Olympia 2024: Deutschland hat ein zweiköpfiges Monster - Franz Wagner und Dennis Schröder erledigen Frankreich
VonHenning Kuhl
Update 03/08/2024 um 10:15 GMT+2 Uhr
Die deutsche Basketballnationalmannschaft um Fahnenträger Dennis Schröder feiert einen dominanten 85:71-Sieg über Gastgeber Frankreich und qualifiziert sich als Gruppenerster für das Viertelfinale in Paris. Den vermeintlich großen Brocken geht der Weltmeister dadurch wohl aus dem Weg, weil er ein Team ist, die Defense bärenstark ist und der Kapitän sowie Franz Wagner nicht zu bremsen sind.
Weltmeister dominiert Gastgeber: Highlights vom deutschen Sieg
Quelle: Eurosport
Gleich mehrere deutsche Spieler sind mit einem Traum zu den Olympischen Spielen 2024 nach Frankreich gereist.
Es ist der Traum von einer Medaille. Und nach dem beeindruckenden 85:71-Triumph über Gastgeber Frankreich steht auch für die letzten Kritiker fest, dass dieser Traum absolut realistisch ist.
Das liegt vor allem an den Stärken, die das DBB-Team beim Erfolg über den Europameister von 2013 zeigte.
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Drei Dinge, die auffielen.
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"Das ist der Dagger!" Schröder entscheidet die Partie gegen Frankreich
Quelle: Eurosport
1.) Defensiv-Klinik zermürbt Wunderkind
Vor dem Duell wurde viel über die defensive Taktik der Deutschen gegen Victor Wembanyama philosophiert. Bereits im zweiten Viertel war klar, dass das Wunderkind der San Antonio Spurs keine Schnitte sehen würde. Die Deny- und Helpside-Defense der Deutschen agierte wie aus dem Lehrbuch; die Franzosen wussten einfach nicht, was sie tun sollten.
Zur Wahrheit gehört natürlich, dass Les Bleus keinen Point Guard von Top-Niveau in ihren Reihen haben und man sich nach den Tagen mit Tony Parker sehnt. Die Defensive der Deutschen war dennoch schlicht und ergreifend weltmeisterlich. Neun französische Punkte im zweiten Viertel, 27 zur Halbzeit, 49 zum Ende des dritten Viertels.
Theis und Voigtmann meldeten Wemby und Rudy Gobert, die zur Halbzeit gemeinsam auf acht Punkte (!) kamen, komplett ab. Dazu lief die "Fast Break"-Maschine der Deutschen wie am Schnürchen (insgesamt zehn Steals) und der Rebound war ebenfalls kein Problem (vier Offensivrebounds für Frankreich in der ersten Halbzeit).
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Rumms! Wagner nimmt Wembanyama aufs Poster
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Ohne die Dreier im vierten Viertel hätte Wembanyama zum Spielende keine zehn Zähler auf seinem Konto gehabt. Es war eine Defensiv-Klinik der Deutschen.
2.) Kleinere Rotation hält den Rhythmus
Gordon Herbert verzichtete in dieser Partie auf seine gewohnte "Zehner Rotation" und agierte mit Nick Weiler-Babb sowie Franz auf der Eins, um Schröder Verschnaufpausen zu ermöglichen. Maodo Lo, der bislang noch nicht in das Turnier gefunden hat (9,5 Minuten, 1,0 Punkte und 2,0 Assists pro Spiel), blieb auf der Bank.
Die kleinere Rotation - Niels Giffey und Oscar da Silva durften für die letzten 13 Sekunden aufs Parkett - führte zu kürzeren Stints auf der Bank, wodurch wiederum der Rhythmus in Offense und Defense bis zum vierten Viertel auf einem konstant hohen Level war.
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Franz Wagner: "Die erste Halbzeit war unsere beste Performance"
Quelle: Eurosport
Trotzdem blieb die Stimmung gut, die Unterstützung von der Bank lautstark und die Energie, welche durch die Reservisten versprüht wurde, quasi greifbar. Das zeigte wieder einmal eindrucksvoll, dass diese Mannschaft keine Auswahl, sondern ein Team ist!
3.) "Franzöder“, das zweiköpfige Monster
Anthony Parker, General Manager der Orlando Magic, dürfte sich sehr genau überlegen, ob er noch einen Trade auf der "Point Guard"-Position einfädeln und Dennis Schröder nach Florida holen wird, um ihn in der NBA mit Franz Wagner zu vereinen. Denn dieses zweiköpfige Monster wirkt in der Tat unaufhaltsam.
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"Jetzt geht alles!" Schröder und Wagner lassen Lille verstummen
Quelle: Eurosport
Schröder scheint wahrhaftig zum Super-Saiyajin zu mutieren, wenn er das DBB-Trikot über seine Schultern streift. Gegen Frankreich dominierte er mit 26 Punkten, neun Assists und vier Rebounds. Seinem Antritt kann bei diesem Turnier bislang kein Defender im Eins-gegen-eins standhalten. Dadurch reißt er immer wieder Lücken, die durch Abschlüsse oder Kicks zum freien Spieler genutzt werden. Alternativ, wenn keine Hilfe kommt, schließt er selbst ab. Wembanyama durfte diese Erfahrung machen, als der deutsche Kapitän 2:49 Minuten vor dem Schluss an ihm blitzschnell vorbeizog und per Layup scorte.
Und Franz Wagner verzauberte 1:10 Minuten vor Ende des dritten Viertels nicht nur das Pierre Mauroy Stadium, sondern das gesamte Basketballturnier: Wie einst Kobe Bryant gegen Brooklyn zog der Deutsche zum Korb, um den (bisherigen) Posterdunk dieser Spiele zu zeigen.
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Unglaublich! Superman Wagner mit dem Dunk des Turniers
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Schlussendlich verbuchte der Wingman 26 Punkte, fünf Rebounds und zwei Assists. "Franzöder" scorte in der Zone, aus der Midrange, von Downtown und der Freiwurflinie – harmonisch, ergänzend, beeindruckend. Frankreich konnte einem fast schon leidtun …
Wer auch immer Deutschlands Gegner im Viertelfinale sein wird: Das zweiköpfige Monster wird für Kopfzerbrechen und eine Menge Respekt sorgen. Denn jeder Kontrahent weiß: Konzentriert sich die Defense zu sehr auf diese beiden, freuen sich Andreas Obst, Isaac Bonga und Co über freie Abschlüsse.
Solange "Franzöder" so performt wie gegen Frankreich, lebt der Traum!
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Da rasten alle aus: Bonga mit der Sirene für drei
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