 AM 09:00

BOB: Im lettischen Sigulda gehen die Piloten am Wochenende erstmals in die Rinne. Vorfahrer Francesco Friedrich und seine Kollegen wollen Corona trotzen und im Weltcupwinter einen Blitzstart hinlegen. Die Überseerennen wurden wegen der Pandemie gestrichen, die Anzahl von acht Weltcups aber blieb. Sieben davon finden in Europa statt, einzige Ausnahme ist (noch) das Weltcup-Finale am 13. und 14. März auf der Olympiabahn von Peking 2022. Auch die WM wurde von Lake Placid verlegt und findet nun vom 1. bis 14. Februar in Altenberg statt, der Hausbahn von Friedrich.

CURLING: Das Taktikspiel mit den Steinen aus Granit leidet sehr unter der Corona-Pandemie. Der Sport ruht, die ab kommendem Wochenende geplante EM in Finnland wurde abgesagt. Für die beiden Weltmeisterschaften gilt dies noch nicht, auf dem Terminkalender des Weltverbandes WCF stehen die Frauen (20. bis 28. Februar in Schaffhausen/Schweiz) ebenso noch wie die Männer (3. bis 11. April in Ottawa).

EISHOCKEY: Die von 56 auf 38 Spiele verkürzte DEL-Saison startet nach zwei Verschiebungen am 17. Dezember. Lange war dies unklar, erst am Mittwoch gaben die Kölner Haie als 14. und letztes Team ihre Startzusage. Gespielt wird wegen der Pandemie vorerst ohne Zuschauer und in einem neuen Modus. Die Liga wird in zwei regionale Gruppen eingeteilt, es folgen Play-offs. Offene Fragen gibt es noch bezüglich der WM (21. Mai bis 6. Juni): Ob Belarus neben Lettland Co-Gastgeber bleibt, ist wegen der anhaltenden politischen Unruhen und des laschen Umgangs mit der Corona-Pandemie fraglich. Die Entscheidung wird in Kürze erwartet.

EISKUNSTLAUF: Die traditionelle Grand-Prix-Serie wird in abgespeckter Form abgewickelt. Die Wettbewerbe in Kanada und Frankreich wurden abgesagt, der Saisonstart fand in den USA statt. In Russland und Japan wird noch gelaufen, allerdings nur mit heimischen Startern und Athleten, die dauerhaft im jeweiligen Austragungsland trainieren. EM (27. bis 30. Januar in Zagreb) und WM (24. bis 27. März in Stockholm) sollen - in welcher Form auch immer - stattfinden.

EISSCHNELLLAUF: Eigentlich hätten die Kufenflitzer am vergangenen Wochenende in die Weltcup-Saison starten sollen, daraus wurde nichts. Die vier Weltcups bis Jahresende wurden abgesagt. Auch die WM Ende Februar 2021 und weitere in Peking geplante vorolympische Testwettbewerbe finden nicht statt. Um eine Woche verschoben wurde die EM im niederländischen Heerenveen (16. und 17. Januar). Der Weltverband ISU plant, dort im Anschluss zwei Weltcups zu veranstalten. Die Gesundheit der Beteiligten soll mit dem Konzept einer "Blase" sichergestellt werden.

NORDISCHE KOMBINATION: Mit einem Dreierpack im finnischen Ruka beginnen die Kombinierer am 27. November ihre Weltcupsaison. Insgesamt stehen Wettbewerbe an neun Wochenenden im Kalender, am Freitag wurde der Weltcup in Otepää/Estland wegen Corona abgesagt. Bis auf die olympischen Testwettkämpfe Mitte Februar in Peking werden alle Wettbewerbe in Europa ausgetragen. Heimspiele für die deutschen Asse um Eric Frenzel gibt es in Klingenthal (5. bis 7. Februar) und Schonach zum Abschluss (19. bis 21. März). Vor eigenem Publikum geht es auch um WM-Medaillen, vom 22. Februar bis 7. März in Oberstdorf. Für die Frauen, die in diesem Jahr ihre Weltcup-Premiere feiern, ist aufgrund von Absagen vor ihrem WM-Debüt bei den Titelkämpfen vom 22. Februar bis 7. März Stand jetzt kein Wettkampf mehr vorgesehen.

RODELN: Corona machts möglich: Wegen der Pandemie hatte sich der Weltverband FIL im September entschieden, die Weltmeisterschaften vom kanadischen Whistler nach Berchtesgaden zu verlegen. Auf der Bahn am Königssee werden vom 29. bis 31. Januar die Weltmeister gekürt. Die Planungen laufen angesichts hoher Corona-Inzidenzzahlen auf Hochtouren. Geplant ist derzeit eine WM ohne Zuschauer. Start in den Weltcup ist am 28./29. November in Innsbruck-Igls. Den Abschluss bilden die olympischen Testfahrten in Peking (20./21. Februar).

SHORTTRACK: Die Shorttracker kommen derzeit noch nicht zum Zug. Die Weltcups wurden reihenweise abgesagt. Geplant ist eine Europameisterschaft in Danzig (22. bis 24. Januar). Nicht gestrichen sind bislang die beiden Weltcups in Deutschland, die Weltelite könnte in Bietigheim-Bissingen (19. bis 21. Februar) und Dresden (26. bis 28. Februar) starten. Möglich sind auch die Weltmeisterschaften in Rotterdam (12. bis 14. März).

SKI ALPIN: Die alpinen Skirennläufer haben bereits mit ihrem Weltcup begonnen, Mitte Oktober in Sölden. Am Wochenende geht es im finnischen Levi trotz ungewohnt hoher Herbst-Temperaturen mit zwei Frauenrennen weiter. Über allem schweben im deutschen Lager in der Coronakrise die Sorgen um die Sportart. Den Alpinen fehlen Trainingsmöglichkeiten - eine ganze Nachwuchsgeneration droht wegzubrechen. Auch der für den 8. bis 21. Februar geplanten WM in Cortina d'Ampezzo droht Ungemach. Es ist nicht gesichert, dass der Austragungsort wegen Corona gehalten werden kann. Aber noch steht er im Kalender der FIS.

SKI FREESTYLE: Der Weltcup der Slopestyler startet am Wochenende im Stubaital, Anfang Dezember folgen im finnischen Ruka die Artisten der Buckelpiste und im Springen (Aerials), den Abschluss bilden die Skicrosser 9. bis 11. Dezember in Montafon. Lediglich die Crosser machen Station in Deutschland, vom 29. bis 31. Januar sollen sie in Feldberg an den Start gehen. Die WM als Saison-Highlight für alle Sparten findet in China statt, in Zhangjiakou geht es vom 18. bis 28. Februar um Medaillen.

SKILANGLAUF: Erst Ende November gehen die deutschen Skilangläufer erstmals in die Weltcup-Loipe, auf dem Programm stehen Rennen im finnischen Ruka. Der geplante folgende Weltcup in Lillehammer wurde wegen Corona bereits abgesagt. Einzige deutsche Station ist der Sprint-Weltcup am Wochenende vor Weihnachten am Elbufer in Dresden. Die Tour de Ski startet am Neujahrstag, das Weltcupfinale bilden die olympischen Testrennen in Peking vom 19. bis 21. März. Saison-Highlight ist gerade für die DSV-Läufer die Heim-WM in Oberstdorf (22. Februar bis 7. März).

SKISPRINGEN: Am Samstag findet für Markus Eisenbichler und Co. im polnischen Wisla der Weltcup-Auftakt statt. Wegen Corona wurden Wettbewerbe in Japan bereits gestrichen, den Olympiatests in Peking droht das gleiche Schicksal. Weltcups finden nur dann statt, wenn mindestens sieben der besten zehn Nationen anreisen können, ohne vor- oder nachher in Quarantäne zu müssen. Der Super-Winter hält drei Highlights bereit: Die Skiflug-WM in Planica (11. bis 13. Dezember), die Vierschanzentournee über den Jahreswechsel und die Heim-WM vom 22. Februar bis 7. März in Oberstdorf.

SNOWBOARD: Bis zum 12. Dezember muss Gesamtweltcupsiegerin Ramona Hofmeister warten, dann geht es für die 24-Jährige in Cortina d'Ampezzo auf der Piste erstmals um Weltcuppunkte. Am gleichen Wochenende steigen auch die Crosser in Montafon/Österreich ein. Eine Woche später sind die Halfpipe- und Big-Air-Künstler in Copper Mountain/USA erstmals dran. Für alle ist das Highlight gleich: die WM in Zhangjiakou/China (18. bis 28. Februar).

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(SID)

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