Bahnrad-EM: Deutsche Nationalmannschaft nach schwerem Unfall auf Mallorca geschockt - EM unter schwierigen Vorzeichen

Nur zwei Wochen nach dem schlimmen Unfall auf Mallorca steht für das deutsche Bahnrad-Nationalteam die EM im belgischen Zolder an. Der Schock sitzt weiter tief. In Bruno Keßler geht nur ein einziger Fahrer, der bei dem schweren Unfall auf der Urlaubsinsel dabei war, in Zolder an den Start. Den anderen Sportlern steht teilweise eine lange Reha-Zeit bevor. Keine guten Vorzeichen für die Titelkämpfe.

Das deutsche Bahnrad-Team wurde auf Mallorca in einen Unfall verwickelt

Fotocredit: Getty Images

Die schrecklichen Bilder schwirren Lucas Schädlich noch immer durch den Kopf.
"Ich glaube, dass ich das noch nicht hundertprozentig verarbeitet habe", sagte der Bahnrad-Bundestrainer im Gespräch mit dem SID.
"Es ist noch nicht alles ausgestanden", erklärte Schädlich. Den verunglückten Sportlern gehe es "unterschiedlich".

Schwere Verletzungen nach Unfall

Fünf von ihnen erlitten teils schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen, einige stehen vor einer langen Reha. An eine geregelte Vorbereitung auf die am Mittwoch beginnenden Europameisterschaften im belgischen Zolder war nicht zu denken.
"Ich hatte viel zu tun in den letzten Tagen", berichtete Schädlich, der das Amt des Bundestrainers erst zum neuen Jahr angetreten hatte.
Der Fokus sei nun aber "automatisch nach vorne" auf die Titelkämpfe gerichtet, wenngleich als Folge des Unfalls kein deutscher Männer-Vierer an den Start gehen wird.

Einzig Keßler nach Unfall auf Mallorca bei EM

Bruno Keßler aber schon. Der 19-Jährige, der im vergangenen Jahr mit dem Vierer WM-Bronze geholt hatte, kam beim Unfall halbwegs glimpflich davon und fühlt sich fit für die EM.
Keßler ist der Einzige des Sextetts, der mit nach Zolder reiste. Er wird am Freitag in der Einerverfolgung starten.
Die anderen verunglückten Mitglieder der Nationalmannschaft - Benjamin Boos, Tobias Buck-Gramcko, Max-David Briese, Moritz Augenstein und Louis Gentzik - drücken die Daumen.
"Es gibt keine Missgunst, zu sagen: 'Eigentlich wäre ich hier gewesen'. Das ist schon schön", berichtete Schädlich.

Routiniers Kluge und Torn Teutenberg sollen Gold holen

Der Medaillendruck liegt auf anderen Schultern. Routinier Roger Kluge und Youngster Tim Torn Teutenberg sind nach ihrem WM-Titel im Madison favorisiert.
Bei den Frauen soll der Gold-Vierer von Tokio nach WM-Silber im Vorjahr auch bei der EM um Edelmetall fahren.
Im Kurzzeit-Bereich kehren Lea Sophie Friedrich und Pauline Grabosch zurück. Nach der ausgelassenen Weltmeisterschaft in Kopenhagen soll auch ohne Emma Hinze, die ihre Pause verlängerte, im Teamsprint der Sprung aufs Podest gelingen.
In den Einzeldisziplinen geht die achtmalige Weltmeisterin Friedrich nach Olympia-Silber in Paris auch im Velodrom von Zolder auf Medaillenjagd.
(SID)
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Quelle: Eurosport


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