Kein Tag wie jeder andere: Olympiafinale mit einem Starter - Williams Halswelle siegt über 400 Meter in London ohne Konkurrenz

Kein Sport-Tag wie jeder andere: Jubiläen & Rekorde, Feiertage & Dramen, großes Kino & vergessene Helden: Unser täglicher Blick zurück in die Sportgeschichte - heute mit einem ganz besonderen Olympia-Finale. Am 25. Juli 2008 nahm nur ein einziger Starter im Endlauf über 400 Meter der Männer teil. Der Brite Wyndham Halswelle erreichte das Ziel und wurde damit Olympiasieger.

London 1908: Wyndham Halswelle wird Olympiasieger ohne Finalgegner

Fotocredit: Getty Images

Es war eines der kuriosesten Olympia-Finals aller Zeiten. Im Endlauf über 400 Meter bei den Sommerspielen 1908 in London fand sich der Brite Wyndham Halswelle am 25. Juli alleine auf der Bahn wieder. Halswelle erreichte das Ziel und wurde damit Olympiasieger.
Für das für den 23. Juli datierte Finale hatten sich die besten vier Starter der Vorrunden qualifiziert. Halswelle als Schnellster der Qualifikation war Favorit, neben ihm standen noch die drei US-Amerikaner John Carpenter, John B. Taylor und William Robbins im Finale.
Carpenter und Halswelle lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch in der Zielkurve drängte der US-Amerikaner den Briten immer weiter nach außen ab und stieß ihn absichtlich mit dem Ellenbogen weg. Nach dem US-Regelwerk, das Carpenter gewohnt war, war diese Vorgehensweise erlaubt, nicht jedoch bei den Briten, wo strengere Vorschriften herrschten.
Carpenter wurde disqualifiziert und zwei Tage später ein Wiederholungsrennen angesetzt, bei dem der 23-Jährige nicht mehr starten durfte. Aus Protest gegen die Entscheidung verzichteten auch Taylor und Robbins, sodass nur noch Halswelle übrig blieb. Als Folge des einzigen Solo-Finales der Olympischen Geschichte wurden die markierten Bahnen in der Leichtathletik eingeführt, die die Sprinter nicht verlassen dürfen.
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