Oslo: Johannes Thingnes und Tarjei Bö mit emotionalen Einblicken - Norweger wollen Weltcup als Vorbilder verlassen
Publiziert 08/04/2025 um 12:06 GMT+2 Uhr
Johannes Thingnes und Tarjei Bö haben den Biathlon-Weltcup umjubelt verlassen. Als Teamkameraden feierten sie goldene Erfolge, als Rivalen lieferten sie sich erbitterte Kämpfe - ihre Geschichte reicht aber natürlich weit darüber hinaus. "Du hättest mich umbringen können", gab Tarjei nun einen amüsanten Einblick in die Geschichte zweier Brüder, denen die Welt der Skijäger zu Füßen lag.
Bö-Brüder scherzen nach letztem Rennen: "Wir werden bestimmt dick"
Quelle: Eurosport
"Wir hatten Stockbetten bei uns zu Hause. Tarjei war älter und bekam natürlich ein eigenes Zimmer", erinnerte sich Johannes Thingnes im Interview mit dem Biathlon-Weltverband "IBU" an die gemeinsame Kindheit.
"Eines Tages habe ich den Lattenrost unter der Matratze entfernt, dann bin ich schlafen gegangen. Etwas später bin ich wegen eins Knalls aufgewacht - Tarjei war einfach durchgefallen", schilderte der fünfmalige Olympiasieger und brach in Gelächter aus.
"Das war verrückt, du hättest mich umbringen können", meinte Tarjei, der den Aussagen der Brüder zufolge auf einem Tisch aufgeprallt war, und scherzte: "Ich will immer noch Rache nehmen."
Trotz der geschwisterlichen Neckereien avancierten die Bö-Brüder nicht zu Legenden der Loipe, sondern auch zu Vorbildern. Ein Umstand, der sie besonders stolz macht.
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Champagner zum Abschied: Bö-Brüder in Oslo gefeiert
Quelle: Eurosport
Tarjei Bö: "Plötzlich haben sie mit uns gekämpft"
"Wir haben uns große Ziele gesetzt und viele davon erreicht. Wir verlassen den Sport auf eine Weise, dass die Leute positiv von uns denken. Nicht nur wegen der Ergebnisse, sondern auch wegen unserer Art", sagte Johannes Thingnes.
"Tarjei war ein Vorbild für Athleten wie mich einst, die jüngeren im Team schauen auch zu ihm auf", führte er weiter aus. "Die Junioren sehen auch in mir ein Vorbild. Wir spüren, dass sie es cool finden, mit uns in einem Team zu sein."
Laut Tarjei sei es im Sport von großer Bedeutung, ein Idol zu haben. "Hoffentlich waren wir solche für die anderen, als sie aufgewachsen sind", so der zwölfmalige Weltmeister. "Und plötzlich haben sie mit uns gekämpft und uns sogar geschlagen."
Die ersten Begegnungen mit den beiden Legenden blieben ihren norwegischen Teamkollegen natürlich im Gedächtnis - so auch bei Ingrid Landmark Tandrevold und Sturla Holm Lägreid.
Tandrevold und Lägreid schwärmen von Bö-Brüdern
"Als ich Tarjei zum ersten Mal getroffen habe, war ich 16 Jahre alt - und hatte natürlich einen Crush auf ihn", so Tandrevold. "Einige Jahre später war ich im Weltcup und bin an ihrer Seite gelaufen. Sie waren wie Brüder und haben mich immer unterstützt."
Lägreid fehlten bei seinen ersten Berührungspunkten mit Tarjei erst einmal die Worte. "Ich war sprachlos. Bei meinen ersten Weltcup-Rennen habe ich mir das Zimmer mit ihm geteilt und dachte mir nur: 'Was? Ich schlafe im Bett neben ihm? Das ist verrückt!' Er wird für mich immer ein großes Idol bleiben, auch Johannes."
Ein besonderes Kunststück ist den beiden Ikonen auf persönlicher Ebene gelungen. Trotz aller Rivalität in der Loipe hat das Band zwischen den Brüdern nicht darunter gelitten.
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Champagner zum Abschied: Bö-Brüder in Oslo gefeiert
Quelle: Eurosport
Johannes Thingnes: "Wir beide hatten jeweils zehn Jahre"
"Das war unglaublich und lief besser, als man es sich hätte erwarten könnten", so Tarjei. "Für uns war es immer normal, großen Respekt voreinander zu haben und uns gegenseitig anzufeuern."
Nichtsdestotrotz war stets der Wille da, den eigenen Bruder auf der ganz großen Bühne zu schlagen. "Wir haben es immer geliebt, gegeneinander zu kämpfen. Im Tischtennis gibt es viele Geschichten, auch im Fußball - und ich habe jedes Mal gewonnen, da ich fünf Jahre älter war", lachte Tarjei. "Ich hatte etwa zehn Jahre den größten Spaß, dann hat er es mir zurückgezahlt."
Johannes Thingnes pflichtete seinem älteren Bruder schließlich bei. "Wir beide hatten jeweils zehn Jahre."
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Bö-Brüder im großen Interview: "Don't drink and drive"
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