Doch fast wäre dies missglückt: In Q1 hatte der Brite erst in letzter Sekunde das Top-10-Ticket gelöst.
Die Uhren waren bereits abgelaufen, als Huff ein letztes Mal über die Ziellinie kam und sich vom Mittefeld auf die "sichere" neunte Position nach vorne schob. Was für ein Zufall - damit steht der aktuelle Gesamtführende nämlich im zweiten Rennen in der ersten Startreihe. Dass er wenig später in Q2 die Pole-Position erobern konnte, dürfte den Samstag des britischen Rennfahrers komplettiert haben.
Einen starken Auftritt legten zudem Norbert Michelisz (Zengö) und Darryl O'Young (Bamboo) auf den italienischen Asphalt in Monza: Michelisz klassierte sich bei seinem erst zweiten Auftritt im neuen BMW 320 TC auf dem herausragenden vierten Rang und holte damit seinen bisher besten Startplatz. Gleiches gilt für O'Young, der ebenfalls beim zweiten Einsatz im Chevrolet Cruze auf Rang sechs fuhr.
Monza
Muller führt Chevrolet-Quartett an
14/05/2011 AM 10:27
Q1: Markenkollegen unter sich...
Begonnen hatte die Qualifikation allerdings recht statisch und ohne größere Zwischenfälle, sieht man von einzelnen Verbremsern vor Kurve eins und kleineren Ausritten in die Grünanlagen von Monza ab. Die ersten Runden der 20-minütigen Session waren aber ohnehin nicht relevant für den Ausgang der Session, denn erst nach und nach gingen die Teams in klassischer Monza-Strategie auf die Strecke.
Tom Coronel (ROAL) hatte die Richtzeit bereits auf 1:59.907 Minuten gedrückt, als Chevrolet erstmals in Windschatten-Formation aus der Box fuhr und mit allen drei Werksfahrern und Bamboo-Pilot O'Young ein Quartett bildete. Kurz darauf zogen die SEAT-Mannschaften nach und schickten ihre sechs Fahrzeuge ebenfalls en bloc hinaus. Die Spannung in Q1 näherte sich ihrem Höhepunkt.
Waren die ersten Runden noch betont zaghaft, wurde es langsam aber sicher kritisch, weil in Q1 nicht unbedingt Vollgas gefragt ist, sondern taktisches Kalkül. Platz eins in Sessions eins ergibt schließlich den zehnten Startplatz im zweiten Rennen - Bestzeit zu fahren ist also nicht optimal. Entsprechend viel zockten die Topteams, wobei Huff als Einziger zunächst das Ziel - Platz zehn - klar verfehlte.
Coronel vor Michelisz und Poulsen
Ein letzter Versuch brachte den britischen WM-Spitzenreiter noch in die Top 10, womit Javier Villa (Proteam) die große Sensation und Rang zehn verpasste: Der spanische WTCC-Neuling rutschte auf die elfte Position und Tiago Monteiro (Sunred) übernahm den so wichtigen zehnten Rang. Kurios: In Curitiba und Zolder hatte Monteiro in Q1 jeweils Platz eins belegt, dieses Mal klappte es besser.
Weil eine große Zeitenjagd ausblieb, behielt Coronel die Bestzeit im ersten Abschnitt und setzte sich mit 0,054 Sekunden gegen Michelisz und mit 0,098 Sekunden gegen Kristian Poulsen (Engstler) durch. O'Young erreichte 0,123 Sekunden hinter Coronel das Ziel, Alain Menu (Chevrolet) wurde bei 0,372 Sekunden Abstand Fünfter vor Mehdi Bennani (Proteam/+ 0,380) in einem weiteren BMW 320 TC.
Yvan Muller (Chevrolet/+ 0,475), Gabriele Tarquini (Lukoil-Sunred/+0,604), Huff und Monteiro rundeten die Top 10 aus dem ersten Durchgang ab. Villa (+ 0,896) und sein spanischer Landsmann, der erst 16-jährige Pepe Oriola (Sunred/+ 0,954), folgten auf den Plätzen. Franz Engstler (Engstler) wurde knapp eine Sekunde hinter der Spitze als 13. abgewinkt, Robert Dahlgren (Polestar) wurde 16.
Die weiteren deutschsprachigen Piloten im Starterfeld der WTCC fanden sich ebenfalls im Hinterfeld wieder. Fredy Barth (SEAT-Swiss) klassierte sich mit 2,1 Sekunden Rückstand auf Position 17 hinter Volvo-Fahrer Dahlgren - nur ein Tausendstel vor Aleksei Dudukalo (Lukoil-Sunred) - und sein schweizer Landsmann Urs Sonderegger (Wiechers) holte sich in seinem zweiten Qualifying Rang 20.
Q2: Chevrolet macht die Dreifach-Pole perfekt
Zu Beginn des zehnminütigen Top-10-Finales lag der Fokus der Beteiligten einmal mehr voll und ganz auf dem Windschatten-Fahren - und keiner wollte die Führungsarbeit im Pulk übernehmen. Auf den ersten Metern sortierte man sich aber fast geschlossen hinter Huff ein, der anfangs die Lokomotive spielte und sowohl seine Teamkollegen als auch den Rest des Feldes hinter sich um den Kurs zog.
Nicht jeder kam mit: Coronel leistete sich einen Fehler in der Variante della Roggia, Michelisz ließ zu viel Abstand nach vorne und Tarquini kam nach einem Ausrutscher in der Parabolica nicht wirklich auf Touren. Bennani drehte sich nach der zweiten Schikane um seine eigene Achse und Michelisz wirbelte ausgangs der Ascari-Passage viel Staub auf - und Chevrolet flog ungestört vorneweg.
Nacheinander "zogen" sich die drei Cruze-Piloten um den 5,793 Kilometer langen Kurs im Königlichen Park und setzten sich nach und nach auf die Spitzenplätze. Muller hatte in 1:59.131 Minuten den ersten Volltreffer gelandet, doch Huff münzte seinen Windschatten-Anlauf etwas besser um und ging in 1:59.034 Minuten vorbei in Führung. Menu verpasste beide Werte, ordnete sich aber als Dritter ein.
Der Schweizer wäre aber beinahe noch von Michelisz kassiert worden, der sich am Ende nur 0,025 Sekunden hinter Menu auf Rang vier einreihte. Monteiro war als Fünfter bester SEAT-Pilot, O'Young erreichte Platz sechs vor Poulsen, Coronel, Bennani und dem glücklosen Tarquini. Dem Italiener fehlten bei seinem Heimspiel in Monza letztendlich satte zwei Sekunden auf die Pole-Position.
TV-Tipp:
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