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Kein Tag wie jeder andere: Heysel-Katastrophe - 39 Menschen sterben 1985 beim Finale zwischen Liverpool und Juventus
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Publiziert 29/05/2026 um 00:48 GMT+2 Uhr
Kein Sport-Tag wie jeder andere: Jubiläen & Rekorde, Feiertage & Dramen, großes Kino & vergessene Helden: Unser täglicher Blick zurück in die Sportgeschichte - heute mit der Heysel-Katastrophe. Am 29. Mai 1985 starben 39 Menschen durch Randale vor dem Finale zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool im Europapokal der Landesmeister. Eine brüchige Mauer wurde ihnen zum Verhängnis.
29. Mai 1985: Das Todes-Drama im Heysel-Stadion
Fotocredit: SID
Brüssel, Heysel-Stadion, 29. Mai 1985: Endspiel um den Europapokal der Landesmeister zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool.
Das mit Spannung erwartete Spiel war am Ende zweitrangig, schwerste Krawalle vor Spielbeginn hatten zu 39 Toten unter den Zuschauern geführt. Eine Katastrophe, die die ganze Fußball-Welt in einen Schockzustand versetzte.
"Uns Spielern wurde die Wahrheit ja verschwiegen. Uns wurde von zwei, drei Toten erzählt. Wir mussten uns in der Kabine nur warm halten", berichtete der spätere UEFA-Präsident Michel Platini, damals Lenker und Denker bei der alten Dame Juve, zu den Umständen, weshalb die Partie trotzdem angepfiffen wurde. Das Spiel begann mit rund 90 Minuten Verspätung.
39 Menschen starben. 32 Italiener, vier Belgier, zwei Franzosen, ein Ire, dazu 454 Verletzte. Doch wie konnte es dazu kommen?
Übertragung der Partie abgebrochen
Ein korrupter Funktionär - so der heutige Wissensstand - hatte an ein italienisches Reisebüro Tickets für den Block Z direkt neben dem für Liverpool-Fans verkauft. Beide Fanlager trennte nur noch ein Maschendrahtzaun.
Gegen 19:45 Uhr stürmten dann zahlreiche Anhänger von der Insel den Bereich, die damals überwiegend ehrenamtlichen Ordner waren von dem Hass und der Gewalt überfordert. Das "ZDF" brach die Übertragung noch vor dem Anpfiff ab.
Als Falle entpuppte sich eine brüchige Mauer am anderen Ende des Blocks. Sie ließ Schutzsuchende in die Tiefe stürzen und Flüchtende begraben. Ohne die spontane Öffnung der damals noch verschlossenen Zugänge zum Spielfeld, wo die ersten Verletzten behandelt werden konnten und die Sanitätsfahrzeuge Zugang hatten, wäre alles noch viel schlimmer geworden.
Platini wird zum Held an traurigem Abend
"Wenn Leute in ein Stadion kommen, um dich zu sehen, und sie nie wieder nach Hause gehen, tut das weh. Dafür spielt man nicht Fußball", sagte Platini im Gespräch mit dem französischen Hörfunksender "Europe 1" - betonte aber mit Nachdruck: "Man musste unbedingt spielen. Man musste aus anderen Gründen spielen, um die Öffentlichkeit zu schützen. Es wäre ein Bürgerkrieg in der Stadt Brüssel gewesen."
Auf dem Platz verwandelte Platini in der 56. Minute einen Strafstoß zum 1:0-Sieg von Juventus. "Ich habe mich gefragt, ob ich den Elfmeter schießen soll", sagte der heute 69-Jährige: "Ich habe mich dazu entschlossen, um den Italienern in all der Trauer vielleicht ein wenig Freude zu schenken." Doch nur 30 Sekunden später habe er seine Entscheidung "schon bedauert".
Die Konsequenzen der Tragödie waren weitreichend. So wurden nach der Katastrophe alle englischen Vereine für fünf Jahre von europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Und auch Platini zog aus dem grausamen Tag seine Lehren. Zu seiner Zeit als UEFA-Präsident seien viele Fans auf ihn zugekommen - mit dem Wunsch, in den Stadien stehen zu dürfen. "Ich habe ihnen gesagt: 'Solange ich Präsident bin, werdet ihr nie im Stadion stehen. Ich habe damals zu viele Dramen erlebt, es gab Tote, viele Tote. Vielleicht werdet ihr nach mir tun, was ihr wollt, aber während ich hier bin, werdet ihr es nicht tun'", erklärte Platini.
(SID)
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29. Mai 1985: Das Todes-Drama im Heysel-Stadion
Fotocredit: Imago
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