Pride Month: Javier Raya als Vorreiter im Spitzensport - Compete Proud setzt sich für mehr Inklusivität im Sport ein

Während der Pride Month zu Ende geht rücken im Sport große Themen wie Sichtbarkeit, Inklusion und Zugehörigkeit in den Fokus. Sport wird oft als universelle Sprache beschrieben, die Menschen unabhängig von Grenzen, Kulturen und Identitäten zusammenbringen kann und soll. Doch dieser Anspruch spiegelt sich selbst heute nicht immer in der Realität wider.

Pride House bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand und Cortina

Fotocredit: Getty Images

Für viele LGBTQ+-Athletinnen und -Athleten bestehen weiterhin Hürden - sei es durch mangelnde Sichtbarkeit, die Sorge vor einem Coming-out oder ein Umfeld, das sich noch immer nicht für alle gleichermaßen offen anfühlt.
Der spanische Olympiateilnehmer Javier Raya kennt diese Situation aus eigener Erfahrung. Der ehemalige Spitzen-Eiskunstläufer outete sich während seiner aktiven Karriere öffentlich als homosexuell und gehörte damit zu den ersten offen schwulen Spitzensportlern Spaniens. Diese Erfahrung prägte nicht nur seinen persönlichen Weg, sondern auch seine Überzeugung, dass der Sport gesellschaftlichen Wandel vorantreiben kann.
"Sichtbarkeit ist nicht das Endziel. Das Ziel ist eine Sportwelt, in der sich jeder zugehörig fühlt. Aber Sichtbarkeit ist oft der erste Schritt dorthin."
Heute ist Raya Gründer von Compete Proud, einer gemeinnützigen Organisation, mit der Eurosport zusammenarbeitet und die sich für die Inklusion von LGBTIQ+-Menschen im Sport einsetzt. Das Projekt entstand aus seinen persönlichen Erfahrungen und wurde mit Unterstützung des IOC-Programms Young Leaders entwickelt.
Aus einer Idee ist inzwischen ein internationales Netzwerk aus Athletinnen und Athleten, Verbänden, Partnern und Unterstützern geworden, das Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion im Sport fördern möchte.

Die Arbeit ist auf den größten Bühnen sichtbar

Ziel ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen Sportlerinnen und Sportler unabhängig von ihrem Leistungsniveau offen und authentisch antreten können. Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist dabei die Sichtbarkeit bislang unterrepräsentierter Stimmen - etwa durch persönliche Geschichten von Athleten, Bildungsangebote und Kooperationen mit großen Sportveranstaltungen.
"Man selbst zu sein und sportliche Höchstleistungen anzustreben, schließen sich nicht gegenseitig aus."
Diese Arbeit ist inzwischen auch auf den größten Bühnen des Sports sichtbar. Compete Proud beteiligt sich unter anderem an den sogenannten Pride Houses - Begegnungsorten bei internationalen Sportveranstaltungen, an denen Athleten, Fans und Organisationen über Inklusion und Repräsentation ins Gespräch kommen können.
Nach Projekten bei den Olympischen Spielen in Paris 2024, den EuroGames in Lyon 2025 und dem Pride House in Mailand 2026 soll die Sichtbarkeit von LGBTIQ+-Menschen dauerhaft im Sport verankert werden.
Ergänzt wird dies durch das Netzwerk Proud Champions, dem unter anderem Nikki Symmons, Lewis Gibson, Dimitri Pavadé, Gema Hassen-Bey, Valentina Petrillo und Jérémy Clamy-Edroux angehören. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, das Zugehörigkeitsgefühl im Sport zu stärken.

Der Sport soll inklusiver werden

Darüber hinaus verfolgt die Organisation langfristige Ziele. Mit Workshops, Informationsmaterialien und Kooperationen mit Verbänden, Institutionen und Sponsoren möchte Compete Proud inklusivere Strukturen auf allen Ebenen des Sports fördern.
Trotz sichtbarer Fortschritte besteht weiterhin Handlungsbedarf. Für manche Athletinnen und Athleten sei die eigene Identität noch immer etwas, das sie verbergen oder kontrollieren müssten, anstatt frei auszuleben – insbesondere im Spitzensport. Deshalb brauche es mehr als symbolische Gesten: Vorbilder, sichere Räume und das gemeinsame Engagement von Sportlern, Vereinen, Verbänden, Veranstaltern, Medien und Fans.
Raya selbst steht für diesen Wandel. Vom internationalen Eiskunstläufer entwickelte er sich zu einem Fürsprecher für mehr Vielfalt und Inklusion im Sport.
"Nicht jeder hat dieselbe Geschichte. Aber jeder sollte wissen, dass es einen Platz für ihn im Sport gibt."
Zum Pride Month unterstreichen Initiativen wie Compete Proud, welches Potenzial der Sport entfalten kann, wenn er seinen eigenen Werten gerecht wird. Die Richtung ist klar, auch wenn die Fortschritte nicht überall gleich schnell erfolgen. Und je mehr Athletinnen und Athleten, Organisationen und Plattformen sich an dieser Diskussion beteiligen, desto größer ist die Hoffnung, dass Inklusion künftig weniger als besondere Initiative verstanden wird, sondern ganz selbstverständlich zum Sport dazugehört.
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Eurosport - das Beste der Woche #13

Quelle: Eurosport


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