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Vonn-Eklat in Garmisch-Partenkirchen
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Publiziert 09/03/2015 um 16:24 GMT+1 Uhr
Ski-Ass Lindsey Vonn wurde von einem bayerischen Wirt in Garmisch-Partenkirchen eine ziemlich anzügliche Frage gestellt - wohl aus Spaß. Doch lustig fand das Vonn keineswegs.
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Fotocredit: Eurosport
Es ist Samstagabend kurz nach 18 Uhr, als beim Weltcup-Wochenende in Garmisch die Startnummern für das Super-G-Rennen der Damen auf dem Mohrenplatz vergeben werden. Vonn wartet im Foyer des Gasthofs, bis sie auf die Bühne gebeten wird, als sich der Eklat abspielt.
Der Chef der Wirtschaft, Andreas Fischer, versucht mit dem Ski-Star ein wenig herumzualbern und fragt plötzlich ganz lapidar: "Lindsey, warum ist deine Jeans am Knie so durchgescheuert?" Hätte Fischer es dabei belassen, wäre die Frage recht unverfänglich gewesen, doch der Gastwirt setzt noch einen obendrauf, wie der "Münchner Merkur" berichtet.
"Musst du dich vielleicht immer vorm Tiger (Anm. d. Red. gemeint ist Golf-Star Tiger Woods, ihr Freund) hinknien?" Fischer meinte es zwar als Späßchen, überschritt damit aber ganz klar die Grenzen des guten Geschmacks.
Vonn selbst äußerte sich dazu nicht und zog mit gesenktem Kopf davon. Doch Andi Krönner, ein FIS-Delegierter, der die Situation aus nächster Nähe miterlebt hatte, bemerkte, dass der Star sichtlich angefressen war.
"Da ist mir die Kinnlade heruntergefallen"
Auf Nachfrage wollte die US-Amerikanerin trotzdem keine Stellung dazu nehmen und sagte lediglich: "Es ist ein so schöner Tag, den wollen wir genießen." Doch andere ließ diese Szene nicht kalt.
Markus Schneider etwa saß in besagten Moment hinter dem Wirt an der Theke und konnte nicht fassen, was er gerade gehört hatte: "Da ist mir die Kinnlade heruntergefallen. Wenn so was bei der Arbeit vorkommt, kann man das als sexuelle Belästigung sehen."
Deshalb suchte Schneider nach der Nummernvergabe Vonn auf und entschuldigte sich im Namen von Garmisch-Partenkirchen für das unrühmliche Verhalten des Gastwirts. Weltcup-Pressechef Gerd Rubenbauer konnte dem 'Spaß' auch nichts abgewinnen.
"Ich habe Null mitgekriegt von der Nummer", betonte er zwar, sagte aber auch: "Ob das gut ist, brauchen wir nicht ausdiskutieren." Fischer hingegen selbst verstand die ganze Aufregung nicht. "Bei der FIS wird locker gesprochen. Ich duze Lindsey. Sie ist keine Fremde, sonst hätte ich es nicht gesagt."
"Nur wer Schlechtes denkt, ist schlecht"
Fischers Art von Humor kommt wohl nicht bei jedem gleich an, denn der Wirt wollte Vonn nicht beleidigen: "Ich hab' das nicht so gemeint. Wenn ich sie das nächste Mal sehe, werde ich mich entschuldigen."
Konsequenzen für nächste Jahr zog der Gastronom letztlich doch: 2016 darf niemand ohne Akkreditierung mehr im Bereich der Athleten sein. "Da bin ich gnadenlos, null Toleranz", so Fischer. Damit will er sich Personen, die "alles falsch interpretieren" und ihn anschwärzen vom Leib halten.
Denn ganz unschuldig seien die nicht: "Nur wer Schlechtes denkt, ist schlecht", verteidigt sich Fischer. Reue sieht anders aus.
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