Biathlon-WM: Johannes Thingnes Bö holt 21. WM-Gold und überflügelt Ole Einar Björndalen - DSV-Team erlebt Sprint-Debakel

Johannes Thingnes Bö hat bei der letzten WM seiner Karriere zum 21. Mal Gold geholt und sich zum alleinigen Rekordweltmeister vor Ole Einar Björndalen aufgeschwungen. Der Norweger gewann bei den Weltmeisterschaften in Lenzerheide den Sprint. Dahinter sicherte sich US-Biathlet Campbell Wright überraschend Silber vor Quentin Fillon Maillet (Frankreich). Das DSV-Quartett erlebte ein Debakel.

Sprint-Highlights: Bö dominiert - Wright gelingt Medaillen-Coup

Quelle: Eurosport

"Es ist eine Niederlage, die sich gewaschen hat - am Schießstand, aber auch in der Loipe", bilanzierte 2006-Olympiasieger Michael Rösch bei Eurosport.
Bei besten Bedingungen bei strahlender Sonne und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt zeigte Johannes Thingnes Bö eine tadellose Leistung und setzte sich ohne Schießfehler und mit einer starken Vorstellung in der Loipe souverän durch.
"Nummer 21, jetzt bin ich alleiniger Inhaber des Rekords", erklärte Bö im Gespräch mit Eurosport. "Die Vorbereitung war wirklich gut, ich bin ruhig geblieben, auch in der Mitte des Rennens. Ich habe mich super gefühlt, schnell und sicher geschossen. Es war ein perfektes Rennen", so der 31-Jährige, der seine Laufbahn nach der Saison beenden wird.
Philipp Nawrath landete indes als bester DSV-Athlet nur auf dem indiskutablen 18. Rang. Für das DSV-Quartett war es nach erneut durchwachsenen Schießleistungen ein gebrauchter Tag.
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Fehlstart für Riethmüller - drei Fehler im Liegendanschlag

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Nawrath lag mit zwei Schießfehlern 1:26,0 Minuten hinter Bö.
Justus Strelow (1/+1:53,4), Danilo Riethmüller (3/+2:10,3) und Philipp Horn (4/2:17,2) kamen auf den Rängen 30, 40 und 44 weit abgeschlagen ins Ziel.

Sportdirektor Bitterling: "Einfach nicht gut genug"

"Das ist einfach nicht gut genug. Ich will nicht draufhauen, das will ich intern besprechen. Es bringt jetzt nichts, rumzujammern. Wir müssen das analysieren, um uns für den Rest der WM in eine anständige Form zu bringen", sagte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling restlos bedient.
Philipp Horn brachte es mit Tränen in den Augen auf den Punkt. "Du stehst nach dem Liegendschießen auf und weißt, die WM ist gelaufen. Es ist einfach scheiße. Das hasse ich an Biathlon. Es gibt so viel mehr Enttäuschungen als Höhen."
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Riethmüller gesteht: "Zu spät reagiert"

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Dass Justus Strelow in der Strafrunde nach einem Einfädler sogar stürzte, passte ins dunkle Bild, das das deutsche Quartett bei strahlendem Sonnenschein in den Schweizer Bergen abgab.
Bö krönte seine einzigartige Karriere dagegen mit einem Rekord. Während der Ausnahmeathlet für seine 21 Titel nur 55 WM-Rennen brauchte, benötigte Björndalen für seine 20 mit 91 fast doppelt so viele.

Björndalen gönnt Bö den Rekord: "fantastischer Athlet"

"Bei meiner letzten WM Geschichte zu schreiben, ist unglaublich. Ich könnte nicht glücklicher sein. Ole ist die Legende im Biathlon. Es ist eine Ehre, jetzt vor ihm zu sein", sagte Bö sichtlich berührt und sprach von einem seiner "größten Siege".
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Bö-Gala - so lief der historische Sprint zum 21. WM-Gold

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Björndalen nahm es gelassen. "Das ist nicht so schlimm. Ich habe das erwartet. Er ist ein fantastischer Athlet, unter Druck unglaublich", sagte der 51-Jährige im "ZDF". Bö habe ein "extremes Talent. Das dauert lange, bis das einer überbieten kann".

Nawrath bedient: "Das war zu weit weg"

Ganz anders war im Anschluss natürlich die Stimmungslage bei der deutschen Mannschaft. "Das war ein dummer Fehler. Dieser Sturz ärgert mich sehr", sagte Strelow kopfschüttelnd. Auch Philipp Nawrath stellte nach einem gebrauchten Tag ernüchtert fest: "Bei einer WM geht es um die Medaillen. Das war zu weit weg."
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Strelow erklärt Sturz in der Strafrunde im Eurosport-Interview

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Den Sprint der Frauen am Tag zuvor hatte Justine Braisaz-Bouchet vor DSV-Athletin Franziska Preuß und der Finnin Suvi Minkkinen für sich entschieden.
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Überraschung zum Geburtstag: Schokoladenkuchen für Nawrath

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Am Sonntag stehen dann die Verfolgungen an. Die Frauen gehen um 12:05 Uhr (live im Ticker) auf die Strecke, die Männer folgen am Nachmittag (ab 15:05 Uhr im Ticker).
Während die Frauen durch den Silber-Coup von Preuß gute Podestchancen haben, sieht es bei den Männern nach dem Sprint-Debakel düster aus.
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(mit SID)
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Rösch exklusiv nach Sprint: Preuß hat jetzt Vorteil in Verfolgung

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