Der vierte Rang ging überraschend an Mehdi Bennani (Proteam).
Pech dagegen für das Lada-Team: James Thompson und der neue Lada Granta fuhren zunächst gut im Feld mit und lagen schon an elfter Stelle, ehe das russische Fahrzeug rapide an Tempo verlor und letztendlich wieder an der Box vorstellig wurde. Dort stellte Thompson sein Auto ab - kein Happyend im ersten WTCC-Renneinsatz seit 2009. Auch die beiden Ford-Piloten verpassten die Punkteränge.
Die deutschen Teams erwischten ebenfalls keinen guten Auftakt in den Rennsonntag auf dem 4,3 Kilometer langen Hungaroring: Franz Engstler (Engstler) und Stefano D'Aste (Wiechers) gerieten bereits im Tumult der ersten Kurve aneinander und wurden schließlich nur auf den Positionen 19 und 17 gewertet. Die Ungarn Norbert Michelisz (Zengö) und Gabor Weber (Zengö) punkteten indes beide.
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DIE BÄCKMAN-GESCHWISTER BETREIBEN CARSHARING
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Chevrolet lässt gar nichts anbrennen
Doch der Reihe nach: Schon beim fliegenden Start ging es sehr turbulent zur Sache, denn die vorn liegenden Fahrer kamen nicht am besten Weg. Gabriele Tarquini (Lukoil) und Michelisz übten sofort Druck auf die Führenden aus, was in Kurve eins zu mehreren separaten Kollisionen führt: Tarquini krachte in Huff, Michelisz in Menu und auch Darryl O'Young (Special Tuning) musste einstecken.
Am Ausgang der ersten Ecke kam es dann auch noch zu einer Berührung zwischen Engstler und D'Aste, wobei beide Piloten an Boden verloren. Engstler bog danach sogar ab an die Box, konnte später aber noch einmal weiterfahren. Und als sich der Staub gelichtet hatte, tauchte überraschend Thompson im Lada auf Platz elf auf - direkt vor Michelisz, der bis ins Mittelfeld zurückgefallen war.
Auch Menu hatte Positionen eingebüßt, doch der Chevrolet-Pilot machte kurzen Prozess mit Bennani und Tiago Monteiro (Tuenti), die kurzzeitig an ihm vorbeigezogen waren. Danach versuchte Menu über viele Runden hinweg, seinen Teamkollegen Huff in einen Fehler zu treiben. Mehrfach schaffte es der Schweizer, sich in eine Angriffsposition zu manövrieren, doch Überholen war nicht drin für ihn.
Michelisz mit Aufholjagd
Während die Reihenfolge an der Spitze als bestehen blieb - Muller zog ganz vorn ohnehin gleich leicht davon -, tat sich direkt dahinter so einiges: Michelisz startete eine sehenswerte Aufholjagd und fuhr - angepeitscht von seinen zahlreichen Fans auf den Tribünen - schon in Runde zwei an James Nash (Aon) und Alex MacDowall (Bamboo) heran. Prompt entwickelte sich ein aufregender Dreikampf.
Nach wenigen Umläufen hatte Michelisz seine Gegner beide niedergerungen, doch der nächste BMW-Pilot stand dahinter schon in seinen Startlöchern: Tom Coronel (ROAL) hatte sich von Startplatz 21 (!) binnen weniger Augenblicke in die Top 10 vorgearbeitet und rauschte im Windschatten von Michelisz weiter nach vorn. In Runde fünf kassierte er Nash und MacDowall ebenfalls in Kurve eins ein.
Michelisz hing zu diesem Zeitpunkt schon im Getriebe von Pepe Oriola (Tuenti), an dem er sich zunächst die Zähne ausbiss. Erst in Runde elf gelang es dem ungarischen Lokalmatadoren, seinen spanischen Rivalen in einen Fehler zu locken. Michelisz stach in die in der ersten Kurve aufgehende Lücke und war vorbei. Der Jubel auf den Rängen war groß, verstummte aber kurz darauf jäh.
Bennani ist bester Chevrolet-Verfolger
Der Grund dafür war Coronel, denn auch der Niederländer schloss zu Oriola auf und ging ohne großes Federlesen am jüngsten WTCC-Piloten im Starterfeld vorbei. Im hinteren Streckenteil setzte sich Coronel dann mutig neben Michelisz, drückte seinen BMW-Markenkollegen über den Randstein und überholte - und das in der letzten Runde! Damit waren die vorderen Positionen besiegelt.
Ganz vorn hatte sich nicht sehr viel getan. Menu war zwar stets bemüht, Huff um dessen Rang zu erleichtern, scheiterte aber wiederholt und gab sich schließlich mit Rang drei zufrieden. Muller lag eh nicht in Reichweite der Verfolger und wurde folgerichtig als souveräner Laufsieger abgewinkt. Das Chevrolet-Trio raste nach zwölf Runden mit über zehn Sekunden Vorsprung auf den Rest ins Ziel.
Dahinter folgte Bennani als bester Privatfahrer auf Platz vier. Besser war der Afrikaner bisher noch nie. Monteiro fuhr als solider Fünfter über die Linie, Coronel und Michelisz folgten vor Oriola, MacDowall und Weber, der als Zehnter den letzten WM-Punkt abstaubte. Punktelos blieben Nash auf Position elf und Pasquale di Sabatino (Bamboo) Zwölfter. Auch Tom Chilton (Aon/15.) ging leer aus.
TV-Tipp:
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