WTCC-Superstar Sebastien Loeb (Citroen) fuhr eine herbe Klatsche ein: Er büßte 0,575 Sekunden auf Lopez ein, sicherte sich damit aber den zweiten Platz in der Startaufstellung. "Ich habe ein paar Fehler gemacht. Das reicht schon. Denn Pechito hat wieder einmal eine klasse Leistung gezeigt. Aber Platz zwei ist in Ordnung. Damit bin ich zufrieden", sagt Loeb, der im Top-5-Finale vor Hugo Valente (Campos-Chevrolet), Norbert Michelisz (Zengö-Honda) und Gabriele Tarquini (Honda) blieb.
Lopez strahlt indes wieder einmal über das gesamte Gesicht: "Alles kam zusammen. Ich wusste, ich konnte es in eine Runde packen. Ich musste nur die Ruhe bewahren, weil Yvan nicht in Q3 dabei war. Es war eine gute Möglichkeit für mich, die ich nutzen musste. Deshalb bin ich zufrieden. Vor allem, wo es sich hier um einen für uns neuen Stadtkurs handelt. Doch in den Rennen kann alles passieren. Ich bin zwar zuversichtlich, aber wir werden sehen."
WTCR
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Auf den weiteren Top-10-Plätzen landeten Tiago Monteiro (Honda), Nick Catsburg (Lada), Jaap van Lagen (Lada), Muller (Citroen) und Qing-Hua Ma (Citroen). Mehdi Bennani (SLR-Citroen) und Nestor Girolami (Nika-Honda) kamen nach Unfällen in Q2 nicht über die Positionen elf und zwölf hinaus.
Das turbulente Qualifying in der Chronologie
In Q1 hatte sich Lopez mit der bis dato schnellsten Runde des Wochenendes durchgesetzt. Er brauchte 1:59.393 Minuten für seinen besten Versuch und blieb damit knapp vor Loeb, der ebenfalls den Sprung unter die 120-Sekunden-Marke schaffte. Michelisz war als Dritter bester Honda-Fahrer. Van Lagen und Catsburg sicherten sich für Lada auf den Positionen zehn und elf das Weiterkommen, Ex-Champion Rob Huff (Lada) schied dagegen als 13. aus. "Da ist einiges schiefgelaufen", erklärt Huff. "Das ist ärgerlich, aber so ist es halt manchmal."
Nichts drin war für die Chevrolet-Piloten. "Wir hatten es schon geahnt", meint Tom Chilton (ROAL-Chevrolet/16.). Zumindest Tom Coronel (ROAL-Chevrolet/15.) hatte sich mehr ausgerechnet, lief aber in seiner schnellsten Runde auf Ma auf. Hinterher fand er deutliche Worte: "Ich esse jetzt kein Chinesisch mehr. Er hat meine Runde kaputtgemacht. Er sollte disqualifiziert werden. Aufgrund dieses chinesischen Verrückten stehen wir im Nirgendwo." Ma hatte zuvor übrigens schon Tarquini blockiert, wobei es sogar zu einer kleinen Berührung gekommen war.
Citroen-Teamchef Yves Matton zeigt sich aber unbeeindruckt: "Auf Stadtkursen ist es halt eng, da ist dergleichen nicht so einfach. Ich sehe jedenfalls keinen Grund, weshalb es da eine Untersuchung (gegen Ma; Anm. d. Red.) geben sollte." Coronels Aussagen empfinde er als "nicht ganz fair" und merkt an: "Man muss sich ja nur die Ergebnisse der Chevrolets anschauen. Ich denke nicht, dass Tom in die Top 10 gefahren wäre."
Gleich zweimal rote Flaggen
Ein Zwischenfall um Muller hatte indes nach 15 Minuten eine kurze Unterbrechung von Q1 verursacht: Der WTCC-Rekordchampion fuhr aus der Boxengasse, obwohl vorn am Auto noch ein Kühlgerät angebracht war. Beim ersten Bremsmanöver fiel das Element ab, doch aus Sicherheitsgründen ließ die Rennleitung rote Flaggen zeigen. Eine Rotphase gab es auch kurz nach dem Beginn von Q2: Nestor Girolami (Nika-Honda) rollte aus. "Wir glauben, es war ein Reifenschaden. Mehr wissen wir noch nicht", meint Teamchef Nicklas Karlsson. "Aber Nestor ist okay, kein Problem."
Es verblieben elf Minuten auf der Uhr in Q2. Und Lopez legte in 1:59.179 Minuten gleich eine neue Bestzeit vor. Und es blieb turbulent: Bennani schlug hinten rechts an den Leitplanken an und fing sich einen Reifenschaden und Beschädigungen am Auto ein, sodass er an der Box aufgeben musste.
Doch dann wurde es wirklich wild: Weil Girolami und Bennani nicht mehr weitermachen konnten und noch keine Rundenzeiten gefahren waren, begann das Zocken um Platz zehn und damit die Pole-Position im zweiten Rennen. Der glückliche "Sieger": Ma. Seine "schnelle" Runde von 3:17.063 Minuten war langsamer als die Schleichfahrt von Muller, der 2:39.871 Minuten gebraucht hatte - und bei diesem Versuch gefährlich im Weg stand, als die Honda-Werkspiloten im richtigen Tempo an ihm vorbeirauschten. Er habe aber nicht absichtlich verlangsamt, sagt Muller über den Ausgang von Q2. "Wir hatten ein Problem, schon seit Qualifying-Beginn. Ich war ständig voll am Gas." Seine Rundenzeit in Q2 sagt etwas anderes...
Lopez mit Nervenstärke im Showdown
Lopez fuhr indes am Limit und blieb auch an der Spitze. Loeb holte Rang zwei vor Tarquini, Michelisz und Valente, die als Top-5-Fahrer allesamt in Q3 einzogen. Monteiro, Catsburg, van Lagen, Muller und Ma belegten die restlichen Top-10-Plätze vor Bennani und Girolami.
In Q3 musste Valente als Erster ran und fuhr in 1:59.333 Minuten mit ordentlich Tempo auf die provisorische Pole-Position. Michelisz scheiterte um fast sieben Zehntel an dieser Marke, auch Tarquini kam nach einem Fahrfehler in der ersten Schikane nicht an diese Rundenzeit heran. Loeb hingegen unterbot Valentes Marke mit 1:59.090 Minuten um mehr als zwei Zehntel, dann kam Lopez für den letzten "Schuss". Der Weltmeister enttäuschte nicht: 1:58.515 Minuten, eine halbe Sekunde schneller als Loeb - Pole-Position bei der Premiere in Vila Real.
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