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Kein Tag wie jeder andere: Die DDR holt Olympia-Gold im Fußball bei den Sommerspielen 1976 in Montreal
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Publiziert 31/07/2026 um 00:01 GMT+2 Uhr
Kein Sport-Tag wie jeder andere: Jubiläen & Rekorde, Feiertage & Dramen, großes Kino & vergessene Helden: Unser täglicher Blick zurück in die Sportgeschichte - heute mit dem Olympiasieg der DDR im Fußball 1976. Am 31. Juli 1976 holte die DDR-Auswahl die Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal. Im Endspiel der Sommerspiele wurde Polen mit 3:1 bezwungen.
Die DDR-Auswahl jubelt über Gold im Fußball bei Olympia 1976 in Montreal
Fotocredit: Getty Images
Die vernichtende Standpauke von Manfred Ewald hat Gerd Kische auch 50 Jahre später noch im Ohr. Ein 0:0 gegen Brasilien hatte den obersten Sportboss der DDR derart auf die Palme gebracht, dass er seine Fußballer nach allen Regeln der Kunst zerlegte.
"Er wollte uns nach dem ersten Spiel eigentlich nach Hause schicken und hat uns so zusammengepfiffen, als könnten wir überhaupt kein Fußball spielen", erinnert sich Kische im "SID"-Interview. Keine zwei Wochen später trugen er und seine Teamkollegen die olympische Goldmedaille um den Hals.
Ein halbes Jahrhundert ist das nun her. Im Finale am 31. Juli 1976 im Olympiastadion von Montreal besiegte die DDR die favorisierten Polen um Torjäger Grzegorz Lato 3:1. Hartmut Schade, Martin Hoffmann und Reinhard Häfner erzielten vor über 70.000 Zuschauern die Tore für die Mannschaft von Trainer Georg Buschner.
Da jubelte auch Ewald mit, der nach dem torlosen Unentschieden gegen die brasilianischen Ballkünstler noch von einer "Katastrophe" gesprochen hatte. "Daran erkennt man, dass er vom Fußball entweder keine Ahnung hatte oder kein Verständnis dafür", sagt der heute 74-jährige Kische.
Einziger Olympiasieg deutscher Männer
Die DDR-Fußballer verwandelten Ewalds Anpfiff in Ansporn. Es folgten Siege gegen Spanien und Frankreich um den späteren Ballon-d'Or-Gewinner Michel Platini. Im Halbfinale schaltete die Mannschaft das sozialistische Bruderland Sowjetunion aus, ehe im Endspiel die goldene Krönung gelang.
Eine Überraschung? Nicht für Kische, der damals für Hansa Rostock spielte. "Das klingt vielleicht überheblich, aber die Mannschaften, die dort waren, hatten wir vorher alle schon einmal besiegt", sagt Kische. "Brasilien war ein Fragezeichen. Wenn man sich die damalige Mannschaft anschaut, waren das später alles Nationalspieler. Insofern war das Ziel schon, ins Endspiel zu kommen – und vielleicht auch zu gewinnen."
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IOC-Präsident Coventry besucht Olympisches Dorf
Quelle: Eurosport
Bis heute ist es der einzige Olympiasieg einer deutschen Männermannschaft. Das sei "etwas Besonderes" gewesen, so Kische. "Man muss so eine Goldmedaille erst einmal gewinnen, das ist ja keine Laufkundschaft gewesen."
Dass die DDR-Auswahl auf höchstem Niveau mithalten konnte, hatte sie zwei Jahre zuvor bewiesen. Bei der Weltmeisterschaft 1974 gewann sie - mit Defensivspieler Kische - das prestigeträchtige Vorrundenspiel gegen die favorisierte Bundesrepublik mit 1:0 und zog als Gruppensieger in die zweite Runde ein.
Medaille Geschenk für die Tochter
"Für uns DDR-Fußballer war wichtig zu zeigen, dass wir auch Fußball spielen können", sagt Kische. "Wenn man gelesen hat, was in den Medien verbreitet wurde, dann hätten sie eigentlich 10:0 gewinnen müssen. Das hat uns zusätzlich angespornt zu zeigen: So läuft das mit uns nicht."
Mit dem Olympiasieg zwei Jahre später folgte der größte Erfolg des DDR-Fußballs. Die Spiele in Montreal seien "eine sehr angenehme Erfahrung" gewesen. Trotzdem denkt Kische selten an diese Zeit zurück.
"Bei mir steht ja nicht 'Olympiasieger Kische' an der Haustür", sagt er lachend. Auch Erinnerungsstücke spielen für ihn kaum eine Rolle. "Nur die Medaille habe ich noch. Ich habe sie meiner Tochter geschenkt, sie ist also in guten Händen."
(SID)
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Szene aus dem Endspiel der Olympischen Spiele 1976: Die DDR trifft auf Polen
Fotocredit: Getty Images
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