Kein Tag wie jeder andere: Der 100-Meter-Speerwurf

Kein Sport-Tag wie jeder andere: Jubiläen & Rekorde, Feiertage & Dramen, großes Kino & vergessene Helden: Unser täglicher Blick zurück in die Sportgeschichte - heute mit dem 100-Meter-Speerwurf.

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Fotocredit: Eurosport

20. Juli

Am 20. Juli 1984 wurde eine magische Marke überboten, die seitdem nicht wieder erreicht wurde. Zum ersten Mal flog ein Speer weiter als 100 Meter. Der Neuruppiner Uwe Hohn erzielte bei einem Sportfest im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark 104,80 Meter. Die Anzeigetafel war auf diese Weite nicht eingestellt. 04,80 Meter wurden angezeigt, die erste Ziffer fiel aus Platzgründen weg.
Hohn sagte später, dass er sofort nach dem Abwurf wusste, dass der Speer so weit fliegen würde. "Ein Wurf ist dann gelungen, wenn der Speer von hinten nur noch wie ein Punkt in der Luft erscheint", erläuterte Hohn kurz nach dem Rekord. Das war an diesem Tag der Fall.
Vergolden konnte er den Rekordwurf allerdings nie. Aufgrund des Boykotts zahlreicher Ostblockstaaten konnte Hohn bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles 1984 nicht starten. Über seinen Wurf würde er heute am liebsten gar nicht mehr reden, sagte er dem Tagesspiegel, auch aufgrund der Doping-Enthüllungen nach dem Ende der DDR.
Dass Hohns Name in den Rekordlisten nicht mehr auftaucht, hat allerdings nichts mit Doping zu tun. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF war zunehmend um die Sicherheit anderer Sportler und der Zuschauer besorgt, da die Speere immer weiter flogen. Es wurde einige Monate nach Hohns Wurf ein neuer Speer mit verändertem Schwerpunkt eingeführt, der dafür sorgt, dass die Geräte früher landen. Sämtliche alte Speerwurf-Rekorde wurden gelöscht und eine komplett neue Bestenliste eingeführt.
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