Eurosport
Kein Tag wie jeder andere: Werder-Bremer-Fan Adrian Maleika stirbt bei Ausschreitungen gegen den HSV am 17. Oktober 1982
Von
Publiziert 16/10/2025 um 23:29 GMT+2 Uhr
Kein Sport-Tag wie jeder andere: Jubiläen & Rekorde, Feiertage & Dramen, großes Kino & vergessene Helden: Unser täglicher Blick zurück in die Sportgeschichte - heute mit dem Tod des Bremer Fans Adrian Maleika beim Pokalspiel des SV Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Jahr 1982. Die schrecklichen Ereignisse sorgten auch bei den Hamburgern für große Konsequenzen.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Es wird ein Tag der Erinnerung, ein Tag der Trauer. Um Adrian Maleika, Glaserlehrling, Fan von Werder Bremen, im Alter von nur 16 Jahren in Hamburg gestorben. Genau 40 Jahre nach dem tragischen Tod wird der HSV am Montag am Volksparkstadion eine Gedenktafel einweihen. "Auch als Mahnung für die Zukunft", wie es heißt.
Rückblende: Es ist ein dunkler Herbsttag, als sich Maleika mit rund 150 anderen Werder-Fans auf den Weg ins Volksparkstadion macht. HSV gegen Bremen. DFB-Pokal. Kurz vor dem Stadion gerät die Gruppe in einen Hinterhalt. Erst fliegen nur Fäuste, auch Leuchtmunition - dann Steine. Maleika wird bei den schweren Hooligan-Ausschreitungen von einem Pflasterstein am Hinterkopf getroffen. Er sinkt zu Boden.
Die zahlreichen Tritte gegen seinen Körper bekommt Maleika nicht mehr mit. Stunden später wird sein bewusstloser Körper in einem angrenzenden Gehölz gefunden. Am Tag darauf, es ist Sonntagabend, der 17. Oktober 1982, stirbt Maleika im Altonaer Krankenhaus infolge eines Schädelbasisbruchs und Gehirnblutungen. Der Steinewerfer wurde nie ermittelt. Acht Hamburger wurden angeklagt, drei wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung verurteilt.
Für Willi Lemke, damals Werder-Manager, ist der 17. Oktober 1982 der "traurigste Moment" seiner langen Amtszeit, für seinen damaligen Kollegen Günter Netzer ist es "eine der größten Tragödien". Bis heute überschattet Maleikas Tod das Verhältnis der beiden Fanlager.
Schwere Krawalle und Jagdszenen wie diese gehörten in jenen Tagen zum Bundesliga-Alltag. Erst der Tod Maleikas führte zu einem Umdenken, er stellte eine Art Zäsur in der Bekämpfung des Hooliganismus in Deutschland dar. Vereine und Verbände nahmen sich im Laufe der 1980er-Jahre verstärkt der Probleme an, viele Fan-Projekte sind seitdem entstanden.
Heute ist eine solche Tragödie in der Bundesliga wegen der zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen laut Experten kaum vorstellbar, aber in den unteren Ligen oder international kommt es wie bei den Europapokalspielen von Eintracht Frankfurt in Marseille oder des 1. FC Köln in Nizza immer wieder zu heftigen Ausschreitungen.
Lemke fährt immer noch regelmäßig durch die Reihenhaus-Siedlung in Bremen, in der Maleika mit seiner Familie wohnte. "Wir waren früher fast Nachbarn", sagte Lemke dem Onlineportal Deichstube, vor dem ehemaligen Haus von Maleika wird ihm dann immer "schwer ums Herz. Bis heute lässt mich die Sache einfach nicht los".
Der 17. Oktober ist ein Tag der Erinnerung, ein Tag der Trauer. Auch in Hamburg.
(SID)
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung