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Für André Schürrle gibt es beim VfL Wolfsburg keine Ausreden mehr
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Publiziert 17/07/2015 um 22:24 GMT+2 Uhr
Mit großen Hoffnungen und für teures Geld kam André Schürrle im Winter nach Wolfsburg. Beim VfL sollte der Weltmeister das sein, was ihm beim FC Chelsea nicht vergönnt war: ein entscheidender Spieler für entscheidende Spiele. Daraus wurde nichts, und Schürrle glaubt, die Gründe zu kennen. Jetzt soll alles besser werden. Das muss es auch, denn der Ruhm einer Flanke ist vergänglich.
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"Wir können uns weiter verbessern."
"Wir wollen spielerisch eine Schippe drauflegen."
"Wir wollen zeigen, dass wir besser sind als in der letzten Saison."
André Schürrle hat die Vorgaben für den VfL Wolfsburg festgezurrt. Das ist insofern praktisch, weil es ziemlich genau jene Ziele sind, die sich der Nationalspieler auch auf persönlicher Ebene gesteckt haben dürfte.
Dieter Hecking ist optimistisch. "Er wird ein entscheidender Faktor sein", prophezeit der VfL-Trainer in der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung". Was Hecking nicht sagt: Das muss Schürrle auch. Seine Schonfrist läuft ab. Ausflüchte gibt es nicht mehr.
"Das war nicht so überragend von mir"
"Ein bisschen Schussglück" fehle Schürrle, kommentierte Hecking im Frühjahr milde. Der Flügelspieler, seit der Flanke zum WM-Tor von Mario Götze in den Annalen verankert, äußert sich da direkter - und erfrischend selbstkritisch: "Das erste Halbjahr war nicht so überragend von mir."
Lediglich ein Tor und drei Vorlagen brachte Schürrle wettbewerbsübergreifend zustande, nachdem er Anfang Februar in die Autostadt wechselte. Es war natürlich kein normaler Transfer, es war ein Hammer: 32 Millionen Euro! So viel überwies Wolfsburg an den FC Chelsea, wo Schürrle den Status als Mitläufer nie wirklich abstreifte. Was angesichts des Londoner Luxuskaders keine Schande war, verkehrte sich in Wolfsburg zu einer ernüchternden Zwischenbilanz - bislang blieb der 24-Jährige weit hinter den Erwartungen zurück.
Schürrle entschuldigt seine maue Halbserie mit mangelnder Fitness. Tatsächlich verpasste er weite Teile der Sommervorbereitung 2014, fand nie seinen Rhythmus und litt zudem unter der fehlenden Winterpause auf der Insel. Zum VfL wiederum stieß er zu spät, um sich im Trainingslager einzugewöhnen, das rächte sich bald. "Ich habe am Anfang alle Spiele gemacht, dann kam ein körperliches Loch", sagte Schürrle dem "ZDF", als sich die Kritik häufte.
"…dann kommt die Qualität von allein"
Parallel zur Schaffenskrise des erhofften Impulsgebers lief Daniel Caligiuri auf der Außenbahn zu großer Form auf. Zehn Tore und acht Assists sammelte der Deutsch-Italiener, der gar so glänzte, dass ihn Wolfsburgs Geschäftsführer Klaus Allofs für das DFB-Team empfahl. Dagegen mutierte Schürrle zu einem Kurzarbeiter, der nicht einmal als Joker überzeugen konnte. Die Sommerpause begann keinen Tag zu früh.
Ein paar Ferienwochen auf Tahiti und in Kanada später strahlt Schürrle. Er wirkt frisch und motiviert, hat "richtig Lust auf Fußball" und verspricht, dass Leistungen folgen werden, "so wie es sich jeder wünscht". Hecking wäre schon mit "kleineren Verbesserungen" zufrieden, "etwa im Stellungsspiel, oder wenn es darum geht, den Gegner aggressiv anzulaufen. Im Training hat er die beste Schusstechnik und die beste Torquote."
Die erste komplette Vorbereitung seit langem soll Schürrle eine Basis schaffen, von der ein Typ wie er zehrt. "Für mich geht es darum, fit zu bleiben", sagt er, "wenn ich mein Spiel machen kann, kommt die Qualität von allein".
Konkurrent im eigenen Haus
Zufälle und Unwägbarkeiten will er eliminieren, so gut es eben geht. Das Essen ist fortan glutenfrei ("Damit fühle ich mich besser"), und ohnehin weiß Schürrle sehr genau, dass der Ruhm einer WM-Finalflanke dann doch vergänglich ist.
Gerade auch für die Karriere bei Bundestrainer Joachim Löw. In der Saison vor der Europameisterschaft 2016 muss sich der 46-malige Nationalspieler (20 Tore) beweisen, die Jugend drängt nach. Um seinen Kaderplatz zu sichern, muss Schürrle auf Löws Radar blinken, idealerweise großformatig. Leicht wird das nicht.
Einen potentiellen DFB-Rivalen hat er nun im eigenen Haus. Wolfsburg verpflichtete mit Max Kruse einen Angreifer, der kombinieren kann. Schürrle freut das, er glaubt, selbst profitieren zu können.
Einen Vorgeschmack lieferte die letzte Dienstreise vor der Sommerpause, gegen Gibraltar siegte Deutschland mit 7:0, Kruse und Schürrle erzielten fünf Tore. Dieter Hecking erkennt eine perfekte Konstellation für den Kopf: "Dadurch ist André positiv gestimmt in den Urlaub gegangen, das war wichtig."
Noch wichtiger wird die Zeit nach dem Urlaub. André Schürrle steht vor einem entscheidenden Jahr. Wie war das noch? Verbessern, eine Schippe drauflegen und zeigen, dass man besser ist als in der letzten Saison...
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