FC Barcelona - PSG: Herbe Kritik an Schiedsrichter Aytekin gerechtfertigt?

Dem FC Barcelona ist im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain ein Fußball-Wunder gelungen. Mit dem 6:1-Triumph bügelte Barca die 0:4-Niederlage aus dem Hinspiel wieder aus. Am Tag danach steht der deutsche Schiedsrichter Deniz Aytekin in den Medien und den sozialen Netzwerken heftig in der Kritik. Wir analysieren und bewerten die strittigen Aktionen des Spiels.

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Fotocredit: Eurosport

Selbst die spanischen Zeitungen ließen an Aytekins Leistung kein gutes Haar. "Paris wurde vom Schiedsrichter schwer benachteiligt", schrieb die "Marca". "Der deutsche Heim-Schiedsrichter war entscheidend. Aytekin sah zwei Elfmeter für Paris nicht - und pfiff einen fragwürdigen an Luis Suárez", wurde die "AS" noch deutlicher. Gar von einem "Skandal" war in der französischen "L’Équipe" die Rede.

Wir nehmen die umstrittenen Szenen genau unter die Lupe:

Abseits?

Luis Suárez' Tor bringt Barca schon in der 3. Minute auf Kurs. Es hatte zwar den Anschein, als stehe der Goalgetter im Abseits, aber die Vorlage kam nicht von einem Spieler des FC Barcelona!
Die Entscheidung von Schiedsrichter Aytekin war richtig.

Handspiel?

Zunächst forderten Barcelona und Neymar einen Elfmeter nach einem Handspiel von Thomas Meunier in der 11. Minute im Strafraum von PSG. Und nur zwei Minuten später rutschte Javier Mascherano über den Rasen, um einen Ball zu blocken. Dabei hat die Kugel eindeutig seinen Arm berührt.
In beiden Fällen kann man weder Meunier noch Mascherano eine Absicht unterstellen. Auch hier bewies der FIFA-Referee ein gutes Händchen, keinen Strafstoß zu pfeifen.

Elfmeter #1

Es war aus Sicht von Barca ein perfekter Start in die zweite Halbzeit, als Meunier Neymar im Strafraum zu Fall gebracht hat. Der PSG-Verteidiger war wohl einfach nur gestolpert, dabei hatte seine Hand den Brasilianer im Flug von den Beinen geholt. Eine äußerst unglückliche Aktion von Meunier, aber der Kontakt war da - abermals eine richtige Entscheidung von Aytekin.

Kein Elfmeter

Suárez sah in der 67. Minute nach einer Schwalbe gelb. Der Uruguayer warf sich in dem Versuch zu Boden, einen Elfmeter zu bekommen. Aytekin fiel nicht darauf rein und die Verwarnung war korrekt. Aber 20 Minuten später sollte der Uruguayer schließlich seinen Willen bekommen.

Elfmeter #2

In der 90. Minute ging Suárez nach einer minimalen Berührung von Marquinhos zu Boden und bekam den Elfmeter zugesprochen. Neymar verwandelte und läutete damit das große Finale ein.
Eine harte Entscheidung! Es war zu sehen, dass Suárez das Foul gewollt hatte. Diese Situation hat Aytekin im Hexenkessen Camp Nou falsch beurteilt.

Fünf Minuten Nachspielzeit?

Des Weiteren gab es einigen Wirbel, weil Aytekin fünf Minuten nachspielen ließ. Ein wichtiger Punkt, wenn man bedenkt, dass der entscheidende Treffer in der fünften Minute der Nachspielzeit fiel.
Die Entscheidung über die Nachspielzeit liegt alleine beim Schiedsrichter. Eine ungeschriebene Regel besagt, dass für jedes Tor und jede Auswechslung etwa 30 Sekunden Nachspielzeit hinzukommen. Aber wenn ein ausgewechselter Spieler sich zu viel Zeit lässt oder ein Torjubel zu lange dauert, kann die Nachspielzeit auch länger dauern.
Drei Tore und fünf Auswechslungen in der zweiten Hälfte bis zur 90. Minute summieren sich bereits auf vier Minuten Nachspielzeit. Rechnet man den Elfmeter in der 90. Minute und die Auswechslung in der 93. Minute hinzu, sind die fünf Minuten Nachspielzeit richtig.
Eurosport-Check: Referee Aytekin hat sich im geschichtsträchtigen 6:1-Thriller zwischen dem FC Barcelona und PSG nur beim zweiten Elfmeter von Suárez aufs Glatteis führen lassen. Ansonsten hat der deutsche Schiedsrichter die Partie souverän geleitet.

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