UCI Track Champions League - über Cottbus an die Weltspitze: Matthew Richardson kitzelt Harrie Lavreysen
VonFelix Mattis
Publiziert 27/11/2022 um 09:33 GMT+1 Uhr
Es ist das große Duell der UCI Track Champions League: Harrie Lavreysen, der die Sprint-Liga im vergangenen Jahr noch dominierte, hat 2022 in dem Australier Matthew Richardson einen ebenbürtigen Herausforderer gefunden. Und der hat seinen letzten Schritt in die Weltspitze in den vergangenen Wochen ausgerechnet in Cottbus gemacht. Denn Richardson ist auch Teil der Love-Story der UCITCL.
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Quelle: Eurosport
Gut zwei Monate wird Richardson in Cottbus verbracht haben, wenn er Europa nach dem Finale der Bahnrad-Serie in London am kommenden Wochenende in Richtung australische Heimat verlässt.
"Ich war in den sechs Wochen vor der WM in Cottbus, weil die Commonwealth Games in London waren und dann die WM in Paris. Dazwischen wollte ich nicht zurück nach Australien reisen. Eigentlich war der Plan, dass ich in Glasgow bin. Aber dann hat sich das mit Pauline entwickelt", erzählt Richardson Eurosport am Samstagabend in Paris - weiterhin nur zwei mickrige Pünktchen hinter Lavreysen auf Rang zwei der Sprint-Liga liegend.
Der 23-Jährige ist der neue Freund von Pauline Grabosch, und auch wenn die vierfache Teamsprint-Weltmeisterin bei der Track Champions League nicht in der Form ist, selbst um Siege zu fahren, prägt ihr Gesicht den öffentlichen Auftritt der Serie.
Grabosch ist jeden Samstagabend mit am längsten im Innenraum der Velodrome und fiebert mit. Sie wird gefilmt, während Richardson auf der Bahn unterwegs ist und ihr Jubel ist mitunter der Mitreißendste der jeweiligen Bahn-Abende. So werden Graboschs Abende genauso lang, als stünde sie selbst im Finale.
"Er war und ist der Größte"
Denn immerhin bestreitet Richardson jedes Mal das letzte oder vorletzte Rennen des Tages, wenn er sich wieder mit Lavreysen misst: Dreimal schlug er den Niederländer in den vergangenen drei Wochen, dreimal musste er sich geschlagen geben.
"Es ist großartig, gegen ihn zu fahren. Als er angefangen hat, alles zu gewinnen und die Szene zu dominieren, war er ein Idol für mich. Er war und ist der Größte. Jetzt auch nur nah dran zu sein, das ist großartig", freut sich Richardson über seinen Entwicklungsschritt in dieser Saison.
Schon im Nation's Cup gewann er 2022 einige Rennen, dann wurde der Australier WM-Zweiter im Sprint, unterlag im Finale in Saint-Quentin-en-Yvelines nur Lavreysen. Wenige Wochen später dann bezwang er ihn bei der Track Champions League auf Mallorca und in Berlin.
So richtig überraschend sei das nicht gewesen, erklärt der deutsche Top-Sprinter Stefan Bötticher, der hinter den beiden Überfliegern die Nummer 3 in der Track Champions League ist – mit 23 Punkten Rückstand nach vorne, aber einem noch komfortableren Polster von 34 Punkten nach hinten zu Platz vier.
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Richardson schlägt Lavreysen im Duell - Bötticher wird Vierter
Quelle: Eurosport
"Es hat sich schon zu Jahresbeginn angedeutet, dass er auf sehr hohem Niveau ist. Er ist sicher ein Mann für die Zukunft, der auch Harrie Feuer unterm Hintern macht", so Bötticher über Richardson.
Der Australier selbst aber hatte weniger mit diesem großen Erfolg gerechnet: "Selbst nach der WM noch hatte ich nur gehofft, dass ich Top 5 oder höchstens Top 3 sein werde. Aber jetzt die Spitze herauszufordern und recht komfortabel auf Rang 2 zu sein, das ist ziemlich surreal, ehrlich gesagt."
Woher der Leistungssprung nach zwei gerade für australische Sportler wegen Reisebeschränkungen extrem schwierigen Covid-Jahren komme? "Aus den Beinen", lacht Richardson. Beim Blick auf die monströsen Oberschenkel des 23-Jährigen ist das naheliegend. Doch der Australier versucht auch, es etwas ernsthafter zu erklären:
"Einfach ein gutes, konstantes Jahr"
"Es ist einfach ein gutes, konstantes Jahr. Ich habe quasi keinen Trainingstag verpasst. Dazu kommt, dass ich in der bisherigen Off-Season, also nach der Weltmeisterschaft, immer noch recht gut meine Form halten konnte. Das hilft mir hier sicherlich auch." Schließlich füllt die Track Champions League diese Wettkampflücke im Herbst seit 2021 und einige Athleten und Athletinnen kommen nach einem kurzen Urlaub von ein oder zwei Wochen zurück auf die Bahn. So auch Richardson, der gemeinsam mit Grabosch nach den Weltmeisterschaften auf Malta war.
Doch davor und auch nach dem Sonnentrip ans Mittelmeer sowie zwischen den Track-Champions-Leauge-Wochenenden verbrachte er die meiste Zeit in diesem Spätsommer und Herbst eben in Cottbus – und war begeistert von der Offenheit des deutschen Teams und aller Beteiligten.
"Sie waren super freundlich und hilfreich. Ich konnte in Cottbus auf der Bahn trainieren, auch in Frankfurt an der Oder auf der Indoor-Bahn und konnte auch in den Kraftraum wann immer ich wollte. Das war wirklich toll und hat mich überrascht – wirklich fantastisch", so der Australier, der sich in der Lausitz also die nötige Fitness für seine jetzigen Höhenflüge auf der Bahn gegen Superstar Harrie Lavreysen geholt hat.
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Quelle: Eurosport
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