Eurosport
Rassismus-Eklat um Deutschland-Kapitän Schröder bei der EM: "Affengeräusche kann ich nicht akzeptieren"
Von
Update 30/08/2025 um 20:50 GMT+2 Uhr
Weltmeisterkapitän Dennis Schröder ist während des dritten EM-Vorrundspiels gegen Litauen von gegnerischen Fans rassistisch beleidigt worden. "Zur Halbzeit haben sie leider Affengeräusche gemacht. Das kann ich nicht akzeptieren", sagte der Spielmacher der deutschen Basketballer nach dem 107:88 (55:47)-Sieg in Tampere/Finnland bei "MagentaSport", "Rassismus sollte nicht hierhin gehören."
Dennis Schröder bei der Basketball-EM 2025 in Finnland
Fotocredit: Imago
Dennis Schröder war bedient, die Stimmung an einem eigentlich perfekten Nachmittag getrübt. "Rassismus sollte nicht hierhin gehören", sagte der Kapitän der deutschen Basketballer nach der nächsten Gala gegen Litauen, nach dem frühen Sprung ins EM-Achtelfinale. Denn gegnerische Fans hatten ihn in Tampere während des dritten Gruppenspiels übel beleidigt. "Zur Halbzeit haben sie leider Affengeräusche gemacht, das kann ich nicht akzeptieren", sagte Schröder.
"Es gehört einfach nicht zu diesem Sport. Ich kriege das zum ersten Mal heute mit", beklagte sich der Spielmacher bei MagentaSport, "das ist traurig." Auch Präsident Ingo Weiss vom Deutschen Basketball Bund (DBB) zeigte sich entsetzt. "Das ist für uns in keinster Weise akzeptabel", sagte Weiss - und versicherte: "Wir stehen voll hinter Dennis, können seine große Bestürzung verstehen und werden nachhaltig beim Veranstalter intervenieren, dass solche Vorkommnisse hier nicht mehr passieren."
Der Verband FIBA Europe teilte indessen am Samstagabend mit, dass ein Fan identifiziert und von allen weiteren EM-Spielen ausgeschlossen worden sei. Auch die örtlichen Strafverfolgungsbehörden ermitteln. Des Weiteren werde die FIBA mit der litauischen Delegation in Kontakt treten, "um sie über die Situation zu informieren und die Bemühungen zur Verhinderung ähnlicher Vorfälle bei zukünftigen Spielen zu unterstützen."
Ablenken hatte sich Schröder vom indiskutablen Verhalten nicht lassen. Mit einem Offensivspektakel buchten die Deutschen beim 107:88 (55:47) das Ticket für die Finalrunde in Riga/Lettland. Die Mannschaft von Interimsbundestrainer Alan Ibrahimagic hat in der Sechserstaffel B einer der ersten vier Plätze sicher, die Chancen auf den so wichtigen Gruppensieg sind für den Weltmeister nach dem Erfolg im wegweisenden Duell bestens.
DBB-Team vor Gruppensieg
Die DBB-Auswahl trifft am Montag (15:30 Uhr) auf Außenseiter Großbritannien, alles andere als ein Sieg wäre eine Sensation. Zum Abschluss der Gruppenphase dürfte es am Mittwoch (19:30 Uhr) gegen Gastgeber Finnland etwas kniffliger werden, doch die Rollen sind auch dann klar verteilt. Holen die Deutschen Platz eins, gehen sie voraussichtlich den Medaillenkandidaten Serbien und Türkei sowie Gastgeber Lettland aus der Überkreuzgruppe A im Achtelfinale aus dem Weg.
Zum Turnierstart hatte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) ohne den weiter kranken Bundestrainer Àlex Mumbrú Montenegro () und Schweden (105:83) überrollt, doch das bedeute mit Blick auf Litauen "gar nichts", betonte Schröder vor dem Wiedersehen mit den ebenfalls ungeschlagenen Balten, gegen die es bei der Heim-EM 2022 einen schwer erkämpften Sieg gegeben hatte (109:107 n.2.V.).
Deutschland knackt die 100-PUnkte-Marke
Bei der Mannschaftsvorstellung wurde der Weltmeister von den vielen litauischen Fans in der Tampere Deck Arena ausgepfiffen, doch das zeigte keinerlei Wirkung. Die Deutschen trafen ausgezeichnet, starteten stark (10:2/3. Minute). Es entwickelte sich ein hochklassiges Spiel, weil auch die Litauer erfolgreich punkteten. Durch eine starke Phase Ende des ersten Viertels zog das DBB-Team davon.
Nach einem 18:3-Run hieß es 36:21 (11.), das deutsche Team ließ den Ball gut laufen, nutzte seine vielen Angriffsoptionen. Nicht einmal 16 Minuten (!) waren gespielt, da fiel die 50-Punkte-Marke. Doch die Litauer um den starken Rokas Jokubaitis, Neuzugang von Meister Bayern München, ließen sich nicht abschütteln, verkürzten vor der Pause.
Ibrahimagic forderte vor dem Seitenwechsel schnelles Spiel, seine Schützlinge lieferten - besonders Franz Wagner kam stark aus der Kabine. Einen 10:0-Lauf der Litauer zum 70:79 (29.) steckte der Favorit weg, zog in der Schlussphase wieder an und knackte zum dritten Mal die 100 Punkte. Gegen die Litauer, die ihre erste Turnierniederlage kassierten, glänzte Schröder (26 Punkte) als Topscorer. Auch auf Wagner (24) und Daniel Theis (23) war im Angriff Verlass.
Das könnte Dich auch interessieren: Alba holt Litauer Echodas: "Klassische Win-Win-Situation"
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/08/29/image-f594c79b-a9ef-476e-a634-51ccc413769e-85-2560-1440.jpeg)
Deutschland feiert zweiten Sieg: Klare Kiste gegen Schweden
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung