Zwischen Tayfun Korkut und Felix Magath: Der VfB Stuttgart sucht den Trainer der Zukunft
Löcher stopfen, Balance wieder herstellen, Überzeugung vermitteln. Das Traineramt beim VfB Stuttgart ist derzeit kein Traumjob. Nach der Trennung von Alexander Zorniger versucht sich nun der bisherige U23-Coach Jürgen Kramny am Wiederaufbau - mit dem Ziel, ein halbwegs stabiles Team für den neuen Cheftrainer zu formen. Der muss zwar erst noch gefunden werden, Kandidaten gibt es aber schon.
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"No ned hudla", bloß keine Hektik. Ein typisch schwäbischer Ausdruck, der im Moment beim VfB Stuttgart Programm ist. "Für uns ist wichtig, dass wir unseren grundsätzlichen Weg aus Überzeugung weitergehen wollen. Deshalb brauchen wir Zeit, die wichtige Entscheidung in der Trainerfrage in Ruhe vorzubereiten", schloss Sportvorstand Robin Dutt einen Schnellschuss kategorisch aus.
Korkut: der Favorit
Als Favorit wird derzeit der Name Tayfun Korkut gehandelt. Für den 41-Jährigen spricht eine ganze Menge: Korkut ist gebürtiger Stuttgarter und trainierte 2011 bereits die U19 beim VfB. Später sammelte er Erfahrung als Co-Trainer der Türkei und übernahm 2014 den Bundesligisten Hannover 96.
Mit Korkut bekäme der Tabellen-16. einen Coach, der die VfB-Philosophie, von den Jugendteams bis zu den Profis ein einheitliches Spielsystem zu verankern, mittragen würde. Als relativer Newcomer hätte Korkut nach Einschätzung der “Stuttgarter Zeitung“ auch kein Problem damit, sich Sportvorstand Dutt unterzuordnen.
Favre: der Begehrte
Bei einem gestandenen Trainer-Routinier wie Lucien Favre wäre das nicht so einfach. Der ehemalige Gladbach-Trainer hält die Fäden gerne selbst komplett in der Hand.
Seit seinem Rücktritt am 20. September bei der Borussia ist der Schweizer zwar auf dem Markt, dürfte aufgrund seiner guten Reputation aber auch Chancen bei größeren Vereinen haben. Es gibt Gerüchte um einen Wechsel in die Premier League.
Magath: der Kompromisslose
Die brisanteste Option wäre Felix Magath. Der 62-Jährige, der die Schwaben bereits von 2011 bis 2004 trainiert hatte, gilt als Alleinherrscher. Probleme mit Dutt wären fast schon vorprogrammiert.
Magath scheint indes nicht abgeneigt. Beim “SWR“ beantwortete er die Frage, was er in Stuttgart anders machen würde als Zorniger kurz und kompromisslos mit dem Wort "Alles".
Luhukay: der Ruhige
Realistischer als Favre oder Magath kommt da schon die Variante Jos Luhukay daher. Der Niederländer bringt als ehemaliger Coach bei Paderborn, Gladbach, Augsburg und der Hertha ebenfalls die nötige Erfahrung mit und ist derzeit ohne Verein.
Luhukay gibt sich eher unauffällig und wäre in der Lage, Ruhe in die Mannschaft zu bringen. Das kann im Abstiegskampf ein großes Plus sein.
Gisdol: der Gebundene
Neben Korkut, Luhukay, Favre und Magath ist in Stuttgart auch immer wieder der Name Markus Gisdol im Gespräch. Der 46-Jährige bringt ähnliche Qualifikationen wie Korkut mit, trainiert von 2005 bis 2007 die U17 des VfB. Allerdings: Gisdol hat trotz seiner Entlassung noch einen laufenden Vertrag bei der TSG Hoffenheim bis 2018 und wird zudem als heißer Kandidat bei RB Leipzig gehandelt.
Kramny: der zweite Schubert?
Ein zweites "Szenario Gladbach", wo aus Interims-Trainer André Schubert der Cheftrainer André Schubert wurde, scheint in Stuttgart sehr unwahrscheinlich.
Die Beförderung Jürgen Kramnys, so betonte Dutt, sei "eine Interimslösung". Sollte der bisherige U23-Trainer aber eine ähnliche Serie hinlegen wie Schubert bei den "Fohlen", dann könnte diese Aussage schnell wieder vergessen sein.
Aber wie gesagt: No ned hudla...
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