Borussia Mönchengladbach braucht einen sicheren Anfang statt immer nur "Mehr, mehr!"

Das 1:1 gegen Manchester City in der Champions League bedeutet für Borussia Mönchengladbach die Fortsetzung der internationalen Saison. Die gesicherten Auftritte in der Europa League sollen den Auftakt für eine Aufholjagd in der Bundesliga darstellen, in der die "Fohlen" nach einer Negativserie auf den 13. Platz abgerutscht sind. Doch nicht alle sehen im Remis gegen City einen Startschuss.

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Ilkay Gündogan machte einen ausgesprochen aufgeräumten Eindruck, als sich seine Stippvisite in der Heimat langsam dem Ende entgegen neigte.
Die Hände des gebürtigen Gelsenkircheners ruhten in den Taschen seiner schicken grauen Jacke mit dem schwarzen Kragen – und als er bei der Analyse des 1:1 zwischen Borussia Mönchengladbach und Manchester City in der Schlussphase angelangt war, ging der Neu-Insulaner entspannt in abendliche Dehnübungen über.
Die rechte Hand drückte der 26-Jährige nun gegen das Metallgeländer vor seiner Brust, wie ein Läufer kurz vor dem Start in seine Joggingrunde. Dabei warf er einen schelmischen Blick in die Runde und sagte:
Doch mit hohen Wertungen in der Kür haben die Gladbacher nach ihrem Sturzflug in der Liga ohnehin erst mal nichts am Hut. Auf der Gegenseite reichte den Citizens das Remis zum endgültigen Sprung ins Achtelfinale der Champions League. "Wir haben in den letzten Minuten gespürt, dass Gladbach mit dem Punkt zufrieden ist", interpretierte Gündogan die finale Waffenruhe auf dem Rasen.

Stemmen gegen die dunkle Liga-Serie

Auch die Borussen hatten schließlich ihr internationales Zwischenziel, die Fortführung der Saison in der Europa League, erreicht. Fast noch wichtiger aber war die Botschaft des Gruppentableaus: Die letzte Partie der Fohlenelf am 6. Dezember in Barcelona wird zu einer angenehmen Dienstreise, alle Platzierungen in der Gruppe sind seit Mittwoch einbetoniert. Da zudem das Achtelfinale im DFB-Pokal erst für Anfang Februar angesetzt ist, können sich die Gladbacher nun komplett auf die nächsten acht Runden in der Bundesliga konzentrieren.
Mit der dunklen Serie von sechs sieglosen Spielen mit nur einem Tor und dem Fall auf Rang 13 hat die Mannschaft von André Schubert in den letzten Wochen viel Kredit beim heimischen Publikum verspielt. Schon beim verlorenen Derby gegen den Erzrivalen aus Köln am Wochenende blieben die Borussen-Fans gespenstisch leise, selbst als es noch 1:1 stand. Auch gegen Manchester waren die Tribünengäste weit von Champagnerlaune entfernt, Schuberts Auswechslung des starken Mahmoud Dahoud gegen den defensiveren Jannik Vestergaard quittierten sie gar mit bösen Pfiffen.

Schuberts Gegenentwurf zum "Mehr, mehr!"

Der Verursacher sah in diesen Missklängen auch den ungewünschten Lohn der eigenen guten Taten. "Die Leute sehen eben, dass wir in der Vorsaison gegen Juventus oder Sevilla, den späteren Europa-League-Sieger, sensationell gespielt haben", erklärte Schubert:
Aber Borussias Chefübungsleiter wollte angesichts der Umstände nicht mehr. Sondern genau das, was er in dem Moment hatte.
Weil sein Ensemble wegen der Ampelkarte gegen Kapitän Lars Stindl seit neun Minuten in Unterzahl spielte, der gelbe Karton beim türkischen Referee Cüneyt Cakir zudem auffallend locker saß, wählte Schubert die sichere Variante - und nahm den bereits verwarnten Dahoud aus dem Spiel. Eine unglückliche Entscheidung. Denn drei Minuten, nachdem Borussias Antreiber mit verständnislosem Blick vom Platz gestiefelt war, glich Manchester durch Fernandinho auch bei den Gelb-Roten Karten aus.

Stimmungs- und Härtetest gegen Hoffenheim

So pendelte das Duell mit dem Team des früheren Bayern-Trainers Pep Guardiola einem schiedlich-friedlichen Ende entgegen. "Das war ein wichtiger Punkt für uns - in einem sehr komplizierten Spiel mit sehr vielen Wendungen gegen einen sehr stark besetzten Gegner", taxierte Schubert den Wert des Remis für die Niederrheinischen.
Der dritte Stimmungstest im Borussia-Park binnen einer Woche steht am Samstag gegen die noch ungeschlagenen Hoffenheimer an. "Es kann der Mannschaft durchaus Vertrauen geben, wenn sie auch dann wieder als Einheit konzentriert verteidigt", verbreitete Schubert vorsichtigen Optimismus. Kritischer äußerte sich Tony Jantschke. "Man muss so realistisch sein, zu sehen, dass wir nur die drittbeste Mannschaft in der Gruppe waren", sagte der blonde Verteidiger, der zudem der Ansicht ist:
Denn:
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