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Hannover 96: Neustart mit Daniel Stendel und Talenten
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Publiziert 16/04/2016 um 15:02 GMT+2 Uhr
Der designierte Absteiger Hannover 96 hat mit dem 2:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach gezeigt, wie der sofortige Wiederaufstieg gelingen kann. Interimscoach Daniel Stendel setzte auf Nachwuchskräfte und wurde dafür mit dem ersten Bundesligasieg seiner Trainerkarriere belohnt. Viel wichtiger als die drei Punkte war für den Tabellenletzten der Stimmungsumschwung im Team und im Stadion.
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Monatelang waren die Niedersachsen verkrampft und planlos durch die Liga gestolpert, nun erkennt man bei den Norddeutschen erstmals Licht am Ende des Tunnels.
Die unter Thomas Schaaf wie gelähmt wirkenden Profis kitzelten mit Interimscoach Daniel Stendel auf der Trainerbank gegen allerdings enttäuschende Gäste mit gelungenen Kombinationen mehrfach Szenenapplaus des Publikums heraus. "Wir haben die Basics gezeigt, als Einheit agiert und unseren Fans ein schönes Gefühl gegeben", sagte der 42-Jährige voller Erleichterung.
Neustart mit Nachwuchstalenten
Noch gilt der Fußballlehrer als Übergangslösung, doch Stendels Mut, seine bisherigen Nachwuchs-Schützlinge Waldemar Anton und Noah Joel Sarenren-Bazee erneut für die Erstliga-Startelf zu nominieren, erwies sich als gelungener Schachzug. Aus dem Zusammenspiel der beiden 19-Jährigen entstand Antons Führungstor in der 49. Minute und auch danach wirbelte das Duo spektakulär über den Rasen.
Mit solchen Talenten will und muss der Traditionsklub die sofortige Bundesliga-Rückkehr anstreben. Ob dann allerdings Stendel weiterhin den Hut des Chefcoachs auf hat, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Aktuell favorisiert 96-Präsident Martin Kind noch einen Neustart auch auf der Trainerbank.
Zwei Spiele, vier Punkte - sollte Stendel diese Miniserie in den kommenden Wochen ausbauen können, wird am Maschsee vielleicht noch einmal neu nachgedacht. "Ich habe Bock auf den Job und traue ihn mir auch zu, aber ich bin dafür nicht der Ansprechpartner", sagte der Liga-Novize.
Beim aktuellen Team jedenfalls scheint er glänzend anzukommen. "Ich weiß nicht, wo diese Stärke plötzlich herkommt, aber mit ihm ist irgendetwas in der Mannschaft passiert", sagte Torhüter Ron-Robert Zieler und auch Torjäger Artur Sobiech, der mit seinem Treffer in der 60. Minute den Endstand herstellte, war angetan: "Der Trainer hat uns super vorbereitet, alle waren mit 120 Prozent dabei."
Frust in Gladbach
Beim Champions-League Aspiranten vom Niederrhein wurden ganz andere Prozentzahlen aufgerufen, entsprechend enttäuscht war Trainer André Schubert. "Uns hat die Bissigkeit in den Zweikämpfen gefehlt", monierte der 44-Jährige.
Ein Manko, das auch Routinier Martin Stranzl einräumte: "Wir waren einfach nicht mutig genug. So verliert man auch gegen einen Tabellenletzten." Die Auswärtsschwäche (nur zwei Punkte aus den letzten neun Gastspielen) sei mittlerweile vielleicht sogar schon ein Kopfproblem. "Wir haben viel darüber gesprochen, vielleicht ist da etwas in den Köpfen hängengeblieben", analysierte der Mannschaftskapitän.
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