Borussia Mönchengladbach: André Schubert und der schön-schreckliche Charme eines Super-Kaders
Publiziert 27/08/2016 um 23:31 GMT+2 Uhr
Borussia Mönchengladbachs Saisonstart ist mit Champions-League-Teilnehme und 2:1-Bundesliga-Auftaktsieg über Bayer Leverkusen komplett gelungen - und die Aussichten sind rosig. Trotzdem muss sich Trainer André Schubert mit einer lästigen Personaldebatte herumschlagen, das sind die Auswirkungen eines Super-Kaders. Im Idealfall wird das Aufgebot noch stärker: mit Andreas Christensen.
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Aus Mönchengladbach berichtet Andreas Morbach
Es wird in dieser Saison ein immer wiederkehrendes Ritual werden, n reagierte André Schubert auf die Frage nach seinem zunehmend luxuriösen Kader deshalb schon mal etwas barsch.
"Ich kann ja nicht jede Woche acht Gespräche führen, warum dieser oder jener Spieler auf der Bank sitzt“, echauffierte sich der Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach - und nach vier Siegen aus den ersten vier Pflichtspielen der noch jungen Saison hatte er alle Argumente auf seiner Seite.
Am Mittwoch lösten die Fohlen mit einem berauschenden 6:1 gegen den handzahmen Schweizer Vizemeister Young Boys Bern die Eintrittskarte in die Champions League. Drei Tage später war nun auch der Start in die Liga geglückt, zudem gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um die internationalen Plätze.
Und trotzdem schwappten diverse Personaldiskussionen auf Schubert zu: Warum Ibrahima Traoré statt Patrick Herrmann? Warum Oscar Wendt anstelle von Fabian Johnson? Und vor allem: Warum André Hahn für Thorgan Hazard, den dreifachen Torschützen gegen Bern?
Joker Hazard leitet den Sieg ein
Hahn, erwiderte der Coach schnippisch, habe im letzten Duell mit Leverkusen zwei Tore geschossen, sei kopfballstärker als Hazard - dem die letzten Einsätze zudem kräftemäßig zugesetzt hätten. Das Führungstor gegen Bayer hatte Angreifer Hahn (nach einigen vergebenen Chancen zuvor) in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit außerdem erzielt.
Während der leichtfüßige Hazard, fünf Minuten nach dem Leverkusener Ausgleich durch Joel Pohjanpalo (80.) und wenige Sekunden nach seiner Einwechslung, den Siegtreffer durch Lars Stindl vorbereitete.
"Er kommt rein und legt sofort das nächste Tor auf - das zeigt, dass wir einfach gute Qualität in dem Bereich haben", beschrieb Schubert den Charme des offensiven Gladbacher Mittelfelds genüsslich. Ehe er, ganz abgesehen vom jungen Belgier Hazard, anmerkte: "Auch Herrmann und Johnson hätten gegen Leverkusen sofort wieder von Beginn an spielen können."
Gladbach wird mit Lob überhäuft
Anschließend blickte der 45-Jährige noch rasch auf den Spielplan nach der Länderspielpause, er betonte:
Stattdessen werden die Gladbacher zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison bereits mit Lob überhäuft. Bayer-Trainer Roger Schmidt hätte zwar ein Remis als das gerechtere Ergebnis empfunden, sagte aber auch: "Gerade für den ersten Spieltag war das ein sehr gutes, sehr intensives Spiel. Beide Mannschaften haben mit offenem Visier gespielt, und im Fußball entscheiden am Ende eben Kleinigkeiten."
Nicht zu vergessen sei dabei: "Gladbach hat eine gute Mannschaft. Wenn sie Bälle gewinnen, haben sie sofort eine hohe Geschwindigkeit. Deshalb ist es gegen sie nicht einfach, das Spiel weit vom Tor wegzuhalten."
Christensen kommt auf Gladbach-Agenda
Borussias Start ist also komplett gelungen - und die Aussichten rosig, nicht zuletzt dank der garantierten Fixeinnahmen von 30 Millionen Euro aus der Champions League. Vorausdenker Max Eberl weiß auch schon, auf welches Feld er diesen Geldregen größtenteils umleiten möchte.
Denn ganz oben auf der To-do-Liste des Sportdirektors steht die Personalie Andreas Christensen.
Der 20-jährige Däne überzeugt seit einem Jahr in Borussias Innenverteidigung, bis dato allerdings als Leihspieler vom FC Chelsea. Diesen Status will Eberl unbedingt ändern, gut 20 Millionen Euro müssten für Christensens Verpflichtung vom Rheinland an die Themse fließen. Eberl berichtet:
Eberl ist jener Mann, der den Abgang von Kapitän Granit Xhaka (FC Arsenal) mit den weitsichtigen Transfers von Tobias Strobl und Rückkehrer Christoph Kramer schon wieder aufgefangen hat. Hinzu kommt die 12,5 Millionen Euro schwere Verpflichtung von Abwehrmann Jannik Vestergaard, der den beachtlichen Kader der Niederrheinischen weiter optimiert.
"Wir haben", kommentiert der 42-jährige Eberl die eigene Arbeit zufrieden, "keine Stamm-Elf mehr, sondern eine Stamm-18".
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