Verliert Lopez dort nicht mehr als zwei Punkte auf seinen Teamkollegen, ist ihm der zweite Titel in Folge nicht mehr zu nehmen.
Im dritten Abschnitt der Qualifikation, der eine exklusive Veranstaltung der fünf Citroen-Piloten war, fuhr Lopez auf dem 4,554 Kilometer langen Chang International Circuit eine Zeit von 1:37.916 Minuten und war damit 0,269 Sekunden schneller als sein Teamkollege Sebastien Loeb, der neben Lopez im ersten Rennen aus Reihe eins starten wird. Für Lopez war es die sechste Pole-Position in dieser WTCC-Saison.
"Ich habe den Druck gespürt, aber mir ist eine gute Runde gelungen", sagt Lopez, dem die Anspannung vor dem bevorstehenden Titelgewinn an diesem Wochenende anzusehen ist. "Alle sagen schon 'hey Champ' zu mir, aber ich habe schon einmal eine Meisterschaft verloren, wo es kurz vor Saisonende ähnlich gut aussah. Im Motorsport ist es nie einfach", gibt der Argentinier, der an diesem Wochenende zusätzlich durch einen Tinnitus gehandicapt wird, einen Einblick in sein Seelenleben. "Die Saison sah vielleicht dominant aus, aber ich musste die ganze Zeit kämpfen. Jetzt will ich es zu Ende bringen."
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Fünf Citroen in Q3

Das kann Lopez aber schon im ersten der beiden Rennen, vor dem die Ausgangslage klar ist: Kommt er vor Muller ins Ziel, ist ihm die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Der viermalige WTCC-Champion Muller fuhr im Qualifying auf Platz drei und war damit unter dem Strich zufrieden, wozu der Franzose durchaus Anlass hatte. Denn in Q1 stand er bereits kurz vor dem Ausscheiden und erreichte dort als Zwölfter gerade noch den Einzug in den zweiten Abschnitt der Qualifikation.
Die weiteren Citroen-Piloten Qing-Hua Ma und Mehdi Bennani (SLR), dessen Rundenzeit in Q3 wegen Missachtung der Track Limits gestrichen wurde, komplettierten die Top 5. So dominant, wie sie aussah, war die Citroen-Übermacht allerdings nicht. Hugo Valente (Campos-Chevrolet) verpasste als Sechster nur um vier Tausendstelsekunden den Einzug in Q3 und war in Q2 nur 0,058 Sekunden langsamer als der Schnellste Bennani. Auf Position sieben folgte Nick Catsburg im schnellsten Lada.
Achter wurde Tom Chilton (ROAL-Chevrolet), der bis kurz vor dem Ende von Q2 noch auf Position zehn lag und damit die Pole-Position in der umgekehrten Startaufstellung des zweiten Rennens inne gehabt hätte, sich dann aber zur Überraschung alle Beobachter noch einmal verbesserte und damit die erste Startreihe in Rennen zwei verpasste.

Tom Chilton bringt sich selbst um Pole

Daran war jedoch nicht die Unfähigkeit seines Teams, sondern technische Schwierigkeiten schuld. "Aus irgendeinem Grund funktioniert der Zeitenmonitor in der Boxengasse nicht. Meine Jungs konnten mir nicht sagen, wo ich liege, und daher musste ich pushen", erklärt Chilton. "Ich wäre gerne in die erste Reihe gefahren, bin aber mit Platz acht aber trotzdem zufrieden."
Durch dieses Missgeschick des Briten ging die Pole-Position für Rennen zwei an Norbert Michelisz (Zengö-Honda). Neben ihm wird sein Honda-Markenkollege Tiago Monteiro, der in Q2 auf Position neun gefahren war, aus der ersten Reihe starten. Rob Huff (Lada) wurde Elfter, John Filippi (Campos-Chevrolet) kam auf Position zwölf.
Nach dem ersten Abschnitt der Qualifikation waren Gabriele Tarquini (Honda), Nicolas Lapierre (Lada), Gregoire Demoustier (Craft/Bamboo-Chevrolet), Lokalmatador Tin Sritrai (Campos-Chevrolet), Tom Coronel (ROAL-Chevrolet) und Stefano D'Aste (Münnich-Chevrolet) auf den Positionen 13 bis 18 ausgeschieden. D'Aste fuhr nach einem Wechsel des Turboladers keine gezeitete Runde, auch Coronel wurde von technischen Problemen eingebremst.

Tarquini am Ende des Feldes

Tarquini wird aufgrund seiner Strafversetzung um fünf Plätze bei den beiden Rennen vom letzten Platz starten. "Gestern war ich im Training mit meiner Abstimmung zufrieden, wir haben aber nie mit neuen Reifen getestet. Mit denen hat sich das Auto heute nicht wie erwartet verhalten, und in 20 Minuten hat man keine Chance, darauf zu reagieren", erklärt der Honda-Werksfahrer sein enttäuschendes Qualifying-Ergebnis.
Die beiden Rennen über jeweils 14 Runden werden um 10:25 Uhr beziehungsweise 11:30 Uhr MEZ gestartet. Der zweite Lauf wird als erstes Rennen in der Geschichte der WTCC in der Abenddämmerung gestartet und unter Flutlicht beendet.
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